Dorothee Schneider holt DM-Titel in der Kür

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Daumen hoch: Dorothee Schneider gewann in der Grand Prix Kür ihren ersten deutschen Meistertitel und genoss auf Showtime die Ehrenrunde vor randvollen Rängen.

Balve - Geprägt von Superlativen und Überraschungen waren die Entscheidungen um die Deutschen Meistertitel im Dressur-Viereck von Balve. Wenige Wochen vor dem Nationenpreis in Aachen (CHIO) und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im August präsentierte sich die nationale Spitze der Dressurreiter im Sauerland auf Weltklasse-Niveau und funkte ein unüberhörbares Signal an die internationale Konkurrenz.

Die DM-Titel beim Balve Optimum gingen an die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth, die im Grand Prix Special am Samstag zunächst ihr Ersatzpferd Weihegold mit hervorragenden 84,294 Prozentpunkten zu Gold tanzen und bei der späteren Zeremonie im Springstadion dann freudetrunken die Korken knallen ließ, und Dorothee Schneider. Letztgenannte war zugleich die erfolgreichste Reiterin des DM-Wochenendes. Nach Rang zwei im Special (83,176 Prozent) machte die Frankfurterin auf dem zehnjährigen Hannoveraner Showtime das sonnengeflutete Viereck am Sonntag zu ihrer Bühne und ritt in der musikalisch untermalten Kür mit 86,725 Prozentpunkten zu ihrem ersten deutschen Meistertitel.

„Showtime hat sich von Prüfung zu Prüfung gesteigert, war super konzentriert. Ich bin von diesem Pferd absolut begeistert. Dass ich als Deutsche Meisterin nach Hause fahre, hätte ich mir nicht träumen lassen“ betonte Schneider nach ihrem großen Coup. Die Weltranglistenerste und Titelverteidigerin Kristina Bröring-Sprehe hingegen musste sich mit Paradepferd Desperados nach einem dicken Patzer im Special (81,922) mit Rang drei und in der Kür (86,075) knapp hinter Schneider mit Silber zufrieden geben. Wie schon am Freitag im Grand Prix bauten „KBS“ und Desperados in der Kür einen Fehler bei den Zweierwechseln ein – und wieder nahm die keineswegs enttäuschte 29-Jährige diesen kleinen Schnitzer auf ihre Kappe.

Dritte in der Kür wurde – und das war nun wahrlich eine faustdicke Überraschung – Isabell Werth. Auf ihrem Pferd Emilio, das in Balve seine Kür-Premiere feierte, holte die Rheinbergerin Bronze (84,075) vor dem 21-jährigen Shootingstar Sönke Rothenberger, der nach dem vorläufigen Ergebnis zunächst Dritter war. Nach der Nachberechnung und 84,050 Prozent aber fiel der starke Bad Homburger mit Cosmo doch noch hauchdünn hinter die 46-Jährige auf Rang vier zurück. Mit einem Augenzwinkern bezeichnete Werth den jungen und in Balve extrem starken Rothenberger daher als „Kavalier“.

Isabell Werth präsentierte sich in Balve ohnehin bestens gelaunt. Am Samstag war sie im Special strahlende und letztlich auch ausgelassene Siegerin. Nach ihrem emotionalen Formtief im April, als die erfolgreichste Dressurrreiterin der Welt das Saison-Aus ihrer verletzten Top-Pferde Don Johnson und Bella Rose verkünden und um die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro bangen musste, feierte die 46-Jährige im Viereck von Balve ihren zwölften DM-Titel. Auf ihrem tiefschwarzen Ersatzpferd Weihegold legte die Rheinbergerin im Special einen ebenso glänzenden wie souveränen Auftritt hin und siegte mit hervorragenden 84,294 Prozentpunkten. „Ich bin super, super happy“, grinsteWerth. Bevor die Ausnahmereiterin bei der Siegerehrung einen kräftig-prickelnden Schluck aus der goldenen Champagnerflasche nahm, spritze sie den edlen Schaumwein vor Freude um sich. Turnierchefin Rosalie von Landsberg-Velen bekam ordentlich Sieger--Schampus ab, freute sich nach der Abkühlung aber freilich mit der fünfmaligen Olympiasiegerin.

Für Kristina Bröring-Sprehe hingegen verlief die erste der beiden DM-Entscheidungen eher ernüchternd. Ein Patzer ihres ansonsten so zuverlässigen Ausnahmepferdes Desperados gleich in der ersten Passage kostete der Reiterin aus Dinklage die Chance auf die Titelverteidigung im Special. „Desperados hat sich erschrocken“, begründete die große deutsche Olympiahoffnung die Schrecksekunde, als ihr Hengst am Rand des Vierecks zur Seite wegsprang und kehrt machen wollte. Zuschauer seien in der Nähe entlang gegangen. „Er hat sich aber schnell wieder gefangen“, sagte die 29-Jährige, die mit 81,922 Prozentpunkten dann immerhin noch Treppchenplatz drei rettete und am Sonntag in der Kür dann knapp hinter Schneider Zweite wurde.

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