Fußball-Schiedsrichter

Heimes beklagt neue Unsitten

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Beklagt neue Unsitten im Umgang mit Schiedsrichtern: Georg Heimes.

Lüdenscheid - Georg Heimes hat im Fußballkreis Lüdenscheid gleich zwei Vorsitze inne. Zum einen ist der Schalksmühler Vorsitzender des Kreisfußball-Ausschusses, zum anderen aber – und das ist seine eigentliche sportliche Heimat – auch vom Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss.

So liegt ihm die Schiedsrichterei besonders am Herzen – und im Umkehrschluss geht es ihm besonders an die Nieren, wenn die Referees nicht gut behandelt werden. Selbst pfeift Heimes nicht mehr so häufig, doch wenn es brennt, dann fährt er auch schon mal sonntags durch den Kreis, um um 11 Uhr ein A-Jugend-Spiel zu pfeifen – was immer eine Anekdote für die Arbeitstagung hergeben kann. 

„Ich war also um 10.15 Uhr am Platz“, erzählte Heimes am Dienstagabend, „und war der Erste...“ Wo das Spiel stattfand, erzählte er nicht. Wohl aber, dass er bereits zur Pause seine Aufwandsentschädigung erhalten habe, weil der Verantwortliche nach dem Spiel weggemusst hatte. Und als er die durchaus vielen Tore in den Elektronischen Spielbericht eingetragen und danach geduscht hatte – da war er auch der Letzte am Platz gewesen. Und im Duschgebäude hatte noch ein Schlüssel gesteckt... 

Was dem einen oder anderen ein Lächeln entlockt, findet der Referee des TuS Stöcken-Dahlerbrück nicht wirklich lustig. „Mir altem Sack macht das nichts“, stellte Heimes fest, „aber wenn ein junger Schiedsrichter kommt, dann braucht der auch ein wenig Betreuung und vielleicht hier und da Hilfe beim Elektronischen Spielbericht – dann ist so etwas gar nicht mehr lustig.“ 

"Das zeigt eine geringe Wertschätzung"

Noch krasser war derweil der Fall, der zuletzt dreimal im Kreis aufgetreten ist und die Führung bewogen hat, eine Neuerung einzuführen. Dreimal ist es vorgekommen, dass der Schiedsrichter seine Aufwandsentschädigung nicht ausgezahlt bekommen hat, weil kein Zuständiger des Heimvereins mehr am Platz war. 

„Das geht überhaupt nicht“, ärgert sich Heimes, „das zeigt die geringe Wertschätzung, die den Schiedsrichtern entgegengebracht wird. Eine Unsitte, die immer häufiger vorkommt, ist auch, dass beim Ausfüllen des Spielberichts kein Vereinsvertreter anwesend ist.“ Den Vereinsvertretern bei der Arbeitstagung rief Heimes zu: „Kümmern sie sich mehr um die Schiedsrichter – ohne sie bricht das System zusammen...“ 

Wer das Nicht-Kümmern bis hin zum Nicht-Zahlen der Fahrtkosten und der Aufwandsentschädigung weiter auslebt, wird in Zukunft mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 30 Euro zu rechnen haben. Und – auch das machte Heimes klar – der wird es auch mit dem Vorsitzenden des Kreisschiedsrichter-Ausschusses zu tun bekommen.

Ein neuer Landesliga-Schiedsrichter beim TuS Grünenbaum

Grundsätzlich ist die Entwicklung im Schiedsrichterbereich nach zwei durchgeführten Anwärterlehrgängen im Fußballkreis Lüdenscheid in der Vorsaison positiv. Der Bestand beträgt 91 Referees, damit ist trotz einiger Abmeldungen ein Plus von fünf zu verzeichnen. Zu Buche schlagen auch drei Zugänge aus benachbarten Kreisen, darunter ein höherklassig aktiver Schiedsrichter, der sich dem TuS Grünenbaum angeschlossen hat. Es ist Vadim Gitlehn, der Spiele bis hinauf in die Landesliga pfeift. Von den Talenten aus dem eigenen Kreis hat es Kaspar Koziorz geschafft, für Spiele in der B-Jugend-Bundesliga eingesetzt zu werden.

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