Handball-Verbandstag

Willi Barnhusen folgt auf Michael Neuhaus

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Neuer Präsident des HV Westfalen: Willi Barnhusen.

Unna - Der Handball-Verband Westfalen hat seit Samstag einen neuen Präsidenten: Es ist Willi Barnhusen. Barnhusen tritt nach einem denkwürdigen Verbandstag in der Stadthalle in Unna die Nachfolge von Michael Neuhaus (Bielefeld) an. Der bisherige Mädchenwart aus Unna wurde im dritten Wahlgang mit großer Mehrheit gewählt.

Für Klaus Krass, den 1. Vorsitzenden des Kreises Lenne-Sieg, war es der erste Verbandstag – und er kehrte einigermaßen beeindruckt vom Geschehen zurück. Neuhaus, der vor drei Jahren gewählt worden war und zwischenzeitlich mit dem Gedanken gespielt hatte, gar nicht erneut zu kandidieren, hatte zu Beginn des Verbandstages eine sehr engagierte, mitreißende Rede gehalten. 

Bei den Wahlen indes fielen ihm die vergangenen drei Jahre vor die Füße. Zu häufig soll sich der Bielefelder vor Sitzungsterminen gedrückt haben, zu wenig von angestrebten und angekündigten Dingen tatsächlich umgesetzt haben. Dazu gefiel offensichtlich auch sein doppeltes Engagement beim DHB (Lehrwart) und HV Westfalen (Präsident) nicht allen Delegierten. 

So beantragte am Samstag ein Stimmberechtigter eine geheime Wahl. Der erste Wahlgang wurde als ungültig erklärt, weil auch Präsidiumsmitglieder mit abgestimmt hatten. Im zweiten Wahlgang erhielt Neuhaus zwar eine knappe Mehrheit, aber auch 27 Gegenstimmen. Neuhaus zog die Konsequenz und nahm die Wahl nicht an. Der Verbandstag erlebte so eine kleine Krise. Der Antrag auf Aussetzung aus dem Kreis Hellweg wurde mit Mehrheit abgelehnt. 

Geehrt: Hilmar Schöler und Roland Janson.

Was folgte, waren gleich zwei neue Kandidaturen: Zum einen bewarb sich der neue Vorsitzende des Kreises Hellweg, Sebastian Elberg. Zum anderen warf Willi Barnhusen seinen Hut in den Ring. Barnhusen hatte nach den Neuhaus-Bekundungen, nicht mehr kandidieren zu wollen, bereits über eine Kandidatur nachgedacht, sich dann aber aus Loyalität gegenüber Neuhaus dagegen entschieden. Nun also trat Barnhusen doch an und gewann im dritten Wahlgang die Wahl mit 51 der abgegebenen Stimmen. 

Barnhusen nahm die Wahl an, rügte gleichwohl direkt anschließend das Verhalten der Funktionäre, wünschte sich für seine Amtszeit, dasss Probleme offener angesprochen werden sollen. Das Team, auf das Barnhusen zählen darf, hat alte und neue Gesichter. Vizepräsident Finanzen bleibt Uli Copar (Castrop-Rauxel), Vizepräsident Jugend Carsten Korte (Paderborn) und Vizepräsident Spieltechnik Andreas Tiemann (Hille). Reiner Jahnke trat als Vizepräsident Recht nicht mehr an. Seine Nachfolge übernahm Marcel Marchill, Schiedsrichterlehrwart im Kreis Gütersloh und Professor für Journalistik an der Universität Leipzig. 

Bezirke geräuschlos zu Grabe getragen

Im Schatten dieser personellen Debatten wurden am Samstag zudem mit der Verabschiedung der beantragten Änderungen der Satzung wie erwartet auch relativ geräuschlos die beiden Bezirke zu Grabe getragen. Die Satzung sieht nun keine Bezirke mehr vor. Aus den Bezirken wurden zahlreiche über viele Jahre und Jahrzehnte für den Handball aktiven Funktionäre mit Ehrungen bedacht. 

So auch der frühere Vorsitzende des Kreises Lenne-Sieg, Hilmar Schöler (Netphen), der über Jahrzehnte im Bezirk Aufgaben als Spielwart und Staffelleiter übernommen hatte. Mit der Abschaffung des Bezirks endet nun auch offiziell Schölers Funktionärs-Laufbahn. In Unna erhielt er die DHB-Ehrennadel in Silber und die Ehrennadel des HV Westfalen in Gold. 

Goldene Ehrennadel für Roland Janson

Auch Roland Janson wurde mit einer Ehrennadel des HV Westfalen in Gold bedacht. Für Janson allerdings ist dies nicht das Ende auf Funktionärs-Ebene, im Gegenteil: Der Burgstädter war kürzlich beim ordentlichen Schiedsrichtertag des HV Westfalen zum neuen Lehrwart im Verband gewählt worden und ist damit nun aus dem Handballkreis Lenne-Sieg der hochrangigste Funktionär. „Mich freut das ganz besonders, dass auch zwei Mitstreiter aus unserem Kreis geehrt worden sind“, stellte Klaus Krass zufrieden nach seiner Rückkehr aus Unna fest.

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