Rapider Einbruch bei den C-Jugend-Fußballern

Kreisgebiet - Die Sportart Nummer eins ist auch nicht Jahr für Jahr auf Rosen gebettet: Der Kreisjugendausschuss des Fußballkreises Lüdenscheid rätselt noch über die Gründe, warum für die Saison 2016/17 28 Nachwuchsmannschaften weniger gemeldet wurden als für die gerade abgelaufene Spielzeit. Gerade bei den C-Junioren ist ein „rapider Einbruch“ zu verzeichnen, erklärte der Spielbetriebs-Koordinator Rüdiger Dreisbach.

Bei der Jugendleiter-Arbeitstagung 2015 hatten 199 Meldungen vorgelegen, zurzeit sind es 171. Hatte es im Sommer 2015 noch 25 C-Jugend-Mannschaften auf Kreisebene gegeben – 14 in der A-, elf in der B-Liga – blieben nach Dreisbachs Worten diesmal lediglich 16 Teams und damit genug für eine einzige Kreisliga.

Altena in der U15-Klasse weißer Fleck auf der Karte

Ähnlich wie in der A- und B-Jugend wird bei den 13- und 14-Jährigen im kommenden Spieljahr auf ein „Oberhaus“ und einen „Unterbau“ verzichtet. Die Stadt Altena ist in der U15-Klasse ein weißer Fleck auf der Landkarte, weder VfB noch FC 69 bekamen ein Team zusammen.

Doch auch in anderen Altersklassen schrumpften die Kreisligen: Statt 42 E-Junioren-Mannschaften vor Jahresfrist haben die Vereine jetzt 37 gemeldet, statt 35 F-Jugend-Teams noch 29. „Es gibt nur acht F II-Mannschaften, das habe ich noch nie erlebt“, erklärte Dreisbach.

Für Kreisjugendausschuss (KJA) und Clubs bedeutet dies, erst einmal Ursachenforschung zu betreiben, meinte der Koordinator Spielbetrieb – und außerdem bedeutet es Spielpläne in B- und C-Jugend-Kreisliga von Ende August/Anfang September bis Pfingsten, in denen es kaum Chancen für Spielverlegungen gebe. Die Kreisliga B der D-Junioren werde bis Mitte Juni spielen, daher blieben dort die Herbst- und Osterferien voraussichtlich frei, führte Dreisbach aus.

Für diese Altersklasse sprachen sich die versammelten Jugendleiter – lediglich der TSV Oestertal fehlte im LTV-Vereinsheim am Honsel in Lüdenscheid – mit großer Mehrheit für ein Modell mit A- und B-Liga und gegen ein Modell mit Findungsrunden wie bei den jüngeren Kickern aus. Noch nicht in den Berechnungen enthalten sind die Minikicker, bei ihnen ist Meldeschluss am 26. August. Nicht mehr geben, so der Spielbetriebs-Koordinator weiter, wird es den F-Jugend-Kreispokal: Das habe der Verband dem Kreis vorgeschrieben.

Mehr Benimm-Regeln auf dem Platz angemahnt

Überkreislich sah der KJA-Vorsitzende Wolfgang Kunde den Kreis Lüdenscheid gut aufgestellt: Zwölf Teams treten in der Bezirks-, eines in der Landesliga an. Weiterhin Sorgenfalten ins Gesicht treibt den Verantwortlichen jedoch der Umgangston auf und neben des Platzes. Zwar berichtete der Jugendspruchkammer-Vorsitzende Ralf Willschütz von lediglich vier Verfahren, die von den Sportrichtern in öffentlicher Sitzung entschieden wurden, doch die Qualität der gemeldeten Verfehlungen selbst bei E-Jugend-Spielen erschütterte Kunde und seine Mitstreiter. „Fairplay wird oftmals mit Füßen getreten oder mit Beleidigungen unterlaufen“, sagte der KJA-Vorsitzende. Als Maßnahme gegen die Auswüchse, die nach seinen Worten häufig durch Zurufe von Trainern oder Zuschauern befeuert würden, kündigte er die Einführung einer Begrüßung mit Handschlag sowie einer Verabschiedung auf dem Platz an. „Ich hoffe, dass auch ein bisschen mehr Benimm-Regeln auf dem Platz Einzug halten.“

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