Fußball-Bezirksliga-Relegation

Der Appell von Redouane El Alami

+
Timo Sommer (rechts) freut sich mit RWL auf die Relegation.

Lüdenscheid -  RWL-Trainer Marco Sadowski strahlte mit kurz zuvor aufgestiegenen A-Junioren und deren Trainerteam um die Wette. Dabei ist er von einem möglichen Aufstieg noch meilenweit, genauer gesagt mindestens 360 plus Nachspielminuten entfernt. Aber mit dem 2:1 über die VSV Wenden hat sich Rot-Weiß Lüdenscheid nicht nur verdient den Bezirksliga-Vizetitel, sondern auch das Ticket für die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation gesichert.

Und das feierten die Kicker, als wären sie gerade Meister geworden. „Allein dieses Bild ist Entschädigung für die lange Saison“, freute sich der Coach über die ausgelassenen Tänze und Gesänge seiner Kicker in Anbetracht des „Saison-Nachschlags“. „Die Jungens haben das genauso gewollt wie ich“, bilanzierte Sadowski nach nervenaufreibenden 97 Minuten im Fernduell mit dem RSV Meinerzhagen. „Wir haben uns in der ersten Halbzeit sehr schwer getan, sind gegen die bissigen Wendener nicht so zum Zug gekommen, wie ich es mir gewünscht hatte, und prompt auch in Rückstand geraten.“ 

Aber das Feuer brannte in der Mannschaft, ein Indiz: „In der Pause hat mich Redouane El Alami gefragt, ob er auch ein paar Worte sagen darf und hat nochmals einen richtig emotionalen Appell an das gesamte Team gerichtet. Das war wirklich toll“, zeigte sich Sadowski angetan von der Einstellung seiner Truppe, die mit dem für den gesundheitlich noch angeschlagenen Timo Sommer eingewechselten Patrick Klatt auf noch mehr Offensive setzte. 

„Vielleicht hatte Wenden vorher überpaced, jedenfalls haben wir den Gast völlig beherrscht. Das hat mir sehr gut gefallen, wir wollten bis zuletzt unbedingt den Dreier und haben auch verdient gewonnen“, meinte der Coach. Leichtes, „aber ernsthaftes“ Training hat er seinem Team im Hinblick auf das erste K.o-Spiel am Donnerstag verordnet. Die Partie gegen den FC Neuruhrort findet ab 19.30 Uhr im Stadion „Auf der Emst“, Am Süderberg 36 a, in Iserlohn-Dröschede statt. 

Torjäger mit familiärer Bindung zu RWL 

Die Kicker aus dem Bochumer Westen sind für RWL ein gänzlich unbeschriebenes Blatt, haben aber einen Kicker in ihren Reihen, der familiär mit Rot-Weiß verbunden ist: Denn Torjäger Kai Koitka, einst Regionalligakicker bei der SG Wattenscheid 09, ist Sohn des ehemaligen Bundesliga-Spitzentorhüters Heinz-Josef „Jupp“ Koitka, der zwischen seinen Engagements bei Eintracht Frankfurt und dem Hamburger SV zu glorreichen Zweitligazeiten von RWL auch für eine Spielzeit am Nattenberg angeheuert hatte. 

Der 34-jährige Koitka hat bereits 28 Saisontreffer erzielt und ist gefährlichster Akteur im Neu-ruhrorter Aufgebot des engagierten Trainerduos Dino Degenhard (38) und Andreas Golm (37), das nach Jugendlaufbahnen beim VfL Bochum bzw. Borussia Dortmund einst gemeinsam beim damaligen Oberligisten TuS Hordel kickte. Über ihr Saisonziel ließen die Coaches als Winterpausen-Tabellenführer keine Zweifel: „Wir wollen in die Landesliga“, hieß es. Zusatzwarnung vor den traditionell ohnehin starken Bochumer Bezirksligisten.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare