Fußball-Bezirksliga 5

Rot-Weiß hält die Spannung hoch

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Mark Sattler (rechts) hat mit RW Lüdenscheid eventuell noch die Chance, eine Aufstiegsrelegation zu spielen.

Lüdenscheid - Die Chance ist klein, vielleicht sogar verschwindend gering, aber es ist eine Chance. Abhängig von Ab- und Aufsteigern, Lizenzverzichten oder -entzügen gibt es etliche Konstellationen, die auch einem oder mehreren Vizemeistern aus den Fußball-Bezirksligen in einer Relegationsrunde noch per Umweg den Landesligaaufstieg ermöglichen.

Eine kleine Chance, die auch Rot-Weiß Lüdenscheid als aktueller Tabellenzweiter der Staffel 5 ergreifen möchte. „Seit Montag sind wir Zweiter, können es jetzt aus eigenen Kräften schaffen, Platz zwei auch zu verteidigen. Dazu die kleine Relegationschance: Wir sind bereit und wollen alles versuchen, um es vielleicht noch zu schaffen“, gibt sich RWL-Trainer Marco Sadowski kämpferisch, wohl wissend, dass zur kleinen Chance auch noch eine riesige Portion Glück gehört.

Aktuell sieht’s jedenfalls so aus, dass bei nur einem Regionalligaabsteiger aus Westfalen (TuS Erndtebrück) zumindest einer von zwölf Vizemeistern noch einen Landesligaplatz bekommen kann, falls es keine entscheidenden Veränderungen mehr gibt, die die Regelungen noch erheblich beeinflussen können. Im Vorjahr passierte genau das zugunsten der unteren Spielklassen derart, dass es drei der zwölf „Vizes“ im Nachrückverfahren noch in Liga sieben schafften. Aber – wie gesagt – Garantien gibt es keine, die Chancen können auch weitaus schlechter stehen.

Hohe letzte Saisonhürden

Für Sadowski ist der Vizetitel dennoch ein lohnenswertes Ziel: „Solange die Chance da ist, versuchen wir alles“, sagt er, weiß aber auch, dass es schwer genug wird, Rang zwei zu verteidigen. Denn die beiden letzten Saisonhürden sind auf jeden Fall höher, als es die Platzierungen vermuten lassen: Zunächst geht zur abstiegsbedrohten Reserve des 1. FC Kaan-Marienborn, die als zweitbeste Rückrundenmannschaft 22 ihrer 30 Zähler erst im zweiten Saisonabschnitt holte. Und dann kommen die VSV Wenden ins Nattenberg-Stadion, normalerweise in momentaner Verfassung nicht unbedingt der stärkste Gegner. „Aber die sind hoch motiviert“, fürchtet Sadowski eine bis in die Haarspitzen „heiße“ Gästeelf.

Schließlich haben die VSV im Rechtsstreit mit RWL durch die anstehende dritte Sportgerichtsverhandlung in der Sache „Hakan Firat“ einen mächtigen Rochus auf Rot-Weiß und speziell Vorstandssprecher Michael Dregger. „Wir wollen dennoch versuchen, alle beide Partien zu gewinnen und dann weiterzusehen“, sagt Sadowski. „Aber wir gehen etwas auf dem Zahnfleisch, am Saisonende häufen sich die muskulären Probleme bei den Akteuren, doch das geht der Konkurrenz nicht anders.“

Es ist die Saisonphase, in der sensible Entscheidungen und Streicheleinheiten für die Psyche gefragt sind: „Wir fahren die Trainingsbelastungen runter, halten aber die Spannung hoch“, lautet das Sadowski-Rezept.

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