Handball, 3. Liga West

Der Druck auf die SGSH wächst

+
Führte in der ersten Halbzeit mit viel Tempo Regie bei der SGSH: Alexandre Brüning (Mitte), hier attackiert von Ratingens Spielertrainer Simon Breuer (links) und Dominic Kasal.

Schalksmühle - Es hätte der nächste Schritt sein sollen – doch den hat die SG Schalksmühle-Halver verpasst. „Wir spielen jetzt zum dritten Mal unentschieden in dieser Saison und das ist auf jeden Fall das Unentschieden, über das ich mich am wenigsten freue“, urteilte Stefan Neff, Trainer des Handball-Drittligisten, nach der 29:29-Punkteteilung bei der zuvor mit 0:8-Zählern gestarteten SG Ratingen.

Stefan Neff betrachtete den Punktgewinn unter seinen unterschiedlichen Aspekten: „Wir hatten in der ersten Halbzeit alles im Griff und fanden in der zweiten Halbzeit keinen Zugriff mehr. Das hatte nicht mehr viel mit dem zu tun, was wir eigentlich machen wollten. Es ist ein bisschen enttäuschend, aber am Ende sind wir trotzdem froh, dass wir wenigstens einen Punkt mitnehmen und nicht mit leeren Händen nach Hause fahren.“ 

Der erste Saisonsieg der Schalksmühler und Halveraner sollte im Ratinger Sportzentrum West eingefahren werden – und 30 Minuten lang waren die Gäste auf einem guten Weg gewesen. „Wir hatten vor zwei Wochen ein ganz grausames Spiel, dass wir dann so stark und mit so viel Selbstvertrauen in dieses Spiel gehen, spricht für den Charakter der Mannschaft“, sah Neff das 16:28 gegen die HSG Lemgo II als abgehakt an. Angeführt von einem schnellen, wendigen Alexandre Brüning und dem in die Lücken stoßenden Dominic Luciano setzte sich die SGSH auf 18:12 ab. 

„Wir haben meiner Meinung nach vieles richtig gemacht, lassen sogar noch ein, zwei Gegenstoß-Chancen liegen, bei denen wir uns noch ein bisschen mehr hätten absetzen können. Nichtsdestotrotz ist eine Fünf-Tore-Führung in Ordnung nach 30 Minuten.“ Diese Führung schmolz jedoch in der zweiten Hälfte dahin, zeitweise lagen die „Ratinger Löwen“ sogar mit zwei Toren vorn und waren drauf und dran, ihre „Beute“ endgültig zu Boden zu bringen.

Dass es dazu nicht kam, verdankte die SGSH auch dem nie erlahmenden Willen eines Lutz Weßeling, der wiederholt in die Rückraum-Mitte auswich, und Maciej Dmytruszynskis Fähigkeiten als Abwehr-Organisator. Etwas mehr, so Stefan Neff, hätte von den beiden eigenen Torhütern kommen müssen. Doch weder Dominik Formella noch Luca Jannack stellten einen Rückhalt dar. „Wenn sie nur einen Ball mehr halten, dann gewinnen wir hier“, schüttelte der Hagener nach der Partie den Kopf. 

Doch nicht nur auf der Torwart-Position war der SGSH-Auftritt verbesserungsfähig: Julian Mayer, Niklas Polakovs oder Natko Merhar blieben bei je einem Treffer stehen, Achim Jansens drei Tore erzielte der Rechtsaußen, der ebenso wie Dmytruszynski in Ratingen seinen ehemaligen Mitspieler Artur Giela herzlich begrüßte, sämtlich in der ersten Halbzeit. So lastete die Verantwortung vorne auf zu wenigen Schultern. 

Einen neuen Anlauf auf den ersten Saisonsieg nimmt die SG Schalksmühle-Halver am Freitag bei der Ahlener SG, die nach der 34:37-Niederlage in Leichlingen einen Punkt vor der Neff-Sieben liegt. Der Druck auf die SGSH ist gestiegen: Denn nach Ahlen folgen die Partien gegen die Liga-Schwergewichte Dormagen, Hagen und Neuss. „Wir haben fünf Spieltage gespielt, das braucht alles noch ein bisschen. Momentan müssen wir alles mitnehmen, was wir kriegen. Wir haben im Moment drei Punkte, das ist das, was uns zusteht.“

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare