Nur das Wetter könnte beim Balve Optimum stören

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Denis Nielsen jagte Cashmoaker im vergangenen Jahr überraschend zu DM-Gold im Springreiten. Der Titelverteidiger ist auch in diesem Jahr in Balve dabei.

Balve - Der lange organisatorische Arm von Rosalie von Landsberg-Velen, Turnierchefin des am Donnerstag beginnenden Reitsport-Saisonhöhepunktes Balve Optimum, hat eine schier unendliche Reichweite. Gegen einen Faktor ist aber auch die Freifrau mit ihrem Team machtlos: Das Wetter.

Und das scheint an den vier Turniertagen am Schloss Wocklum von heute bis einschließlich Sonntag nicht das beste zu werden. „Immer wieder geht der Blick zum Himmel“, äußerte eine spürbar gestresste Rosalie von Landsberg-Velen am Mittwoch am Telefon. „Wir können alles organisieren. Aber auf das Wetter haben wir natürlich keinen Einfluss“, ergänzte die Turnierchefin. 

Dabei ist dieser oft unkalkulierbare Faktor von zwei Seiten zu sehen. Was die Qualität des Sports angeht, macht sich von Landsberg-Velen keine Sorgen, selbst wenn es in Balve nass werden sollte. „Unsere Böden sind so gut, dass sie eigentlich alles vertragen, wenn es nicht gerade in Dramatik ausartet“, sagte die Freifrau. 

Komplizierter sind die Auswirkungen auf das nicht-sportliche Drumherum. Schließlich werden die Wiesen und Felder rund um die Anlage in Wocklum als Parkflächen genutzt. Wenn es sehr nass und matschig wird, könnte dies schwierig werden. „Dann müssen wir entsprechend mehr Shuttle-Busse einsetzen, auf andere Flächen ausweichen“, hat die Turniergemeinschaft Balve einen Plan B in der Tasche. 

Die Tribünen mit den Sitzplätzen im Spring- und nunmehr auch im Dressurstadion sind hingegen überdacht, so dass ein Großteil der auch in diesem Jahr mutmaßlich rund 20 000 Zuschauer an den vier Tagen im Orletal die Prüfungen in jedem Fall im Trockenen wird verfolgen können. Man sei bemüht, auch für entsprechende Stehplätze zu sorgen, hieß es. Dementsprechend appelliert Rosalie von Landsberg-Velen: „Der Regen sollte den Sauerländer nicht abhalten, zu uns zu kommen.“ 

Abhalten ließen sich auch etliche Top-Paare im Springreiten und vor allem in der Dressur nicht davon, für die Prüfungen zu den Deutschen Meisterschaften zu melden. „Ich freue mich, dass wir die gesamte Dressurelite da haben“, sagte die Optimum-Chefin. Kristina Bröring-Sprehe und Desperados, Titelverteidiger und Traumpaar der vergangenen beiden Jahre in Balve, ist dabei genauso vertreten wie eine der ärgsten Konkurrentinnen: Die hochdekorierte und erfahrene Isabell Werth. 

Bei den Springreitern wird Überraschungssieger Denis Nielsen auf Cashmoaker versuchen, seinen Coup aus dem Vorjahr zu wiederholen. Zudem geht für die Top-Athleten der Blick schon Richtung August: Balve ist in diesem Jahr wichtiger Sichtungstermin für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. 

Hinzu kommen – ob in den DM-Prüfungen oder bei den Nachwuchspreisen – einige heimische Vertreter: Elisabeth Kruse und Martina Wrede vom RV Balve gehen als Lokalmatadorinnen auf den Parcours bei der DM der Springreiterinnen, bei den Herren ist wie schon 2015 der in Neuenrade-Blintrop wohnhafte Klaus Otte-Wiese am Start. Jonas Ossenberg-Engels vom RV Altena kämpft indes unter anderem um den Junioren-Förderpreis. 

„Wir hatten hier in der Vergangenheit wirklich tollen Sport“, unterstrich Rosalie von Landsberg-Velen. Das dürfte auch 2016 nicht anders werden – mit oder ohne Wetterkapriolen.

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