Fußball

Beleidigung aus politischem Spektrum

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Udo Klüter hat beim zweiten Fall den Kammervorsitz.

Lüdenscheid - Wenn am Montagabend ab 18 Uhr im Friedrichshof in Lüdenscheid die Spruchkammer des Fußballkreises Lüdenscheid zusammenkommt, dann wird sie gleich zwei Fälle verhandeln.

Eine Altlast aus der alten Saison wird dabei zum zweiten Mal Thema sein, dazu kommt indes ein Fall aus der aktuellen Spielzeit, der eine neue Qualität der Beleidigung zwischen türkischen Sportlern aufs Tapet bringt – eine Beleidigung aus dem politischen Sektor. Am 18. September war der Türkische SV Lüdenscheid III in der Kreisliga D beim TSV Oestertal II zu Gast. Das Spiel endete 8:0 für die Plettenberger Gastgeber, zur Halbzeit hatte es bereits 4:0 gestanden. Der Referee war auch ein türkischer Landsmann. Es gibt Indizien, dass er nicht eben zart besaitet war. Für die Beleidigung „Pisser“ hatte er einem Lüdenscheider Kicker sogar laut Spielbericht nur die Gelb-Rote Karte gezeigt. 

Ein anderer Bergstädter sah dann allerdings die Rote Karte. Auch er hatte den Schiedsrichter beleidigt – und zwar als „Fetocu“. Der Referee erklärt dies als „Parallelstaat“ in der Türkei – die Beleidigung sei inhaltlich zu übersetzen mit „Volksverräter“. Dass der Kicker nebenbei auch noch Brust an Brust vor dem Schiedsrichter gestanden haben, ihn zudem als „Hurensohn“ bezeichnet und auch noch bedroht haben soll – all das dürfte, wenn sich die Vorwürfe als richtig herausstellen sollten, keine günstige Prognose für eine baldige Rückkehr auf die Kunstrasenplätze des Kreises bedeuten. 

Im zweiten Fall des Abends geht es um einen Spieler von RW Lüdenscheid II, gegen den zum zweiten Mal verhandelt wird. Der Stürmer hatte sich in der alten Saison im Gastspiel bei Karadeniz Werdohl – dem Sonderbericht von Schiedsrichter Schwarzelühr folgend – nicht eben gut benommen. Eine Tätlichkeit gegen einen Funktionsträger aus dem Umfeld des eigenen Vereins wird ihm zur Last gelegt, eine Schiedsrichter-Beleidigung und das Zerstören einer Tür im Umkleidetrakt. Es sind zwei Fälle, die für den Amateur-Fußball im Kreis Eindruck machen, aber keinen guten. 

Die Spruchkammer verhandelt den ersten Fall unter Vorsitz von Heiko Kölz, den zweiten Fall unter Vorsitz von Udo Klüter, weil hier Kölz als Mitglied von RW Lüdenscheid nicht mitverhandeln darf.

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