"Wenigstens einmal vor dem RSV"

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Der noch leicht angeschlagene Routinier Hakan Firat (links) wurde erst nach der Pause ins Sturmzentrum eingewechselt, wird’s nach toller Leistung von Stellvertreter Marvin Bonevski aber schwer haben, den Youngster wieder aus der Startelf zu verdrängen.

Lüdenscheid - RWL-Trainer Marco Sadowski strahlte und war sofort zu Scherzen aufgelegt: „Wenigstens einmal Tabellenführer vor dem RSV Meinerzhagen, das ist doch schon was.“

Weniger der Vergleich mit dem Topfavoriten oder den anderen Spitzenteams der Liga interessierte den Coach des Fußball-Bezirksligisten Rot-Weiß Lüdenscheid nach dem 5:0-Sieg über den in die Staffel 5 zurückgekehrten Kreisnachbarn TuS Plettenberg aber als vielmehr die eigene Leistung.

„Die erste Halbzeit war absolut top“, freute sich Sadowski vor allem über den geschlossen starken Auftritt seiner Startelf: „Von Nummer eins bis elf: Alle haben sich ohne Ausnahme die Note eins verdient“, kam der Coach regelrecht ins Schwärmen über den Auftritt seiner fußballerisch überzeugenden, schnell kombinierenden Mannschaft vor dem Seitenwechsel, die sicher sogar höher als 3:0 hätte führen können.

 Bei aller verständlichen Freude über den Fußball mit viel Gas vor allem auch über die Flügel: Der Gast aus der Vier-Täler-Stadt hatte sich am Nattenberg beim Comeback nach zweijähriger „Flucht“ in die Hochsauerland-Staffel 4 auch in erschreckend schwacher Verfassung vorgestellt. Für den Lüdenscheider TuS-Trainer Kosta Michailidis auch im Fehlen von vier vermeintlichen Stammkräften begründet, aber insgesamt nur teilweise nachzuvollziehen.

 Sicher hätten die Habibi, Riabi und Papadopoulos der Defensive der Blau-Gelben gut zu Gesicht gestanden, aber bei allem Respekt: Der TuS-Auftritt war auch läuferisch, kämpferisch und von der Körpersprache her eine einzige Enttäuschung. Zudem suchten gleich mehrere Gästeakteure Schuld für die Nullnummer verbal gegenüber dem Trainer in anderen Mannschaftsteilen.

 Da RWL um den überragenden und vom TuS nie auszuschaltenden Youngster Marvin Bonevski Tempo und Konzentration nach der Pause zunächst noch hoch hielt, war die Entscheidung am Nattenberg spätestens mit Matthias Urbas’ Treffer zum 5:0 gefallen. Danach schaltete Rot-Weiß angesichts einer gewissen Schwüle, die über dem Kunstrasen lag, einen Gang zurück, zumal auch die eingewechselten Hakan Firat und Roman Klukowski am Sonntag nicht das Niveau ihrer Vorgänger halten konnten.

Ganz klar – der Vizemeister, der am Sonntag u.a. noch auf Mark Sattler, Lars Scheerer und Georgios Vassos verzichten musste, will auch in der neuen Saison oben mitmischen, wird es aber nicht oft so leicht gemacht bekommen wie diesmal im Kreisderby.

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