Handball, 3. Liga West

SGSH: Trainingsfrei für freien Kopf

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Ein Bild der maximalen Frustration am Samstagabend: Lutz Weßeling (rechts).

Schalksmühle - In der Nacht vom Samstag auf den Sonntag hat Stefan Neff nicht gut geschlafen. Das 16:28 am Samstagabend gegen die HSG Lemgo II hatte dem Trainer des Handball-Drittligisten SG Schalksmühle-Halver den Schlaf geraubt. Wie geht man um mit so einer Niederlage? Abhaken? Draufhauen? Stefan Neff reagierte überraschend. Er gab dem Team für Montag trainingsfrei.

"Man kann die Dinge von vielen Seiten beleuchten“, sagt Neff, „man kann sagen: ‘Solche Tage gibt es’ – das ist nicht verkehrt. Man kann auch sagen: ‘Es sind nur zwei Punkte’ – auch das ist nicht verkehrt. Ich bin jetzt seit dreieinhalb Monaten im Amt. Es gibt vieles, was mir noch nicht gefällt, aber wir haben davor drei gute Spiele gemacht. Das Spiel gegen Lemgo II war der absolute Negativ-Ausrutscher. Das liegt nicht an den Fähigkeiten. Ich glaube, am Samstag hat einfach der Kopf dicht gemacht, was auch dieser sehr langen, sehr intensiven Zeit geschuldet ist. Ich verlange ja gerade vom Kopf her viel von den Spielern. Und deshalb trage ich auch die Verantwortung.“

Neff also gönnt dem Team nach der intensiven Vorbereitung, in der es kaum freie Tage gegeben hat, nun einen freien Tag, um den Kopf wieder frei zu bekommen. „Es geht darum, jetzt die richtigen Maßnahmen zu ergreifen und in Ratingen in zwei Wochen wieder eine andere Leistung abzurufen“, sagt er. In Ratingen wartet nun richtiger Abstiegskampf – das Löwenrudel steht mit 0:8-Punkten mit dem Rücken zur Wand. Auch bei der SGSH wächst derweil der Druck. 

In die Einzelkritik mag der Trainer nach dem Lemgo-Spiel gar nicht recht gehen. „Wo sollen wir da anfangen und aufhören bei dieser Leistung?“, fragt er, „die Frage ist ja, was überhaupt positiv war. Vielleicht die Arbeit in der 6:0-Abwehr, aus der wir aber viel zu wenig gemacht haben. Und vielleicht auch noch die Debüts von Justin Wiggershaus und Luca Jannack. Aber sonst?“ 

Schwache SGSH verliert am Löh 16:28 gegen die HSG Lemgo II

Der Hagener findet es viel interessanter, welche Reaktion nun gezeigt wird. „Niemand braucht das, aber es ist auch eine spannende Zeit“, sagt er, „wie geht eine Mannschaft mit so etwas um? Wer geht vorneweg?“ Am Samstag gegen Lemgo II war es allenfalls der Kapitän. Maciej Dmytruszynski stand hinten gewohnt gut und machte dann auch noch offensiv ein gutes Spiel, freilich zu einem Zeitpunkt, als das Spiel nicht mehr ganz so ernsthaft und umkämpft wie vorher war. 

Am Dienstag geht es mit Volldampf ins Training, wobei Neff dem Team am spielfreien Wochenende kein zusätzliches Training aufbürdet. Mit dabei sein wird nun auch Dominic Luciano wieder. Zur Suspendierung steht Neff. „Von dieser Linie werde ich nicht abrücken“, sagt er, „es wäre am Samstag auch mit ihm nicht anders gelaufen. Die Mannschaft hat dies mitgetragen und auch grundlegend Verständnis. Trotzdem freue ich mich natürlich, dass Dominic nun wieder dabei sein wird.“

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