Schiedsrichter bringt die FSV Werdohl aus der Spur

Damiano Intravaia markiert in dieser Szene die verdiente Werdohler Führung. Wenig später kippte jedoch mit der gelbroten Karte gegen Fischer die Partie.
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Damiano Intravaia markiert in dieser Szene die verdiente Werdohler Führung. Wenig später kippte jedoch mit der gelbroten Karte gegen Fischer die Partie.

LENNESTADT -  Was für eine bittere Niederlage. Mit 1:2 (1:0) verlor die FSV Werdohl gestern beim FC Lennestadt, scheiterte dabei aber mehr an Schiedsrichter Christian Reffelmann (Werl) als am Spitzenreiter. Knackpunkt war die 45. Minute, als

FSV-Stürmer Falk Fischer und FC-Keeper Steffen Dicke an der Strafraumgrenze zum Ball sprangen. Der Freistoßpfiff für Lennestadt war schon großzügig, die Ampelkarte gegen Fischer allerdings eine glatte Fehlentscheidung.

„Das Ding steht und fällt mit der gelbroten Karte. Die war so was von ungerechtfertigt“, urteilte FSV-Trainer Carsten Minker, während FCL-Coach Michael Kurzeja sagte: „Es war sicherlich unglücklich. Ob es ein Foul und Gelb war? Der Schiedsrichter hat es jedenfalls so gesehen.“ Auch ansonsten besaß der Unparteiische oft eine ganz eigene Wahrnehmung.

Bis zum Platzverweis sprach viel für einen FSV-Sieg. „Werdohl hat hervorragend gespielt, kompakt gestanden und schnell umgeschaltet. In der ersten Halbzeit hatten wir kein Konzept, dagegen zu bestehen“, erkannte Kurzeja. Deswegen war die Werdohler Pausenführung verdient. Bei den ersten beiden guten Situationen nach Zuspiel von Nohl (5.) und Flanke von Sarris (23.) kam Intravaia nicht richtig an den Ball, dann aber netzte der FSV-Stürmer nach Vorarbeit von Krämer und Fischer flach zum 0:1 (29.) ins linke Eck ein. Nur vier Minuten später zirkelte Klamann einen 20-m-Freistoß ans Winkelkreuz. Zentimeter fehlten zum 0:2. Und Lennestadt? Erst in der 43. Minute hatte der Primus mit einem indirekten Freistoß in Höhe Elfmeterpunkt seine erste Chance, doch Kaufmann jagte den Ball in die Mauer.

Auch nach der Pause in Überzahl brannte der FCL kein Feuerwerk ab, sondern hatte Mühe, sich die FSV zurecht zu legen. Doch mit dem Glück des Spitzenreiters gelang die Wende. Nachdem Dicke den 20-m-Kracher (54.) von El Alami zur Ecke geklärt hatte, kam gegenüber Allebrodt nach der ersten schönen Kombination aus 20 Metern zum Abschluss, und der Ball sprang via linken Innenpfosten zum 1:1 (60.) ins Netz. Neun Minuten später legte Steffen Hebbeker zum 2:1 nach. Die FSV setzte wieder auf Offensive, Lennestadt wurde nervös – Treffer fielen keine mehr. Dabei pfiff Reffelmann noch einen schmeichelhaften Foulelfmeter (90.), doch Baumhoff scheiterte an Schmale.

FC: Dicke – A. Friedrichs (84. M. Friedrichs), Hochstein, C. Hebbeker, Schmidt (77. Goedde) – St. Hebbeker, Kaufmann – Baumhoff, M. Thöne, Diecks (55. Baser) – Allebrodt

FSV: Schmale – Brüll, Klamann, Nohl, Sarris (80. Grahovac) – Dlugolentzki (67. Sönmez), El Alami, Krämer (73. Topcu), Gräßer – Fischer, Intravaia

Schiedsrichter: Reffelmann (Werl)

Tore: 0:1 (29.) Intravaia, 1:1 (60.) Allebrodt, 2:1 (69.) St. Hebbeker – Bes. Vork.: Ampelkarte (45.) gegen Fischer wg. wdh. Foulspiels; Schmale (FSV Werdohl) hält einen Foulelfmeter (90.) von Baumhoff; Ampelkarte (90.+1) gegen El Alami (FSV Werdohl) wg. Meckerns

von Stefan Herholz

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