Handball, 3. Liga West

Starkes Lux-Debüt rettet die gute Laune

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Drei Tore in sieben Debüt-Minuten in der 3. Liga: Basti Lux aus der eigenen A-Jugend feierte einen tollen Einstand.

Krefeld – Die Sporthalle Königshof in Krefeld war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Das war beachtlich, denn sportlich ging es ja um nicht mehr wirklich viel. Und doch brannte die HSG Krefeld noch ein letztes kleines sportliches Feuerwehr ab, zumindest 30 Minuten lang. Leidtragende war die SGSH, die beim 12:21 zur Pause Kurs genommen hatte in Richtung höchste Saison-Niederlage. Mit einer besseren zweiten Halbzeit korrigierte das Markovic-Team diesen Kurs aber noch und verlor beim Saisonkehraus letztlich nur 27:33 (12:21).

Dass die vielen mitgereisten Fans trotzdem am Ende gute Laune hatten, war einem besonderen Umstand zu verdanken: In den letzten sieben Minuten feierte mit Basti Lux ein Ur-Schalksmühler aus der eigenen A-Jugend seine Drittliga-Premiere. Er feierte sie nicht irgendwie. Lux warf in der kurzen Zeit drei Tore, es war ein Einstand der fulminanten Sorte des schnellen Linksaußen. Ein Einstand, der den Anhang begeisterte.

Ein Einstand zudem, der erst durch den Verzicht von Max Büchel möglich geworden war: Büchel hatte zum Abschied eigentlich noch einmal vermehrt Spielanteile bekommen sollen, doch der Herner hatte die SGSH gebeten, seinen Abschied auf den Trainingsabend am Donnerstag vorzuziehen – zum Spieltermin in Krefeld bat er aufgrund eines privaten Termins um seine Freigabe. Wenn man so will, verabschiedete sich der Youngster durch die Hintertür.

SGSH verliert Saisonausklang 27:33 bei der HSG Krefeld

An der Begeisterung fürs Lux-Debüt änderte dies nichts. Die erste Halbzeit hatte die Fans dagegen weniger begeistert. Während die Krefelder ihren Heimkehraus zelebrieren wollten und noch einmal Vollgas gaben, war die SGSH mit vielen Situationen überfordert. Vorne lief das Angriffsspiel gegen die 5:1-Abwehr der HSG unrund, taten sich mit Ausnahme von Lutz Weßeling, der die ersten vier SGSH-Tore erzielte, alle extrem schwer. Und hinten nahm die SGSH nie das Tempo und die Zweikampf-Leidenschaft des Mast-Teams an. Schon beim 16:6 (17.) war alle Spannung dahin. „Es war hier ein so tolles Publikum“, sagte Dragan Markovic nach dem Spiel, „aber wir haben in der ersten Halbzeit eine wirklich schlechte Leistung gezeigt. Das hatten die Zuschauer nicht verdient.“

SGSH beendet Saison auf Tabellenplatz 13

Nach dem Wechsel gönnte Olaf Mast seinem Haupttorschützen Maik Schneider (10) zunächst offensiv eine Pause und ersetzte den starken Nippes im Tor durch Nils Thorben Schmidt, der eigentlich hinter Nippes und Ruch nur Krefelds Drittkeeper ist. Bei der HSG ging damit auch ein wenig der allerletzte Biss verloren, die SGSH dagegen stemmte sich nun gegen ein finales Debakel. Mit Erfolg. Fortan war die Partie eher schon ausgeglichen, als dann später auch noch der nach langer Verletzungspause überragende HSG-Kreisläufer Marcel Görden (7) offensiv Platz machte für Robin Spickers, kam die SGSH auf der Zielgeraden nach dem 31:22 (53.) sogar noch ein wenig heran und sorgte für ein Ergebnis, das gegen diesen Gegner nicht gar so wehtat.

Während die SGSH im Endklassement tatsächlich noch auf den 13. Platz abrutschte, beendete die HSG Krefeld die Saison auf Rang drei und feierte dies ausgelassen und mit einer Kampfansage fürs nächste Jahr: „Was meine Mannschaft heute in der ersten Halbzeit gezeigt hat, war sensationell“, sagte Olaf Mast, „die Mannschaften, die in der Tabelle vor uns stehen, hatten Glück, dass wir so lange nicht vollzählig waren. Sonst hätte es nur einen Meister geben können in dieser Saison: die HSG Krefeld…“

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