24-Stunden-Rennen

Gerrit Holthaus mit einer Pechsträhne

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Zusammen mit Stephan Epp (rechts), Michael Uelwer (Zweiter von rechts, beide Wuppertal) und Volker Kühn (Zweiter von links, Bonn) teilte sich der Lüdenscheider Gerrit Holthaus (links) das Cockpit im Avia Racing-Renault Clio.

Nürburgring - Vor dem ADAC-24h-Rennen auf dem Nürburgring war Gerrit Holthaus eigentlich sehr optimistisch. Auch dank der bisherigen drei Klassensiege in der Langstreckenmeisterschaft. Doch dann ging eigentlich alles schief, was nur schief gehen konnte.

„Ich hatte mir einen anderen Verlauf gewünscht“, sagte 24h-Debütant Holthaus. „In 2017 versuche ich es nochmal, denn ich habe in diesem Jahr einiges gelernt.“ Zusammen mit Stephan Epp, Michael Uelwer (beide Wuppertal) und Volker Kühn (Bonn) teilte sich Holthaus das Cockpit im Avia Racing-Renault Clio. Oder besser gesagt, er wollte es sich teilen. Denn vom ersten Meter an im Training ging eigentlich alles schief. 

Bereits im ersten Training am Donnerstag bereitete die Kupplung Probleme. Über Nacht wurden bei Renault Deutschland in Brühl neue Teile geholt, doch auch diese brachten im zweiten Training keine Besserung. „Die Kupplungsglocke ist wohl das Problem. Und ein Ersatzteil gibt es leider in Brühl nicht“, fluchte der 32-Jährige über das Werkslager. „Unsere Jungs fahren daher in die Nähe von Köln und bauen da aus einem anderen Clio die benötigten Teile aus.“ 

Im Warm-Up am Samstagmorgen lief der Clio dann endlich. Die Zeit bis zum Rennen wurde genutzt, um letzte Probleme zu beheben. Der Clio konnte daher nicht in die Startaufstellung rollen und startete aus der Boxengasse nach. Holthaus bedauerte: „Somit konnte ich leider nicht die einzigartige Atmosphäre der Einführungsrunde genießen.“ In der mit zehn Fahrzeugen besetzten Klasse machte der Lüdenscheider schnell vier Plätze gut, ehe das Rennen nach knapp einer Stunde abgebrochen wurde. Sintflutartiger Regen und Hagel verwandelte die Rennstrecke innerhalb von Minuten zunächst in eine Rutschbahn und dann in einen großen Parkplatz. Da die Sicherheit der Fahrer nicht mehr gewährleistet war und auf teilweise verschneiter Piste selbst 500 PS starke Rennfahrzeuge nicht mehr die Steigungen auf der Nordschleife hochkamen, traf Rennleiter Walter Hornung die einzig richtige Entscheidung und stoppte das Rennen mit der Roten Flagge. Trotz zahlreicher Zwischenfälle gab es keine Verletzten. 

Es dauerte mehr als eine Stunde, bis alle auf der Strecke gestoppten Autos zurück in der Box waren. Erst nach rund drei Stunden wurde das Rennen wieder freigegeben. Beim Re-Start nahm zunächst Epp am Volant Platz. Der Wuppertaler kam allerdings mehrfach an die Boxen, weil die Windschutzscheibe beschlug. „Wir haben jetzt die Scheibe mit Rasierschaum behandelt. Ich hoffe, es hilft“, sagte Holthaus. 

Theisen-Team fährt auf den zweiten Klassenrang

Als nächstes kletterte Uelwer ins Cockpit, dann Kühn. Gegen 2 Uhr kam der Bonner im Bereich Schwalbenschwanz von der Strecke ab und beschädigte den Clio schwer. Die Avia-Mannschaft versuchte noch zu reparieren, doch die Schäden waren zu umfangreich. Lediglich für die letzte Runde am Sonntagnachmittag wurde das Fahrzeug nochmal aktiviert. Aufgrund der zurückgelegten Distanz (nur 33 Runden) erfolgte keine Wertung. Bei den Produktionswagen bis 2000 ccm mit Turbolader fuhr das Lüdenscheider Team Automobile Theisen auf den zweiten Platz von vier Startern. 

Am Steuer des Opel Astra OPC wechselten sich Vater Volker Strycek und seine Kinder Lena und Robin ab. Nach problemlosem Rennen musste sich das Familienteam knapp einem Renault Megane geschlagen geben. Team-Chef Peter Theisen war dennoch zufrieden. „Wir sind taktisch klug, vor allem defensiv gefahren. Im Zweifelsfall lieber mit Regenreifen oder Intermediates anstatt mit Slicks. Technisch war alles okay, die Boxenstopps perfekt und die Fahrer fehlerfrei. Der andere war einfach ein paar Sekunden schneller.“

Jörg Ufer

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