Fußball-Landesliga

Déjà-vu-Erlebnis für die FSV

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Nach dem 0:0 in Wetter gibt es für Falk Fischer und die FSV-Kicker in dieser Woche "Gesprächsbedarf".

Werdohl - Auf dem Harkortberg war das Laub längst in den schönsten Herbstfarben zu bestaunen. Kalt war es, aber trocken. Viel mehr durften die Landesliga-Fußballer der FSV Werdohl am Sonntag bei ihrem Ausflug nach Wetter vom Wetter nicht erwarten. Vom Fußball, den sie nach eigenem Anspruch zu spielen gedachten, hatten sie allerdings mehr erwartet. Viel mehr. Das 0:0 beim neuen Tabellenletzten FC Wetter 10/30 – es war nicht das, was sich Manuel Sander und seine Schützlinge vorgestellt hatten.

„Ein Stück weit hochnäsig“, nannte Sander den Auftritt in der Ruhrstadt direkt nach den 90 Minuten: „Uns hat die passende Einstellung zum Spiel gefehlt. Ohne diese Grundgeschichten wie Laufbereitschaft, Kampf und Aggressivität gewinnst du im Fußball kein Spiel.“ 

Der Auftritt im Waldstadion, in dem sich einmal im Jahr auch die Turnbewegung zum Harkortbergfest, einem der größten und traditionsreichsten Turnerfeste in ganz Westfalen trifft, war für die FSV-Kicker eine Art Déjà-vu-Erlebnis: „Wir hatten auf einen Lernprozess gehofft“, sagt Sander, „im ersten Saisonspiel in Hennen war es ja ganz ähnlich: Da hatten wir auch gegen den FC Iserlohn ein sehr gutes Pokalspiel abgeliefert und dann gemeint, es gehe in Hennen von alleine. Ich dachte, meine Mannschaft hätte daraus gelernt.“ Drei Tage nach dem 1:0-Sieg im Westfalenpokal gegen Neheim allerdings versuchte es das Team aus dem Lennetal wieder mit 80-Prozent-Kontrollfußball. Es fehlten die Laufbereitschaft, die Aggressivität, auch die Bereitschaft zum Risiko in der Vorwärtsbewegung. 

Rejhan Zekovic Zweikampfsieger gegen zwei FC-Kicker - eine Szene, die am Sonntag zu selten zu sehen war im Waldstadion in Wetter.

„Es kann nicht sein, dass man gegen gute Gegner voll motiviert zur Sache geht und dann meint, gegen vermeintlich schwächere Teams könnte man die Punkte im Vorbeifahren mitnehmen“, sagt Sander, „unsere Rückwärtsbewegung war eine Katastrophe. Es war wenig Unterstützung da, nicht die Bereitschaft, Spieler zu doppeln und die Sachen gemeinsam zu regeln.“ Für Sander ist diese Attitüde gerade mit Blick auf die eigene Situation vor zwölf Monaten, als das Team in einer ähnlichen Situation war wie heute der FC Wetter, nicht nachvollziehbar. „Daher wissen wir doch, wie viel Gas Teams in dieser Situation geben – dann muss man erst recht dagegenhalten. Das ist reine Kopfsache. Es gibt auf jeden Fall in dieser Woche Gesprächsbedarf. Damit sind wir so nicht einverstanden.“ 

In dieser Woche gibt es allerdings nicht nur Gesprächsbedarf, es gibt am Mittwochabend auch noch das nächste Pokalspiel, diesmal auf Kreisebene, und zwar beim Kiersper SC. Eine Aufgabe, die nicht zu unterschätzen ist, zumal die Kiersper nach dem Trainerwechsel (Fernholz für Wieczorek) in der Bezirksliga zweimal in Folge gewonnen haben. Gleichwohl ist es ein Spiel, in dem die FSV wieder als Favorit auftritt. Wenn man so will, kann sie nun zeigen, dass sie im Lernprozess ein Stückchen weiter ist als noch am Sonntag. 

In der Liga wartet als nächster Gegner Aufsteiger Gerlingen. Auch ein Spiel, in dem die Werdohler mit der Favoritenrolle leben müssen. Bis dahin dürfte Dennis Rattelsberger (Schlag auf den Knöchel) wieder fit und dabei sein, ebenso Cem Aktan. Beide waren in Wetter verletzt ausgeschieden. „Vorsichtsmaßnahmen“, sagt Sander, der Rattelsberger am Montag bereits wieder auf dem Rad gesehen hat. „Ob es am Mittwoch schon wieder was wird, muss man sehen, wir werden da aber sicher kein Risiko eingehen“, sagt Sander. In Kierspe soll’s zur Not auch ohne den Leistungsträger aus der Innenverteidigung gehen.

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