Handball, 3. Liga West

SGSH sucht den Killerinstinkt

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Zeit für den ersten Sieg: Lutz Weßeling reist mit der SGSH nach Ahlen.

Schalksmühle - Ein Drittel der Hinrunde ist vorbei in der 3. Liga West. Die SG Schalksmühle-Halver ist die Remiskönigin dieses Drittels. Drei Unentschieden in fünf Spielen, daran kommt kein Team heran. Was der SGSH noch fehlt, das ist ein Sieg. Genau den fordert Trainer Stefan Neff vor dem Gastspiel am Freitagabend bei der Ahlener SG (20 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle).

„Die erste Halbzeit in Ratingen war unsere beste Halbzeit der Saison“, sagt Neff und betont mit Blick auf das 29:29 das Positive. Die zweite Halbzeit wollte danach allerdings nicht recht zur ersten passen, weshalb es trotz einer Sechs-Tore-Führung nur einen Punkt gab. „Was uns fehlt, das ist der Killerinstinkt“, sagt Neff, „genau den brauchen wir nun in Ahlen.“ 

Die Ahlener SG und die SGSH – diese beiden Vereine haben ja durchaus eine gemeinsame bewegte Vergangenheit. Unter Trainer Rob de Pijper, der heute den TuS Volmetal trainiert, waren es die Ahlener, die die SGSH im Mai 2011 am letzten Spieltag mit einem 25:24-Sieg in Halver in der Premierensaison der neuen 3. Liga West zurück in die Oberliga schubsten. Ein Jahr später folgte die ASG der SGSH nach unten. So galten die beiden vor der Spielzeit 2012/13 in der Oberliga als die beiden Topfavoriten auf den Aufstieg. Den Titel holte die SGSH, doch gegen Ahlen sah das Grasediek-Team beim 24:24 daheim und beim 24:35 in Ahlen nicht gut aus. Schnee von gestern ist das. Es gibt nur noch wenige im SGSH-Kader, die sich daran erinnern können. 

Der jetzige Trainer Stefan Neff hat auch Erinnerungen an Ahlen, vor allem gute. „Mit dem TuS Volmetal habe ich zweimal in Ahlen gewonnen“, sagt er und freut sich auf die Reise zum Ex-Zweitligisten mehr als vor Wochenfrist auf den Tripp nach Ratingen. „Sportlich sind die beiden Gegner vergleichbar stark“, sagt Neff, „aber in Ahlen – da ist immer viel los. Allein die Atmosphäre ist viel motivierender.“ 

Dem Bertow-Team begegnet Neff mit großem Respekt. „Mit Rogowski und Wiegers haben sie gestandene Zweitliga-Spieler dabei, mit Stukalin einen Dreh- und Angelpunkt“, sagt er, „das ist eine gute Truppe. Und sie hat nach dem Aufstieg viel Selbstvertrauen.“ 

Trotzdem soll der Westfalenmeister, bei dem Keeper Tesch (Bänderriss), Stukalin (Erkältung) und Werner (Schleudertrauma) wohl ausfallen werden, in die Schranken gewiesen werden. Mit einer ähnlichen Leistung wie in den ersten 30 Minuten in Ratingen. Kompakt in der Abwehr und mit Vollgas im Umschaltspiel. Ob Neff dabei auch nur annähernd die volle Breite des Kaders nutzen kann, ist allerdings ungewiss. Neben Keeper Plessers und Kreisläufer Müller fällt in Ahlen auch Florian Diehl aus. Diehl hat sich in Ratingen eine Bänderdehnung zugezogen und wird acht bis zehn Tage pausieren müssen.

 „Dazu kommt, dass bei uns die Grippewelle zugeschlagen hat“, sagt Neff. Natko Merhar hat es erwischt und Achim Jansen. Dazu ist auch Todor Ruskov, der nach einem Infekt schon in Ratingen hatte passen müssen, noch nicht wieder richtig fit. Es sind personelle Handicaps, keine Entschuldigungen. Im Gegenteil. Die Lage soll die Sinne der anderen schärfen. Wenn die SGSH den Killerinstinkt entdecken, den Traum vom ersten Sieg verwirklichen will, darf sich nun erst recht niemand verstecken. In keiner Phase des Spiels.

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