Fußball-Relegation

SC Lüdenscheid feiert Aufstiegsparty im Helsbachtal

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Blau-weiße Jubelorgien im grünen Helsbachtal, und der langzeitverletzte Adrian Kolodziej als Fahnenschwenker: Mit dem 3:3 beim FC Eiserfeld machte der SC Lüdenscheid am Sonntag die Rückkehr in die Fußball-Bezirksliga perfekt.

Siegen - Das Helsbachtal in Eiserfeld ist ein Ort, der vor allem eines ist: grün. Umgeben von Wäldern liegt das Stadion, in der Nachbarschaft ein lauschiges Naturfreibad und ein Reiterhof. Am Sonntag um 17 Uhr regierten hier aber nur noch die Farben blau und weiß: Im Helsbachtal machte der SC Lüdenscheid seine Rückkehr in die Fußball-Bezirksliga mit dem 3:3 (1:2) im Relegations-Rückspiel beim Vizemeister der Siegener Kreisliga A, FC Eiserfeld, perfekt.

2:0-Sieg im Hinspiel, ein 3:3 auf des Gegners Platz: Das war in der Endabrechnung eindeutig fürs Team von Michael Dolezych und Jörg Schreyer, doch dieser Eindruck täuscht. Die 90 Minuten in der schwülen Siegerländer Hitze vor den heraufziehenden Gewittern waren nur am Ende ein Triumphzug, zwischenzeitlich wackelte der SCL, und zwar ganz gehörig. 

Dabei sah es zunächst so gut aus: Die Eiserfelder Startoffensive vor 825 zahlenden und insgesamt wohl mehr als 1000 Zuschauern mit guten Chancen für Diezemann (2.), Balthasar (7.) und S. Schneider (9.) war ohne zählbaren Erfolg für die Gastgeber verpufft. Und als die Partie offener wurde, brauchte der SCL nicht viele Chancen – ein Jeworutzki-Freistoß aus dem Mittelkreis, ein kollektiver Schlaf der FCE-Defensive, und schon stand es 0:1. Torschütze wie im Hinspiel Tobias Ertelt (25.). 

SC Lüdenscheid feiert Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga

Die SCL-Kicker ließen nach dem Schlusspfiff auch Trainer Jörg Schreyer hoch leben – und schleuderten ihn durch die Luft...

In Summe stand es nun 3:0 für den SCL, der sich nun drei Gegentore erlauben durfte. Der FC Eiserfeld benötigte ein 4:1. So feierte der laustarke SCL-Anhang bereits. Das so junge wie tapfere Maier-Team allerdings gab sich nicht auf. Fast eine Kopie des SCL-Führungstors war der Ausgleich: Lukas Schneider schickte Marc Steffen Freund steil. Der wurde von Schreyer und Krieger flankiert, begleitet, aber eben nicht gestört. So ließ er Martyniok keine Chance (31.) und raubte dem SCL alle Sicherheit. 

Die Hausherren brannten nun, und die Lüdenscheider Defensive – mit Ausnahme des starken König, der Balthasar komplett neutralisierte – geriet mehr und mehr ins Schwimmen. König war es auch, der per Kopf vor Balthasar klärte in jener 39. Minute, in der Krieger ein rechtes Missgeschick passieren sollte. Königs Kopfball nahm Lukas Schneider direkt und wuchtig, und der Ball wäre wohl gut drei Meter am Tor vorbei geflogen – doch Krieger versuchte mit einer Grätsche zu klären, wo nichts zu klären war, und bugsierte das Leder so unglücklich ins eigene Tor. Es hieß 2:1 für den FC Eiserfeld, und die Bezirksliga-Hoffnung der Siegerländer war keine gar so utopische mehr. 

Justin Lüthy trifft zum 2:2-Ausgleich

Im Helsbachtal wird man womöglich nachkarten und spekulieren, was passiert wäre, wenn Freund in der 50. Minute aus fünf Metern nicht übers, sondern ins SCL-Tor getroffen hätte, wenn sein Volley-Schuss neun Minuten später nicht Zentimeter am Pfosten vorbei, sondern ins Tor geflogen wäre. Diskussionen im Konjunktiv: Vier Minuten nach dem zweiten Freund-Hochkaräter in der zweiten Hälfte machte Justin Lüthy nicht viele Schnörkel. Er bekam seine Chance, zog ab und traf zum 2:2 für den SCL und mitten ins Eiserfelder Herz (63.). 

„Die Freude ist riesengroß. Nach dem Rückstand zur Pause haben wir uns fest vorgenommen, auf keinen Fall das 1:3 zu kassieren. Am Ende hatten wir vor dieser tollen Kulisse einfach den größeren Willen, den Aufstieg zu schaffen. Umso mehr freuen wir uns, unser Ziel erreicht zu haben", stellte Keeper Tobias Martyniok fest.

Auch wenn sich die Hausherren nie aufgaben, war damit die Aufstiegsfrage praktisch entschieden. Freund (73.) und Brühl (74., Martyniok hält) brachten das Leder nicht im SCL-Tor unter, auf der anderen Seite verpasste Daniel Schwenck (81./82.) sogar zweimal die SCL-Führung. All das tat nun aber nicht mehr weh – nicht, dass Dominik Schwenck nur den Pfosten traf (86.), und auch nicht das späte 3:2, jenes zweite Tor von Marc Steffen Freund nach einer Nachlässigkeit der SCL-Defensive (88.). 

Die letzte Pointe zweier so intensiver wie unterhaltsamer Relegationskrimis war Dominik Schwenck mit dem 3:3-Ausgleich in der vierten Minute der Nachspielzeit vorbehalten. Und dann gab es noch eine Nachspielzeit: Jene, in der kein Ball mehr eine Rolle spielte, in der gesungen wurde und in der gegen die Hitze auch auch das eine oder andere Kaltgetränk half.

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