Handball, 3. Liga West

SGSH: Offensiver Offenbarungseid

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Kein Durchkommen: Malte Müller hier im Kampf mit drei Verteidigern des Gastes aus Lemgo.

Schalksmühle – Mit einer bösen Bauchlandung endete die zweite Heimpremiere der Saison für die Handball-Drittligist SG Schalksmühle-Halver: Im ersten Heimspiel in der Sporthalle Löh unterlag das Team von Stefan Neff nach einer indiskutablen Vorstellung der HSG Lemgo II 16:28 (4:12).

Die erste Halbzeit in der Sauna am Löh war offensiv eine der schwächsten Vorstellungen einer SGSH-Mannschaft in der Drittklassigkeit. Mit einer 6:0-Abwehr, in der der Gast viel Laufbereitschaft zeigte und die zudem mit dem Niederländer Mark van den Beucken den Mann des Abends hinter sich wusste, zogen die Lipperländer einer mal zu zaghaften, dann wieder überhasteten SGSH den Zahn. Mit jeder Minute ohne Erfolgserlebnis wurde die Verunsicherung größer. Aus dem 1:1 wurde ein 2:7 (14.), bald gar ein 3:12 (30.), ehe Ruskov noch das dritte Feldtor der Hausherren gelang zum 4:12-Pausenstand. Es gab auch Positives. Die SGSH deckte gegen Philipp Vorlicek so effektiv wie noch nie – da es sich aber um den einzigen Lichtblick handelte, war es viel zu wenig.

Nach dem Wechsel zog Stefan Neff die Sieben-Feldspieler-Variante und brachte in Ermangelung eines zweiten Kreisläufers im Kader (Luciano suspendiert) Justin Wiggershaus aus der Reserve. Bis zum 9:16 lief die Angriffs-Maschinerie gut an. Doch hinten blieben Ballgewinne aus, Zeitstrafen und leichte Fernwurf-Tore des Gastes raubten der SGSH auf der erhofften Aufholjagd jegilchen Mut. Nach dem 9:16 kassierte der Gastgeber bis zum 9:22 (44.) vor allem über die starke Flügelzange Hübscher (7/3) und Zerbe (8/3) sechs Gegentore in Folge. Das war’s. Lemgo machte es danach gnädig, bremste den allgemeinen Rausch mit einigen Wechseln aus. Die SGSH kehrte ins normale System zurück und brachte offensiv nun sogar Kapitän Maciej Dmytruszynski, der – auch ein bemerkenswerter Aspekt des Abends – mit vier Treffern noch bester Schütze der SGSH werden sollte. Der Begriff Schadensbegrenzung wirkte in diesem Kontext fast ein wenig bizarr.

Trainer Stefan Neff war nach seinem ersten Spiel als Trainer am Löh sichtlich bedient. Der Trainer sprach von einem Rückschlag und einem „Kollektiv-Versagen der gesamten Mannschaft – und da beziehe ich mich mit ein.“ In die Fehleranalyse mochte er bei der Pressekonferenz nicht gehen. Neff: „Dann würde es hier ein sehr langer Abend. Das machen wir intern.“ Lemgos Christian Plesser war einfach nur glücklich. "Die 7:1-Punkte, die wir jetzt haben, nimmt uns keiner mehr", sagte der Schwerter auf der Bank der Ostwestfalen, "hier muss man erst einmal gewinnen." Und der Zuhörer war geneigt anzufügen: vor allem in dieser Art und Weise...

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