Fußball-Bezirksliga-Relegation

Der SCL mit vorsichtiger Zuversicht

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Erst in Torerfolg, dann völlig platt: Dominik Schwenck.

Lüdenscheid - Die Ausgangslage ist ausgezeichnet: Mit einem 2:0-Hinspielsieg im Rücken fährt der SC Lüdenscheid am Sonntag zum Relegations-Rückspiel um den Einzug in die Fußball-Bezirksliga zum FC Eiserfeld. Anstoß auf dem Sportplatz im Helsbachtal ist um 15 Uhr.

Das 2:0 ist genau das Ergebnis, von dem der SCL vor dem Hinspiel am Donnerstag geträumt hatte. Doch nun, da der SCL mit Leidenschaft und auch ein bisschen Fortune dieses 2:0 erkämpft hat, bleibt Jörg Schreyer lieber auf dem Teppich. „Das 2:0 ist gut, aber wir dürfen es auch nicht zu hoch bewerten“, sagt der Trainer, „noch haben wir gar nichts erreicht.“ Und sein Compagnon, Spielertrainer Michael Dolezych, ergänzt: „Wir haben einen kleinen Vorsprung, aber es ist erst die Hälfte gespielt. Wir müssen höllisch aufpassen, das wird ein ganz schweres Spiel.“ 

Jene zweite Halbzeit vom Donnerstagabend in der LüWo-Arena, in der der Gast mächtig Dampf gemacht und einige sehr gute Chancen herausgespielt hatte, hat die Bergstädter vorsichtig gemacht. Die Relegation hat in diesem Jahr zwei Teams zusammengeführt, die es womöglich beide verdient hätten, diesen einen letzten Schritt zu schaffen. „Als der Co-Trainer von Eiserfeld und ich uns am Ende beim Schiedsrichter bedankt haben, hat der den Dank zurückgegeben – er habe noch nie ein so geiles Kreisliga-A-Spiel gepfiffen. Und das war uns ja auch wichtig, dass es ein richtig cooles Spiel wird“, erzählt Jörg Schreyer. 

Hier geht es zum Live-Ticker der SCL-Partie

In der Tat waren die 90 Minuten vor stattlicher Kulisse von 500 Zuschauern extrem unterhaltsam gewesen. Vielleicht auch deshalb, weil beide Seiten nach dem frühen 1:0 von Tobias Ertelt mit offenem Visier ihre Chance suchten. Nicht zu vergleichen mit dem Relegations-Hinspiel zwischen Grünenbaum und Weißtal vor zwölf Monaten, als sich die Aufstiegswilligen eher belauert hatten, als keiner den entscheidenden Fehler machen wollte. Der SCL investierte in der ersten Hälfte so viel und hatte allen voran durch Ertelt eine Vielzahl klarer Chancen. 

Standard-Situationen sollen vermieden werden

Er musste diesem extremen Tempo allerdings auch Tribut zollen: Nach dem Wechsel war der Akku gerade bei den Spielern, die verletzungsbedingt das Training zuletzt heruntergefahren hatten, nach und nach leer. Als nach 85 Minuten Spielertrainer Michael Dolezych schon zum Wechsel bereitstand, um entweder den müden Jeworutzki oder den nicht minder müden Wolf zu ersetzen – da nahm Ertelt dem Trainerduo diese Entscheidung ab. Bei ihm ging wie vorher bei Dominik Schwenck nichts mehr, also kam dann doch Göttle. Tobias Ertelt und Dominik Schwenck – ausgerechnet beide Torschützen hatten sich bis zum absoluten Ende verausgabt. 

Die Fans trieben den SCL am Sonntag nach vorne.

„Sie werden es noch spüren“, sagt Schreyer, „aber bis zum Sonntag wird das wieder. Am Samstag werden sie noch einmal durchgeknetet – und dann gehe ich davon aus, dass wir in Bestbesetzung nach Eiserfeld fahren. Alle sind heiß...“ Zuversichtlich sind auch alle – und doch vorsichtig und absolut fokussiert. Dolezych will vor allem, dass sein Team am Sonntag Freistöße des FC vermeidet. „Über die Standard-Situationen sind sie extrem gefährlich, vor allem über Ruben Balthasar“, sagt Dolezych, „davor haben wir schon vor dem Hinspiel gewarnt.“ In diesem Hinspiel war es vor allem Tobias Martyniok, der diese Eiserfelder Standards mit seinen Paraden nicht zu einem nachhaltigen Problem für den SCL werden ließ. 

SCL setzt auf sein schnelles Umschaltspiel

„Wenn Eiserfeld früh ein Tor schießt, kann es ganz eng werden“, sagt Schreyer und will am Sonntag vor allem eine noch massiver gestaffelte Defensive, „allerdings bin ich sicher, dass wir mit unserem schnellen Umschaltspiel auch eine Chance bekommen werden. Und wenn uns ein Tor gelingt, dann müssen die schon vier schießen...“ So spricht vieles für den SC Lüdenscheid. 

„Wir wollen alles mitnehmen nach Eiserfeld“, sagt Schreyer, „auch unsere Fans im Gepäck, die ganz wichtig sein können.“ Dann überlegt Schreyer und sagt: „Wir haben im letzten Jahr so viel auf die Fresse bekommen – nun sind wir mal dran. Ich hoffe einfach, dass es ein glückliches Ende für uns nimmt.“ 

SCL: Martyniok, Brongkoll – Faßmann, Fuks, Schreyer, König, Liakopoulos, Krieger, Wolf, Dom. Schwenck, Jeworutzki, Maleshaj, C. Eick, F. Eick, Dan. Schwenck, Lüthy, Ertelt, Tatay, Göttle, Dolezych, Wohlpart

MZV berichtet mit einem Live-Ticker

Vom Aufstiegs-Showdown zwischen dem FC Eiserfeld und dem SC Lüdenscheid wird der Märkische Zeitungsverlag am Sonntag ab 15 Uhr auf seiner Internetseite (www.come-on.de/lokalsport) wieder einen Live-Ticker anbieten – so können auch Anhänger, die nicht mit einem der beiden Sonderbusse ins Siegerland reisen, immer aktuell auf Ballhöhe sein.

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