FSV-Trainer bleibt trotz Höhenflug besonnen

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Falk Fischer (links) musste bei der FSV nach dem Platzverweis gegen Faruk Cakmak aus taktischen Gründen weichen.

Werdohl - Vier Siege aus fünf Spielen, Platz vier statt Abstiegskampf, Kreisderby in Unterzahl gewonnen – Trainer Manuel Sander von der FSV Werdohl hätte nach dem 1:0-Erfolg des Fußball-Landesligisten beim BSV Menden eigentlich genug Gründe gehabt, euphorische Reden zu schwingen.

Doch am Tag danach äußerte sich der 32-Jährige ausgesprochen besonnen. Dabei musste das FSV-Urgestein in gewisser Weise auch über sich selbst reden. Denn er war in das Chaos involviert gewesen, das rund um den – nach einhelliger Meinung im Werdohler Lage unberechtigten – Platzverweis gegen Faruk Cakmak entstanden war. 

Sander und sein „Co“ Eddie Fatnassi waren nach dem fraglichen Foul, das wohl Julian Kroll und eben nicht der mit Gelb bereits vorbelastete Cakmak begangen hatte, genauso wie ein Großteil der Werdohler Spieler zum Tatort nahe der FSV-Trainerbank gelaufen, um Schiedsrichter Cengiz Kabalakli auf den Fauxpas hinzuweisen. 

Unmittelbar nach Abpfiff war Sander noch aufgebracht gewesen, am Tag danach klangen seine Worte dann eher beschwichtigend. „Ich habe dem Unparteiischen meine Meinung dazu gesagt“, berichtete der Coach von einer Unterredung mit dem Gespann nach dem Spiel. „Irgendwann werden die Entscheidungen vielleicht mal wieder zu unseren Gunsten ausfallen“, wollte Sander das Thema damit aber abhaken. Kurios: Schon in der vergangenen Saison war Sander am Mendener Huckenohl auf die Tribüne geschickt worden. 

Am Sonntag aber trugen seine Schützlinge trotz der Dezimierung auf dem Feld und an der Linie den Sieg davon. Weil sie Geschlossenheit demonstrierten, zu zehnt kämpferisch noch einmal einen Gang hochschalteten und den allerdings auch einfallslos agierenden Mendenern wenig bis gar keine Möglichkeiten gestatteten. Vor allem Letzteres ließ BSV-Coach Sven Nieder fassungslos zurück. „Wir haben keinen Fußball gespielt, nur mit langen Bällen agiert, obwohl ich immer wieder gefordert habe, flach zu spielen.“ Die Lufthoheit aber gehörte der kopfballstarken Werdohler Innenverteidigung. „Dann hat man es auch nicht verdient“, schloss Nieder seinen kurzen, aber umso deutlicheren Monolog. 

Den Ball flach hält indes sein Gegenüber Sander – zumindest verbal. „Wir werden nicht über irgendwelche Aufstiegsgeschichten sprechen“, betonte der FSV-Coach trotz der bemerkenswerten Siegesserie. Dass die Truppe aber den bis dato verlustpunktfreien und gegentorlosen Nordkreislern die ersten Zähler abnahm, nannte Sander „für unser Selbstbewusstsein eine gute Sache“

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