Satzungsänderung das Ziel

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Hakan Firat wird sich nach dem DFB-Urteil sportrechtlich verantworten müssen

Lüdenscheid - Den Weg zum Landgericht wird Michael Dregger, Vorstandssprecher von Rot-Weiß Lüdenscheid („das wird ganz einfach zu teuer für uns“), nicht einschlagen.

Höchstens den Gang zur Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) in Köln, die auch der DFB akzeptiert, kann sich der Funktionär aus der Bergstadt im „Fall Firat“ noch vorstellen. Das DFB-Bundesgericht hatte den Revisionsantrag der Bergstädter auf rückwirkend erteilbare Spielberechtigung für den Stürmer abgewiesen– wir berichteten.

Zwar kann Dregger das Urteil nach wie vor nicht verstehen, weil die Sportrichter Hakan Firat trotz zu hoher Bezahlungen durch die VSV Wenden weiter als Amateur und nicht als „statuslos“ betrachten, sieht die Prozessserie durch drei Instanzen aber keineswegs als sinnlos an: „Ich habe von vornherein versucht, klarzumachen, dass Wenden wegen der Vereinbarungen, die über die erlaubten 249,99 Euro hinausgehen, Hakans Spielberechtigung als Amateur erschlichen hat. Zumindest in diesem Punkt folgt das Bundesgericht unseren Einlassungen, erklärt ein neues Verfahren gegen Wenden und Firat für erforderlich. Für mich ist wichtig, dass das Thema der so genannten Schubladenverträge generell aufs Tapet kommt und die Satzung vielleicht dahingehend überarbeitet wird, dass Verstöße klar und drastisch durch erhebliche Punktabzüge sanktioniert werden“, hofft Dregger auf abschreckende Wirkung durch drastische Strafen und hat im Gespräch bereits mit FLVW-Verwaltungsdirektor Jaksch-Nink einen zeitnahen Dialog mit dem Verbandsvorstand angeregt.

Amateur auch bei hohen Gehaltszahlungen?

Dregger sieht nicht nur viele Vereinsvertreter auf seiner Seite, sondern auch Verbandsfunktionäre, die die „Amateur-Einstufung“ durch die Sportgerichte ebenfalls nicht recht nachvollziehen können. „Was ist, wenn ein Spieler nicht nur 400, sondern zwei- oder dreitausend Euro ohne Vertrag bekommt, ist er dann immer noch Amateur?“, fragt sich offenbar nicht nur der Lüdenscheider Funktionär, während Juristen das Bundesgerichtsurteil durchaus nachvollziehen können: Eine Bestrafung von Wenden und Spieler ja, die vorzeitige Spielberechtigung Firats für RWL eher nein.

Nach Verstreichung der Einspruchsfrist gegen die Erteilung der Spielberechtigung für Wenden hätte allenfalls ein Antrag auf „Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand“ nach deren Meinung eine Minimalchance eröffnet, dessen Berechtigung anzufechten. Dregger wird neben den Gesprächen mit dem Verband nun an der Seite Firats stehen, um dessen Bestrafung für den Verstoß gegen die Satzung zu verhindern: „Wenn schon die Juristen im Westdeutschen-Fußball-Verband und DFB unterschiedlicher Auffassung sind, ob das Vergehen zu sanktionieren ist, kann von einem Spieler eine derartige Satzungskenntnis nicht vorausgesetzt werden. Da ist allein der Verein zu bestrafen, der die Spielberechtigung erschlichen hat.

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