RWL reizt Relegation riesig

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Die Riesenchance von Marcel Schönrath zum Führungstor: Doch obwohl Keeper Oktay Düzgün gar nicht hinschauen konnte, bekam er die Kugel vor den Oberschenkel und fälschte den Ball zum Zentimeter am Pfosten vorbei, links Kaans Florian Heupel.

Lüdenscheid - Der Trainer war hoch zufrieden, freut sich darüber, dass Bezirksligist Rot-Weiß Lüdenscheid durch das 1:1-Remis beim abstiegsbedrohten 1. FC Kaan-Marienborn II die Chance auf die Vizemeisterschaft und die damit verbundene Aufstiegsrelegation gewahrt hat.

„Mir war von vornherein klar, dass das ein ganz schweres Spiel wird, wir haben nun gegenüber dem punktgleichen RSV den Vorteil der wesentlich besseren Tordifferenz, es also selbst in der Hand, mit einem Sieg über Wenden im Ligafinale alles klar zu machen“, meint Marco Sadowski.

Schon im Vorfeld der Partie im Breitenbachtal hatte auch Vorstandssprecher Michael Dregger versucht, die Kicker heiß auf das mögliche Liga-Nachspiel zu machen, das seit Samstag – dem Abstieg der U 23 des 1. FC Köln aus der Regionalliga – perfekt ist: die Relegation der Bezirksligavizemeister. Zwar wäre der Weg für die Rot-Weißen – oder aber eben Nachbar Meinerzhagen – mit vier Siegen in vier Spielen – äußerst steinig, aber Dregger gerät bei der Konstellation fast ins Träumen. „Bei allem Respekt vor dem Kreispokal, aber diese K.o.-Runde ist doch etwas ganz großes, da geht’s wie bei der Champions League der Profis zu. Im Blick auf solche Spiele muss man ganz einfach heiß laufen“, sagt der Funktionär in Aussicht auf einen ersten Vergleich mit dem Vizemeister der Staffel zehn.

Die Mannschaft hatte die Signale wohl vernommen, diktierte die erste Spielhälfte gegen einen diszipliniert spielenden Gastgeber, der nicht viel riskierte. Die wirklich sehr gute Innenverteidigung mit Schuppener und Heupel ließ – wie vom Coach erwartet – zwar nicht viele RWL-Chancen zu, aber doch einige hochkarätige. „Wir hätten zur Pause unbedingt führen müssen, dann wäre die Partie auch anders weitergelaufen“, trauerte Sadowski diesen vergebenen Möglichkeiten hinterher.

 Denn die rächten sich spätestens, als die Käner mit dem zweiten Torschuss überhaupt in Führung gingen. „Danach wurde das ein anderes Spiel, Kaan wechselte einen zweiten Stürmer ein, zog den Rest noch weiter zurück und setzte ja nur noch auf Konter. Wir mussten was riskieren und wurden dadurch hinten auch etwas offener“, waren die beiden Großchancen für die Gastgeber, alles klar zu machen, erklärlich. Dass es nicht mehr wurden, verdankten die Gäste auch Gürkan Besirlioglu, der über 90 Minuten praktisch keinen Zweikampf verlor.

 Obwohl RWL infolge der dicht gedrängten Spielertrauben vor dem Käner Strafraum die spielerische Linie komplett einbüßte und mit viel zu vielen langen Bällen operierte, schaffte „Matze“ Urbas noch das erlösende Tor zum 1:1, das den Rot-Weißen Raum zum nachsaisonalen Träumen eröffnet.

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