4. Lüdenscheider Schachtage

Konditionsschach als echter Hingucker

+
Maximilian Laufer (Mitte) auf dem Weg zurück zum Brett, Luca Bober (rechts) im Sprint zur Schachuhr: Konditionsschach war gestern im Training mit den Lindenhofschülern aus Halver eine der Hingucker bei den Schachtagen.

Lüdenscheid - Wer gerade in den Vormittagsstunden auf eine Stippvisite bei den 4. Lüdenscheider Schachtagen vorbeischaut, der darf das eine oder andere Vorurteil übers königliche Spiel revidieren. Dass es immer ruhig zugeht beim Schach zum Beispiel. Oder auch, dass beim Schach die Bewegung ein wenig zu kurz kommt.

Regelrecht abgekämpft und verschwitzt saßen Luca Bober und Maximilian Laufer von der Lindenhofschule in Halver am Mittwochmittag da –sie hatten sich gerade unter der Anfeuerung ihrer Mitschüler ein ganz enges Duell im Konditionsschach geliefert. Die beiden U10-Talente aus der Nachwuchs-Arbeit des MS Halver-Schalksmühle hatten dabei eine Partie gegeneinander gespielt – allerdings gehörte es zu den Vorgaben, dass die Schachuhr, die nach jedem Zug zu drücken war, in ein paar Metern Entfernung auf einem anderen Tisch stand. Bei fünf Minuten Bedenkzeit für die gesamte Partie wurde es wildes Zieh-und-Renn-Spektakel auf der Schachbühne des Stern-Centers. Ein Hingucker auch für Passanten. 

Die Lindenhofschüler eröffneten den zweiten Tag der Schachwoche in der Bergstadt. Die Schule aus Halver – das Schulteam ist kürzlich erst Südwestfalenmeister der Grundschulen geworden – ist inzwischen Stammgast bei den Schachtagen. Auch das kleine Simultanspiel von GM Sebastian Siebrecht gegen vier Lindenhofschüler machte den Gästen viel Spaß. Als die 90 Minuten umwaren und es mit dem Bus zurückging nach Halver – da wären einige Jungen und Mädchen aus dem Nachbarort gerne noch geblieben, um der „Faszination Schach“ – so steht es auf den Hemden des Trainerteams – beizuwohnen. Doch da warteten bereits die Gymnasiasten des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und anschließend noch die vom benachbarten Bergstadt-Gymnasium, Letztere allerdings mit eher kleinem Team. 

Souleidis mit toller Simultanbilanz

Und während es draußen weiter regnete, schneite und unwirtlich war, rüsteten sich im Stern-Center die Sauerländer, um einen Internationalen Meister herauszufordern: Georgios Souleidis, der aus Ruhrpott stammt, inzwischen aber in Hamburg lebt, bestritt das zweite Simultanmatch der Turnierwoche. Der Chefredakteur der Internet-Seite www.schach-bundesliga.de, der diesmal weg vom Beobachter und Kommentator hin zum aktiven Schachspieler zurückkehrte, erwies sich als ganze harte Nuss, die nur einer knackte, und zwar ein griechischer Landsmann aus Neuenrade: Dimitrios Lanaras von den dortigen Schachfreunden feierte die einzige Siegpartie gegen Souleidis. Der Sauerlandmeister Marc Schulze (SvG Plettenberg) holte zudem noch ein Remis. Die Souleidis-Bilanz: 22,5:1,5. Imposant.

4. Lüdenscheider Schachtage Tag 2

Imposant war auch die Blitzbilanz von Marc Schulze, der sich danach mit 100-Prozent-Ausbeute den Sieg beim zweiten offenen Blitzturnier der Woche holte. Auf Rang zwei und drei qualifizierten sich zudem Georg Mayer (vereinslos) und Pornchai Ertelt (MS Halver-Schalksmühle) fürs große Finalturnier am Samstag im Stern-Center.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare