Ursachenforschung bei der FSV nach 2:4-Niederlage

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Mit den Finnentroper Angreifern hatten Julian Kroll (links), Dennis Rattelsberger und Co. alle Hände voll zu tun.

Werdohl - Erste Niederlage seit dem 14. August, erstes Gegentor nach 466 Minuten: Der Ärger bei Spielern und Verantwortlichen von Fußball-Landesligist FSV Werdohl war nach der 2:4-Pleite bei der SG Finnentrop/Bamenohl greifbar. Am Tag danach klang Trainer Manuel Sander ausgesprochen aufgeräumt.

Unmittelbar nach Abpfiff war Sander über die Umstände rund um die Niederlage derart aufgebracht gewesen, dass er den Gastgebern sogar seine Teilnahme an der Pressekonferenz verweigern wollte. Gestern aber fand Sander bei der sachlichen Ursachenforschung sportliche und außersportliche Gründe für die zweite Saisonpleite. 

„Defensiv waren wir nicht wirklich gut, waren zu weit von den Leuten weg, obwohl wir genau wussten, von wem da Gefahr ausgeht“, begann der FSV-Coach seine Analyse. Sie führt im Kern zu der Erkenntnis, dass die Werdohler ihre liebe Mühe hatten, wann immer die Hausherren ihre gefürchtete Offensivabteilung mit den rasend schnellen und ballsicheren Brüdern Tim und Mike Schrage sowie Torjäger Phillip Hennes auf die Reise schickten. 

Trotzdem war die FSV für den phasenweise zurückhaltend agierenden Westfalenliga-Absteiger ein unangenehmer Gegner, der auch bei einem Zwei-Tore-Rückstand lange nicht geschlagen schien. Gleichwohl hatte Sander auch an der Vorwärtsbewegung etwas auszusetzen. „Im eigenen Spielaufbau hat bei uns alles viel zu lange gedauert. Ein anderes Thema ist, dass wir uns viel zu sehr von den Emotionen haben mitreißen lassen“, gestand Sander ein. 

Tatsache ist, dass Schiedsrichter Thorsten Milde mit der Verteilung von Gelben Karten schnell bei der Hand war. Das musste Maciej Maciejwski gleich in Minute zwei feststellen, als er die Ausführung eines Finnentroper Freistoßes blockierte und prompt verwarnt wurde. Nicht jeder Werdohler zog aus dieser Linie des Referees die notwendigen Schlüsse: Insgesamt sieben Mal sahen die FSV-Kicker Gelb. Nicht jede dieser Strafen war unvermeidbar, erst recht nicht die Rote Karte gegen Reservist Erkut Orhan nach Beleidigung eines Zuschauers in der Nachspielzeit – unabhängig davon, ob zuvor auch Orhan, wie Sander am Sonntag betonte, selbst beleidigt worden war. 

„Der Schiedsrichter hat nicht wirklich einen guten Job gemacht, hat auf unserer Seite ziemlich schnell Gelbe Karten verteilt. Aber wir haben auch ein bisschen selbst Schuld daran, weil wir von Anfang an ständig am Palavern waren“, fasste Sander die Problematik, die er dem Team in dieser Woche näher bringen will, zusammen. All das führt zu dem Appell: „Wichtig ist, dass wir aus unseren Fehlern lernen.“ 

Am besten schon am Sonntag gegen Aufsteiger SV Hüsten. Denn der Coach weiß: „Auch die haben nach vorne gute Jungs, brauchen nicht viele Chancen.“

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