Zur Not die Küche putzen

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Ausgelassen gefeiert wurde nach dem Schlusspfiff nicht nur auf dem Platz, sondern auch noch in der Kornkammer.

Lüdenscheid - Neben der Kornkammer am Frankenplatz, die sonntags eigentlich gar nicht geöffnet hat, standen am Sonntagabend Sporttaschen. Es waren die Taschen des Meisters. In der Kornkammer stieg die große Aufstiegssause. Der SC Lüdenscheid tanzte zur Bezirksliga-Rückkehr auf den Tischen.

Ausgelassen und erleichtert, durstig und nimmermüde nach dem 3:3 beim FC Eiserfeld, mit dem die Bezirksliga-Rückkehr perfekt gemacht worden war. Auch Peter Schmalenbach schaute kurz vorbei in der Kornkammer, die extra für den SCL geöffnet hatte. Erst mittags war der Fußball-Abteilungsleiter des SCL aus dem Krankenhaus gekommen. „Nachfahren wollte ich nicht mehr“, erzählt er. Das war natürlich ein Fehler. Nicht nur, weil er im Helsbachtal eine Menge verpasste. Vor allem deshalb, weil es daheim eine Tortur war. „In meiner Not hab ich die Küche geputzt“, erzählt er, „dabei war die ja gar nicht dreckig. Aber irgendwie musste ich mich ablenken...“ Schmalenbach verpasste einen Krimi, den zum Beispiel der SV Setzen miterlebte.

Die Kicker aus Siegen wären ja gerne in die Kreisliga A aufgestiegen. Sie hatten am Donnerstag ein vorsorgliches Relegationsspiel gegen Banfe gewonnen und feuerten nun den FC Eiserfeld an – vergebens. Am Ende wurden die Setzener im Helsbachtal immer leiser, und die Eiserfelder auch. Die SCL-Fankolonie dagegen sang und feierte lauter und lauter. Den Fans dankt Schmalenbach, aber nicht nur ihnen, vor allem natürlich der Meistermannschaft. „Welcher Absteiger hat es schon in den letzten Jahren direkt wieder nach oben geschafft?“, fragt er rhetorisch und nicht ohne Stolz, „das ist wirklich die beste SC-Truppe in meiner Amtszeit. Die Mannschaft hat einen so tollen Zusammenhalt“.

Exzellente Arbeit des Trainerduos 

Dem Trainerduo Michael Dolezych und Jörg Schreyer bescheinigt der SCL-Fußballchef exzellente Arbeit. „Sie haben ein Riesenstanding im Team“, sagt Schmalenbach. Ein Sonderdank ging zudem an Gaby Jayawardhena. „Ohne sie hätten wir die Relegation nur mit einem Rumpfteam gespielt“, stellte er über die Physiotherapeutin fest, „sie hat Lüthy, Ertelt, Wolf und Dominik Schwenck fit bekommen. Ohne Gaby wären wir nicht aufgestiegen.“ Das Team sah’s genauso und bedankte sich für die Sonderschichten am Sonntagabend mit einem Geschenk. Und nun? Geht die Arbeit für Schmalenbach richtig los. „Wir sind ja stolz, so früh fast alle Zusagen gehabt zu haben“, sagt er, „jetzt hoffe ich, dass wir zeitnah auch eine Einigung mit den Spielern erzielen, mit denen wir schon gesprochen haben, die aber noch abwarten wollten, welche Klasse es werden wird. Und dann müssen wir die Vorbereitungsplanung in Angriff nehmen.“ Arbeit für die Macher, Ruhe für die Protagonisten auf dem Feld, die nach der Party nun erst einmal ein bisschen abschalten dürfen.

Verdiente Sommerpause nach einem überragenden Jahr mit einem ganz besonderen Finale. „Einhelliger Tenor war, dass beide Spiele gegen Eiserfeld gemessen an der Bedeutung der Spiele sehr, sehr fair waren“, sagt Schmalenbach und will bei aller Freude über den eigenen Erfolg eines nicht vergessen: „Sowohl beide Trainer als auch die Mannschaft haben mir gesagt, dass sie vor diesem Gegner einfach nur den Hut ziehen können...

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