Roosters-Trainer Jari Pasanen geht ins Detail

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Ganz und gar nicht im Entspannungs-Modus: Iserlohns Trainer Jari Pasanen.

Iserlohn - Krefeld war nicht die Zeitenwende. Da ist sich Jari Pasanen sicher. Vor dem nächsten schweren Wochenende der Iserlohn Roosters in der Deutschen Eishockey Liga mit dem Heimspiel gegen die Augsburger Panther (Freitag, 19.30 Uhr, Eissporthalle am Seilersee) und dem Auswärtsmatch am Sonntag ab 19 Uhr bei den Kölner Haien wechselt der finnische Chefcoach nicht in den Entspannungs-Modus. Ganz im Gegenteil.

Zwar ist der erste Saisonsieg eingefahren, eine Trendwende sieht der Trainer der Sauerländer allerdings nicht: „Wir machen Babyschritte, aber nicht die ganz große Entwicklung.“ Letztlich ist Pasanen die „Laberei“, wie er sie nennt, ohnehin ein Dorn im Auge. „Ich will nicht Entschuldigungen verkaufen, aber was soll ich tun? Ich will den Leuten die Wahrheit sagen, auch wenn es nicht das ist, was sie hören wollen.“

Die Wahrheit bedeutet Rückstand, Trainingsrückstand. Fast eine Stunde lang beschrieb Pasanen am Donnerstag die aktuelle Situation, geht ins Detail, will, dass alle Pressevertreter auf dem Stand der Dinge sind. Der besagt: Die Hälfte seiner Mannschaft ist fit, die andere – aus unterschiedlichen Gründen – eben nicht. „Wenn wir Erfolg haben wollen, den Erfolg der vergangenen beiden Jahre, dann müssen wir aber fit sein. Genau das ist das Problem“, sagt Pasanen.

Spieler wie Caporusso, Bassen, Jaspers, Rome, Wruck oder Jones nennt er beim Namen. Diesen und ein paar anderen Jungs ist gemeinsam, dass Verletzungen, Operationen oder unzureichend gutes Sommertraining ihren Start bei den Roosters erschwert haben. „Diese Situation ist in dieser Zeit kaum mehr aufzuholen, vor allem, wenn Wochenende für Wochenende neue Sorgen hinzukommen.“ An diesem Wochenende gilt, dass mit Jones und Caporusso zwei Leistungsträger erneut ausfallen werden. „Louie war krank. Er hat sich krank in den Dienst unserer Mannschaft gestellt. Blair ist mit den Zahnärzten klar, aber jetzt gilt es, dass die Brüche heilen – und auch er hat seit drei Wochen nicht mehr hart trainiert“, so Pasanen.

Auf der anderen Seite, und daraus macht der Coach keinen Hehl, gibt es auch Spieler, die vollkommen im Saft stehen. Genau das sind diejenigen, die die Mannschaft jetzt tragen. „Dieter Orendorz, Boris Blank, Marko Friedrich haben im Sommer hervorragende Arbeit gemacht, fantastisch trainiert. Das sieht man im Moment auch – jetzt müssen wir versuchen, die anderen an ihr Niveau heranzuführen.“

Pasanen beschreibt die Unterschiede richtig. Die Wochen in Finnland oder die Erfahrung, was ein älterer Körper braucht, um fit zu bleiben, haben diese drei genannten Akteure mit auf den Weg genommen und sind ideal vorbereitet zurückgekommen.

Manch anderem fehlt, gerade in der entscheidenden Schlussphase einer Partie, aktuell die Möglichkeit zuzulegen. „Um manches wussten wir, aber nicht um alles. Zum Beispiel, dass Chad Bassen im Sommer gleich zwei Operationen benötigen würde. Aber jetzt ist es nun mal so und der Trainer muss versuchen, die Belastung der einen in Grenzen zu halten und die anderen Tag für Tag zu fördern.“ Das hat Pasanen in dieser Woche mit fein dosierter, aber intensiver Trainingssteuerung getan. Ob es für das Wochenende etwas bringt, bleibt abzuwarten.

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