Widersprüche nach abgebrochenem E-Jugend-Spiel

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Kammervorsitzender Ralf Willschütz verkündete ein Urteil, bei dem die Gastgeber besser wegkamen.

Kreisgebiet - Auch nach 90 Minuten Aussagen von Beschuldigten und Zeugen war den Sportrichtern der Kreisjugendspruchkammer (KJSK) um den Kammervorsitzenden Ralf Willschütz (VfB Altena) nicht klar, was bei der abgebrochenen E-Jugend-Partie zwischen dem FC Altena 69 und dem LTV 61 geschehen war.

Je nachdem, ob gerade ein E-Jugend-Trainer oder -Betreuer des Lüdenscheider Vereins aussagte oder des Altenaer Clubs, bekam die Kammer Schilderungen zu hören, die schlicht nicht miteinander in Einklang zu bringen waren. Zuerst der LTV-Coach, der die Rolle des Schiedsrichters übernommen hatte: Das Spiel sei ungewöhnlich hart geführt worden, Eltern von FCA-Kickern hätten zudem Akteure seiner Sieben verspottet. Er habe eine Vielzahl von Freistößen gepfiffen, „mit denen meine Trainer-Kollegen auch nicht immer einverstanden waren“.

In Durchgang zwei sei die Aggressivität weiter eskaliert – bis hin zu einem Ellenbogenschlag in die Magengrube seines Sohnes, so der Unparteiische. Er habe beide Mannschaften um sich versammelt und auf sie eingewirkt: „Jungs, spielt doch endlich mal fair Fußball.“ Einen möglichen Abbruch habe er bereits angedroht. Diese Maßnahme habe aber nicht lang Wirkung gezeigt, so der als Beschuldigter geladene Lüdenscheider. Zum Abbruch sei es gekommen, als ein Akteur der Dahler nach einem „normalen Zweikampf Schulter an Schulter“ einem LTVer mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe und direkt im Anschluss der FCA-Keeper abseits des Spielgeschehens einem 61er, der ihm den Rücken zugewandt habe, in den Nacken geschlagen habe. „Stopp, hier ist jetzt Ende“, sagte der Bergstädter.

Erstaunen über Vorfälle dieser Art in E-Jugend

Die KJSK sowie Spielbetriebs-Koordinator Rüdiger Dreisbach und Staffelleiterin Petra Franz als Vertreter des Kreises staunten, dass sich solche Vorfälle bei einem E-Jugend-Spiel zugetragen haben sollten. Und ihr Erstaunen wurde nach der Aussage eines Altenaer Verantwortlichen nicht kleiner. Denn einer der FCA-Trainer war überzeugt: „Ein Spiel, wie ich es jeden Samstag erlebe, mal ein bisschen härter, mal ein bisschen weniger hart.“ Wenn überhaupt, sei die Aggressivität von den LTVern ausgegangen. „Für mich war es auch nicht ersichtlich, warum der Schiedsrichter Mitte der zweiten Halbzeit die Spieler zusammengerufen hat.“ Gründe für einen Abbruch habe es für ihn nicht gegeben – nach dem besagten Zweikampf „Schulter an Schulter“ habe es keinen Faustschlag gegeben, danach vor dem FCA-Tor eine „Spielertraube“ mit Akteuren beider Seiten, wobei er nicht gesehen habe, was der Anlass dazu gewesen sei. „Es gibt eigentlich nur Widersprüche hier“, schüttelte Willschütz den Kopf.  Die Kammermitglieder überlegten, warum der Referee nicht andere Mittel ausgeschöpft hatte.

Letztlich wurde ein Urteil gefällt, bei dem die Gastgeber besser wegkamen. 150 Euro Ordnungsstrafe gegen den LTV wegen verschuldeten Spielabbruchs, strenger Verweis gegen einen FCA-Trainer, der nach dem Abbruch den Schiedsrichter verbal angegangen war, 90 Prozent der Verfahrenskosten sind durch die Bergstädter zu zahlen, zehn Prozent durch die Dahler, Spielwertung wie zum Zeitpunkt des Abbruchs (7:3 für Altena). Die 61er überlegen, Rechtsmittel einzulegen. Der FCA nahm das Urteil an.

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