Handball, 3. Liga West

Ein Ende-gut-alles-gut-Abend am Löh

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Sieg beim Heimkehraus gegen Habenhausen: SGSH-Kreisläufer Dominic Luciano.

Schalksmühle – Der Heimkehraus der SG Schalksmühle-Halver wurde zum Gute-Laune-Abend am Löh: 31:27 (18:13) besiegte das Team von Trainer Dragan Markovic das Schlusslicht ATSV Habenhausen, wobei der sportliche Wert angesichts der am Vorwochende gefallenen Entscheidung im Abstiegskampf überschaubar war. Es war vielmehr ein Abend fürs Sich-Gut-Fühlen am Ende einer Saison, die eben dies nicht immer leicht gemacht hatte. Umso mehr aber herrschte am Löh unter den 450 Zuschauern kollektive Ende-gut-alles-gut-Stimmung.

Dass auch ein sportlich ziemlich eindeutiges Spiel nicht irgendwie zu Ende ging – dafür sorgte ein finales Heimspiel-Bonbon, ein dramaturgisch perfekter Schachzug: In der letzten Viertelstunde durfte Mareks Skabeikis unter Standing-ovations von den Rängen noch ein letztes Mal das Tor des SGSH-Drittliga-Teams hüten. Jede Parade des 42-jährigen Letten wurde von den Fans gefeiert. Skabeikis, der in dieser Saison nach drei Jahren als Leistungsträger im Drittliga-Team nurmehr in der Landesliga-Reserve gespielt hatte, geht mit seiner Familie zurück nach Lettland. Das SGSH-Umfeld wird ihn – gemessen daran, wie die Fans den Letten hochleben ließen in der Halle und auch später bei der Verabschiedung im Foyer – sehr vermissen.

Bevor Skabeikis wie beim Comeback eines alternden Stars auf dem Theater-Parkett die Hauptrolle übernehmen und dabei alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen durfte, hatten die Protagonisten der Gegenwart bereits für klare Verhältnisse gesorgt. Todor Ruskov hatte dabei schon nach zwei Minuten stellvertretend für die SGSH-Kollegen zu spüren bekommen, dass der Gast aus Bremen kampfeslustig angereist war. Mirco Wähmann hatte Ruskov mit Wucht die Faust ins Gesicht gerammt. Nur der frühe Zeitpunkt im Spiel und die allgemeine Unsicherheit der Referees ersparten ihm wohl die Rote Karte.

31:27-Erfolg beim Heimkehraus der SGSH gegen ATSV Habenhausen

Die SGSH hatte sich davon indes nicht beeindrucken lassen. Nach dem 5:4 (9.) war sie davongezogen bis auf 14:8 (23.). Auch deshalb, weil Achim Jansen seine anfängliche Ladehemmung eindrucksvoll ablegte, weil Eskericic und Weßeling aus dem Rückraum trafen – und weil Formella ein Qualitätsdefizit des Schlusslichtes im Abschluss offenlegte. Zur Pause war beim 18:13 alles auf einem guten Weg für die SGSH.

Julian Mayer bester SGSH-Werfer

Nach dem Wechsel lief es bis zum 22:15 (38.) weiter wie am Schnürchen für die SGSH. Als dann Dragan Markovic durchwechselte, um beim Heimkehraus alle mitmachen zu lassen, ging kurzzeitig der Faden verloren, erzielte der ATSV vier Treffer in Folge (22:19; 41.). Der agile Müller, Wardzinski und ein im zentralen Rückraum mit Unterwürfen immer wieder sehr effektiver Julian Mayer - mit sieben Treffern diesmal bester Werfer seines Teams - legten aber direkt zum 25:19 nach (43.).

Und dann brach die Zeit der Skabeikis-Paraden an – eine Art Warm-up für die Kehraus-Party im Hallenfoyer, wo Timo Blumberg als Conferencier in allgemein bierseliger Stimmung die Verabschiedung von Spielmacher Christian Feldmann ("Ich bedanke mich bei allen für elfeinhalb tolle Jahre hier..."), Mareks Skabeikis und auch von Trainer Dragan Markovic moderierte. 

Markovic wird nur noch einmal auf der SGSH-Bank sitzen: Nach dem letzten Saisonspiel am Samstagabend in Krefeld geht es direkt zur bosnischen Nationalmannschaft, die sich auf die Relegation gegen Schweden vorbereitet, danach weiter nach Willstädt, wo Markovic an ehemaliger Wirkungsstätte an einer erfolgreichen Zukunft seines bis in die Oberliga abgerutschten Herzensvereins basteln will. Der SGSH wünschte Markovic beim Abschied vom Löh viel Glück für die Zukunft und „in ein paar Jahren mindestens die 2. Liga“…

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