Ziel sieht HSV als „absolut konkurrenzfähig“ an

Werdohl - „Wir haben eigentlich eine gute Saison gespielt“, ist Friedhelm Ziel mit dem Erreichten zufrieden. Tabellenplatz acht mit 24:28-Punkten erreichte die Verbandsliga-Mannschaft der HSV Plettenberg/Werdohl in dieser Spielzeit, konnte schon im März für ein weiteres Jahr in der Klasse planen. Dennoch plagte die Handballer aus dem Lennetal über die Saison gesehen eine Verletztenmisere, resümiert der Trainer.

Mit Marcel Kämmerer und Markus Bluhm zogen sich zwei Aktive verletzungsbedingt ganz vom Handballsport zurück. Kreuzbandrisse setzten Tobias Scharpe und und Björn Traumüller für Monate außer Gefecht, beide sind noch lange nicht wieder fit, zählt Friedhelm Ziel auf. „Wir haben unser Ziel frühzeitig erreicht, den Klassenerhalt schon Mitte März gesichert“, meint der Lüdenscheider. „Danach war aber nicht mehr drin, die Mannschaft ging auf dem Zahnfleisch.“

Pierre van der Hurk quasi unersetzlich

Spieler, die Blessuren oder Erkrankungen nicht 100-prozentig auskuriert hatten, stellten sich angesichts des ausgedünnten Kaders wieder und wieder in den Dienst des Teams, betont der Trainer und nennt als Beispiel Pierre van der Hurk, der als einziger Linkshänder im Rückraum quasi unersetzlich auf der halbrechten Position war.

Beispiele für die Auswirkungen der Verletztenmisere lieferte der Freitagabend: Im finalen Saisonspiel in Dortmund konnte ein nicht vollständig fitter „Bommel“ van der Hurk in der zweiten Halbzeit nicht die Tore werfen, die der HSV wegen der kurzen Deckung gegen Marc Bardischewski fehlten. Und ein an der Ferse verletzter Dominic Scheerer machte sich zwar warm, kam aber dann in der Sporthalle Hacheney nicht mehr zum Einsatz.

Auch noch in anderer Hinsicht hätte für die HSV mehr drin sein können in der zweithöchsten Spielklasse des Handballverbands Westfalen: Mit sechs Punkteteilungen gehören die Werdohler und Plettenberger zusammen mit dem SV Westerholt und dem RSVE Siegen zu den „Unentschieden-Königen“ der Verbandsliga. „In diesen Spielen waren wir absolut konkurrenzfähig und hätten alle gewinnen können.“ Potenziell sechs Punkte mehr also, zudem zwei kampflos abgegebene Zähler, als die HSV nicht in Bommern antrat – da hätten sich die Sauerländer sogar zwischen Liga-Schwergewichten wie ASV Senden und Westerholt einsortieren können, rechnet der Ingenieur im Ruhestand vor.

Vorfreude auf Spiel gegen Zweitligist Hagen

Nach dem Ausklang mit der Niederlage beim Meister OSC Dortmund, der sich damit für die Hinspiel-Niederlage revanchierte, verabschiedete sich Friedhelm Ziel auf eine fünftägige Flusskreuzfahrt, die Mannschaft hat eine Woche trainingsfrei. Danach soll der endgültige Saisonabschluss mit einer Trainingseinheit und dem Spiel gegen den Zweitligisten VfL Eintracht Hagen im Rahmen des 125. Jubiläums des TuS Plettenberg begangen werden, erklärt der Trainer. „In diesem Spiel werden Marc Bardischewski, Tarek Alissa und Jugoslav Lakic das letzte Mal das Trikot der ersten Mannschaft tragen“, fügt Ziel hinzu.

Mit dem Blick auf die Abgänge verbindet sich auch die Frage nach der kommenden Saison. Ziel hatte darüber nachgedacht, Spielmacher Michel Lengelsen als Ersatz für Bardischewski auf die halblinke Shooter-Position zu beordern. In Dortmund probierte er dies aus – mit geringem Erfolg. Die Suche nach Verstärkungen läuft weiter, „der Vorstand ist engagiert bei der Sache“, betont Ziel.

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