Fußball-Kreisliga B: Aufstieg ist für Post SV das Ziel

Auch aufgrund seiner prominenten Neuzugänge, hier Dogan Yapar (rechts), hat sich der Post SV den Aufstieg zum Ziel gesetzt. Doch auch Polonia, hier mit Keeper Patrick Jürgens, möchte oben mitspielen.

Kreisgebiet - Auch nach dem Abstieg von Türkgücü Lüdenscheid kommt nahezu die halbe B-Liga aus Lüdenscheid. Auch A-Liga-Absteiger TuRa Brügge ist bekanntlich dort jetzt beheimatet, darf sich auf viele Stadtduelle mit dem Post SV, TuRa Eggenscheid, Polonia und den Zweitvertretungen von Türkischem SV, Rot-Weiß und SC Lüdenscheid freuen.

Dazu kommen aus den benachbarten Gemeinden der TSV Herscheid und der TuS Stöcken-Dahlerbrück, der die Saison am Mittwochabend mit einem Gastspiel beim TuS Grünenbaum II eröffnet.

Nach dem Aufstieg von Türkiyemspor Plettenberg ins Oberhaus landet bei vielen Trainern der Post SV mit u.a. seinen Neuzugängen Ufuk Yazar, Özkan Muti, Deniz Altan oder Hatem Jindou auf der Favoritenliste. Aber auch Ex-Bezirksligist TuS Stöcken-Dahlerbrück oder dem Aufsteiger TuS Versetal wird eine gute Rolle zugetraut.

Dimitrios Polisakis, Vorsitzender des Post SV, nimmt die Favoritenrolle jedenfalls gern an. „Unser Saisonziel ist ganz klar der Aufstieg“, erklärt der Lüdenscheider. „Nach diesem Ziel haben wir die Mannschaft aufgestellt.“ Als Faustpfand sieht Polisakis zudem den neuen Trainer Ioannis Mavroudis, der mit der Empfehlung von 15 Spielen ohne Niederlage vom TSV Herscheid zum Wefelshohl gewechselt ist.

Polonia Lüdenscheids Macher Dominik Zborowski richtet unterdessen eine Kampfansage an die Postler: „Wir wollen zwischen Platz eins und vier landen.“ Die Rot-Weißen vom Dickenberg seien gut im Saft, ist er überzeugt: „Die Vorbereitung ist sehr gut gelaufen, die Ergebnisse waren nicht so entscheidend.“ In der Tat bescherte die Vorbereitung der Polonia-Elf das „Aus“ nach der Gruppenphase beim Honsel-Cup oder zuletzt ein 3:7 beim Klassen-Konkurrenten SC Lüdenscheid II. Als Konkurrenten an der Tabellenspitze erwartet Zborowski neben dem Post SV den TSD, die Reserve des RSV Meinerzhagen und C-Liga-Meister TuS Versetal.

Nicht nur das Ergebnis gegen Polonia sorgt bei Matthias Thielicke, Spielertrainer des SC Lüdenscheid II, für eine breite Brust. „Wir wollen so weit oben wie möglich einen Fuß in die Tür bekommen“, meint der Übungsleiter der Zweitvertretung aus der LüWo-Arena. Thielicke integrierte während der Testspiele mehrere junge Spieler, zum Teil mit Bezirksliga-Erfahrung, in den Kader. Allerdings, schränkt er ein, habe sein Team auch ein schweres Auftaktprogramm und müsse möglicherweise Spieler an das Bezirksliga-Team abstellen. Probleme sieht Thielicke bei der eigenen Hintermannschaft, während der SCL II vorne „unglaublich viel Power“ habe.

Bei den beiden anderen Reserve-Teams aus der Kreisstadt sind die Voraussetzungen anders: Während die „Zweite“ von RWL als autarke Mannschaft im Verein antreten soll „mit der nötigen Ernsthaftigkeit, die Spiele auch gewinnen zu wollen“ (Vorstandssprecher Michael Dregger), betont Ümit Dilmen die hohe Durchlässigkeit zwischen 1. und 2. Mannschaft beim TSV Lüdenscheid. Speziell die aus der eigenen A-Jugend gekommenen Spieler sollen beim TSV Lüdenscheid II weiter ausgebildet werden und „vernünftigen, schönen Fußball spielen“, um sich für die Erstvertretung zu empfehlen, erklärt der Sportliche Leiter des Türkischen Sportvereins. Die TSV-Reserve strebt einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. Michael Schricker, der Trainer der RWL-Reserve, will derweil für die eine oder andere Überraschung sorgen: „Das Schöne ist: Das sind fast alles junge Burschen. Es sind nicht alles tolle Fußballer, aber wer glaubt, dass die nicht gallig sind, liegt gewaltig daneben.“

A-Liga-Absteiger TuRa Brügge hat derweil den Neuaufbau eingeleitet – neben einer Erstvertretung mit stark verjüngtem Kader wird sich auf dem Sportplatz Winkhausen in der neuen Saison auch wieder eine A-Jugend präsentieren. „Die Spieler wollen wir langsam an den Seniorenbereich heranführen“, sagt Trainer Frank Scherfer und strebt einen Platz im gesicherten Mittelfeld an.

Das sind auch die Ziele von TuRa Eggenscheid, wo Özgür Kara als Spielertrainer den bisherigen Coach Björn Maier abgelöst hat. Die „Griechen-Fraktion“ hat sich vom Dickenberg verabschiedet, junge Spieler sollen sich im Lüdenscheider Norden beweisen. „Für uns ist es wichtig, den Klassenerhalt zu schaffen“, erklärt Kara, der im TuS Versetal den Favoriten sieht.

Zurückhaltend äußert sich Stöcken-Dahlerbrücks Trainer Janni Giontas, dessen Elf von vielen Konkurrenten auf den Schild des Mit-Favoriten gehoben wird. „Das wird eine ganz enge Saison“, erwartet der Schalksmühler, für den der Saisonstart etwas zu früh kommt. „Ich würde gern noch ein, zwei Wochen trainieren“, meint Giontas – von den Einzelspielern her sei das Potenzial des TSD hoch, das Zusammenspiel könnte aber noch besser werden, so der Trainer. Giontas traut dem gut eingespielten TSV Oestertal zu, ganz nach vorn zu springen.

Bleibt der TSV Herscheid, für den das 27. Jahr seines Bestehens eines der schwierigeren in der Vereinshistorie werden dürfte. „Wir haben eine komplett umgebaute Mannschaft und zwei neue Trainer“, erklärt Geschäftsführer Adem Tekir. Die vielen Abgänge wurden durch mehr als ein Dutzend Neuzugänge quantitativ mehr als aufgewogen. „Wir sind breiter aufgestellt als im letzten Jahr, aber die Qualität ist nicht mehr da“, gibt Tekir zu. Der TSV richtete während der Ferien ein Trainingslager für Flüchtlinge aus, mehr als ein Dutzend internationaler Spieler schloss sich anschließend den Herscheidern an – „richtig gute Zocker“, freut sich der Geschäftsführer, der es dem TuS Versetal zutraut, die Favoriten Post SV und Stöcken-Dahlerbrück zu ärgern. Für die Ebbegemeindler wird es ein „Kaltstart“, haben sie doch kein einziges Testspiel bestritten.

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