„Das Ausscheiden tut richtig weh“

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Wie seine Mitspieler enttäuscht nach dem unglücklichen 0:1 gegen FC Neuruhrort: RWL-Keeper Jonas Brackmann.

Lüdenscheid - Als der ausgezeichnete Dortmunder Schiedsrichter Dennis Joseph das Aufstiegsrelegations-Spiel zwischen den Bezirksliga-Zweiten RW Lüdenscheid und FC Neuruhrort (0:1) nach 93 Minuten in Dröschede abpfiff, sanken fast alle Akteure zu Boden.

Beim Verlierer aus verständlicher Enttäuschung, beim Sieger in erster Linie aus unübersehbarer Erschöpfung. Enttäuscht war am Donnerstagabend auch RWL-Trainer Marco Sadowski, der sich spontan auf den Platz begab und jeden einzelnen seiner Akteure tröstete – oder es zumindest versuchte. Auch gestern saß der Stachel der Enttäuschung beim Coach noch tief, freimütig bekannte er, „dass das Ausscheiden richtig weht tut.“

Und was Enttäuschung und Schmerz so groß machen, ist die Erkenntnis, dass die Rot-Weißen nicht etwa an einem vermeintlich besseren Gegner gescheitert sind, sondern sich für ein über weite Strecken ordentliches Spiel nicht belohnten, weil sie schlichtweg den Ball nicht über die Linie brachten. So sah es auch Sadowski selbst: „Ich kann die Niederlage akzeptieren, da wir es nicht geschafft haben, ein Tor zu machen. Ansonsten aber kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, ich habe uns sogar einen Ticken besser gesehen.“ Fakt ist, dass beide Teams ihre guten bzw. schwachen Phasen hatten.

Angriffe nicht konsequent gespielt

Eine knappe halbe Stunde war es ein temporeiches Duell auf Augenhöhe mit drei, vier richtig guten RWL-Angriffen über die Flügel, die allerdings nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. Ein Tor in dieser Phase hätte dem Match wohl eine andere Richtung gegeben. So aber folgten bis zur Pause die schwächsten Minuten der Bergstädter, die zunehmend unter Druck gerieten. Daher war das 0:1 nicht einmal unverdient, auch wenn die Entstehung (Urbas’ Handspiel zog einen berechtigten Strafstoß nach sich zog) unglücklich war. Die ersten 25 Minuten nach dem Wechsel waren in erster Linie ereignislose für beide Schlussleute, weil beide Defensivreihen ihren Job sehr aufmerksam und konzentriert erledigten, ehe RWL spätestens nach den Einwechslungen von Klukowski (70.) und Breitenbach (75.) sowie mit einer offensiveren Grundordnung deutlich die Oberhand gewann. Zumal bei den Bochumern vier, fünf Akteure frühzeitig „auf dem Zahnfleisch gingen.“

Und so verlagerte sich die Szenerie immer mehr vor das Gehäuse von FCN-Keeper Mitulla, der beim abgefälschten Flachschuss von Urbas (84.) und gegen den vier Meter vor ihm blank stehenden Klukowski (90.+1) zweimal blendend reagierte, dazu Glück hatte, dass Sattlers Kopfball nur hauchdünn vorbeistrich (75.). „Ich bin mir ganz sicher, dass wir in einer möglichen Verlängerung mehr zuzusetzen gehabt und auch gewonnen hätten. Die zweite Runde hätte ich schon sehr gern erreicht. Nichtsdestotrotz können wir stolz sein, alles in allem war es eine sehr gute Saison“, zog Sadowski trotz des frühen Ausscheidens ein positives Gesamtfazit.

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