FSV Werdohl definiert sich über die Defensive

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Maciej Maciejewski (links) blieb nach seiner Einwechselung gegen die SpVg Hagen 11 zwar ohne Torerfolg, insgesamt ist das Team der FSV Werdohl aber auf Kurs.

Werdohl - Eine tanzende und singende Traube aus Spielern, Trainern und Betreuern der FSV Werdohl war mindestens in den vergangenen zwei Jahren eher die Ausnahme. Nach dem 3:0-Sieg gegen die SpVg Hagen gab es dieses Bild am Sonntag nun schon zum dritten Mal hintereinander.

Es sieht der Spezies des Erfolgstrainers allerdings ähnlich, dass er aus solchen Jubelpulks grinsend herauskommt und binnen Sekunden wieder zurückfindet zu einer gewissen Nüchternheit und Vorsicht in der Wortwahl. Und da Manuel Sander, der Coach des Fußball-Landesligisten, nach dem Sprung auf Rang vier mit neun von zwölf möglichen Punkten zumindest für den Moment ein echter Erfolgstrainer ist, schaffte das FSV-Urgestein genau diesen Spagat. 

„Wir waren wieder das bessere Team. Aber ich war nicht mit allem zufrieden. In der ersten Halbzeit habe ich ein paar Sachen gesehen, die mir nicht so gut gefallen haben“, verteilte Sander Lob für den dritten 90-Minüter am Stück ohne Gegentor, kritisierte seine Elf aber auch dafür, dass sie phasenweise „zu kompliziert gespielt“ habe. 

Das freilich schlug sich im Ergebnis letztlich nicht nieder. Ganz im Gegenteil: Erstmals in dieser immer noch jungen Spielzeit erzielten die Werdohler in einer Meisterschaftspartie mehr als einen Treffer. 

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Die Grundlage für den aktuellen Erfolg sieht der Trainer indes woanders – weiter hinten. „Die Defensive ist unsere Basis. Das haben wir uns auf die Fahnen geschrieben“, betont Sander. Ihre bislang einzigen beiden Gegentore kassierten die Lennetaler zum Saisonauftakt in Hennen. Seitdem agiert die Werdohler Hintermannschaft um das formstarke Innenverteidger-Pärchen Dennis Rattelsberger und Marius Maus konsequent und sattelfest in den Zweikämpfen, lässt kaum einmal Angriffe der Kontrahenten zu Torwart Markus Grete durchdringen. 

Zu Kampfansagen oder der Proklamation neuer Saisonziele lässt sich bei der FSV trotz der überaus positiven Zwischenbilanz indes noch nicht hinreißen. Es gilt die Devise, die Sander schon bei mehreren Gelegenheiten ausgegeben hat und am Sonntag nach dem Abpfiff noch einmal wiederholte: „Wir wollen nicht mehr da unten herumeiern.“ 

Inwieweit die FSV schon gefestigt und ein ernstzunehmender Gegner für das Vorderfeld der Liga ist, kann sie am kommenden Sonntag beweisen. Dann steht beim BSV Menden das zweite Kreisderby der Saison mit Werdohler Beteiligung an. Und die Nordkreisler sind aktuell mindestens genauso gut drauf wie die FSV, haben die Maximalausbeute von zwölf Zählern auf dem Konto.

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