RWL trotzt personellen Widrigkeiten

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Pure Erlösung nach 88 höchst anstrengenden Minuten: „Matze“ Urbas gratuliert dem Entscheidungstorschützen Roman Klukowski

Lüdenscheid - Die Spielerdelegation des FSV Gerlingen, die den spielfreien Sonntag nutzte, um sich in Ottfingen die Lüdenscheider Rot-Weißen als nächsten Gegner anzugucken, waren vom 4:2-Gästesieg offenbar nicht sonderlich angetan.

Dafür zeigte sich RWL-Coach Marco Sadowski vom Auftritt seiner Elf am Siepen schwer beeindruckt. Während ein Akteur aus FSV-Reihen „vom schwachen Spiel“ sprach, das er gesehen hatte und sich die Gerlinger in erster Linie freuten, weil Verfolger Meinerzhagen zwei Zähler gegen Niederschelden hatte liegen lassen, war Sadowski um Zentnerlasten erleichtert über den Erfolg des RWL-Teams, das buchstäblich aus der Hutschnur gezaubert werden musste.

Insgesamt neun Ausfälle musste der Coach verkraften, kurzfristig hatten in der Nacht noch Keeper Brackmann und Routinier Rizzi krankheitsbedingt gepasst. Da wurde es eng im Aufgebot des Bezirksligisten: Mit Stergios Kalpakis stand ein A-Jugend-Keeper in der Startelf, mit Nils Buchwalder und Tony Esposito saßen zwei weitere Junioren, die schon das Jugend-Spitzenspiel in Dröschede in den Beinen hatten, neben Yasin El Hadje auf der Bank – das war’s. „Wir haben uns gesagt, was soll’s, wir rocken das schon“, baute der Coach schon vor dem Anpfiff auf Moral und zurückgewonnenes Selbstvertrauen seiner Truppe.

20-minütiger Angriffswirbel

Und die dankte die Rückendeckung mit einem knapp 20-minütigen Angriffswirbel zur 3:0-Führung plus zusätzlicher Chancen, dem die Ottfinger in keiner Weise gewachsen waren. Wobei den Gästen entgegenkam, dass der SVO mit Yasin Colak seinen wohl leistungsstärksten Akteur zunächst auf der Bank belassen hatte. Trainer Martin vertraute der Elf, die beim Pokal-K.o. gegen Lennestadt (3:4) überzeugt hatte, korrigierte die Formation aber schon nach 14 Minuten und drei Gegentoren. Folge war, dass die Ottfinger sich defensiv stabilisierten und dann plötzlich ihre kämpferischen Fähigkeiten wiederentdeckten.

RWL verlor die Kontrolle über das Mittelfeld, auch wenn sich der überragende Jungehemann Timo Sommer immer wieder bemühte, das Spiel zu beruhigen. RWL geriet zunehmend unter Druck, packte aber auch selbst Kampf und Leidenschaft aus. „Da hat die Mannschaft gezeigt, dass auch sie um jeden Zentimeter Boden fighten kann“, freute sich der Coach nach dem Happyend, das RWL den ersten Sieg auf dem gefürchteten Siepen nach knapp zehn Jahren bescherte. Selbst wenn Tabellenführer Gerlingen mit breitem Rücken am Maifeiertag zum Nattenberg kommt: Auch RWL sieht sich wieder auf aufsteigendem Ast und dürfte wohl wieder mehr personelle Alternativen zur Verfügung haben.

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