SG Schalksmühle-Halver

Neues Gift gegen die 3:2:1-Abwehr

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Die 3:2:1-Abwehr des TV Emsdetten schmeckte Lutz Weßeling und der SGSH am Samstag nicht. Mit dem siebten Feldspieler zwang die SGSH den Gast allerdings zurück ins 6:0-System und war fortan viel erfolgreicher.

Halver - Eine Sportart im Wandel: Während die anderen Regel-Änderungen den Charakter des Handballspiels nicht wirklich verändern, hat die Modifizierung des Paragrafen, der den Einsatz eines siebten Feldspielers regelt, das Potenzial, größeren Einfluss auf die Sportart zu nehmen.

Wer sich am Samstag an der Mühlenstraße den Vergleich der SGSH gegen Emsdetten anschaute, der konnte nachher zum Schluss kommen, dass die Abwehrleistung der SGSH den 25:20-Sieg gegen den Favoriten beschert hatte. Diese Einschätzung ist nicht falsch, und doch ist sie nur die halbe Wahrheit. Eine noch so gute Abwehr hätte wahrscheinlich nicht ausgereicht ohne die Option eines siebten Feldspielers. 

„Es gibt diese neue Regel, und dann muss man sehen, was man damit machen kann“, sagte SGSH-Trainer Stefan Neff nach dem Sieg gegen den Zweitligisten zufrieden. Er hatte ab der 16. Minute in jedem aufgebauten Angriff seinen Torhüter auf die Bank und einen siebten Feldspieler aufs Parkett beordert. Abgesehen von wenigen Gegenstoßtoren und den nur zwei Treffern in der ersten Viertelstunde hatte die SGSH alle Tore in „Überzahl“ erzielt. Es war ein erfolgreiches Experiment gewesen. 

In den ersten Minuten hatte die SGSH sich einen echten Arbeitsauftrag abgeholt. Gegen die 3:2:1-Abwehr hatte sie nicht die richtige Spielidee, kein Konzept griff. Daran müsste sie nun eigentlich arbeiten. Oder sie muss es eben nicht, denn sie hat ja nun diese Option in der Hinterhand, die es bisher so nicht gab. Sie kann den siebten Feldspieler bringen. Der TV Emsdetten reagierte darauf mit dem Rückzug der Abwehr ins 6:0-System. 

Bei näherer Betrachtung eine logische Konsequenz. So werden am Ende wohl viele Mannschaften mit offensiver Abwehrvariante reagieren. Letztlich gehört eine gehörige Portion Mut dazu, in Unterzahl weiter auf offensive Formationen zu setzen. Natürlich birgt diese Sieben-Feldspieler-Variante für die angreifende Mannschaft die Gefahr, bei leichten Ballverlusten auch mal leichte Gegentreffer ins leere Tor zu bekommen. Allerdings wirft nicht jeder Torwart, nicht einmal jeder Feldspieler den Ball über größere Distanz so traumhaft sicher ins leere Tor wie aktuell Nationalkeeper Andreas Wolff bei den Olympischen Spielen in Rio. 

Am Freitag gegen die SG Menden Sauerland Wölfe

Die Emsdettener hatten am Samstag fast eine Dreiviertel-Stunde die Möglichkeit, Bälle zu gewinnen und durch Fernwürfe in Tore zu verwerten. Exakt ein Tor fiel aber nur so – Oddur Gretarsson warf es. Der neue ungarische Keeper Endre Komendánt dagegen verfehlte das SGSH-Tor zweimal – wenn man so will, waren es zwei leichte Ballgewinne für die Gastgeber. 

Am Sonntag gegen Hagen II verzichtete Neff übrigens komplett auf den Einsatz eines siebten Feldspielers. Die Abwehr der Hagener deckte im 6:0-Format und war auch so zu knacken. Die Torhüter dürfte es gefreut haben, für sie bedeutet das neue Wechselspiel ja eine große Rennerei, immer neue Antritte. Die Zeiten, in denen es gerade Keeper gemächlicher angehen lassen konnten – sie sind wohl ein für alle Mal vorbei.

Das Testspielprogramm der SGSH geht am Freitagabend um 20 Uhr an der Halveraner Mühlenstraße mit einer Partie gegen Oberligist SG Menden Sauerland Wölfe weiter. Am Samstag trifft das Neff-Team dann in Kreuztal im Rahmen eines Dreierturniers auf Hessen-Drittligist Groß-Umstadt und Zweitligist TuS Ferndorf.

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