Fußball-Kreisliga A

Die Meisterfeier fällt verhalten aus

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Geht studienbedingt nach Stuttgart: Felix König (links, bei seinem Tor zum 3:0).

Lüdenscheid - Meisterfeier mit angezogener Handbremse: Eine lange Nacht wurde es am Pfingstmontag in Winkhausen nicht für den neuen Kreisliga-A-Meister SC Lüdenscheid. Ein paar Spieße und Würstchen, ein Bierchen auf den Meistersekt – mehr aber auch nicht.

„Es war alles ein bisschen verhalten. Richtig durch sind wir ja noch nicht“, sagt Trainer Jörg Schreyer einen Tag nach dem 12:0-Auswärtssieg des SCL beim Schlusslicht TuRa Brügge, der die Wehberg-Kicker zwei Spieltage vor Saisonende zum Meister gemacht hat. Zum Meister, aber eben noch nicht wieder zum Bezirksligisten. 

„Es ist traurig genug, dass man nicht direkt hochgeht“, sagt Schreyer. Der vielleicht einzige Schönheitsfehler einer Saison, die für den SCL ansonsten kaum Wünsche offen gelassen hat. „Dass man absteigt und dann direkt wieder Meister wird, das ist der Kracher“, sagt Schreyer, „und das i-Tüpfelchen wäre nun natürlich der Aufstieg.“ 

Also Blickrichtung Relegation: „Der FC Eiserfeld ist eine ganz harte Nuss“, stellt Schreyer mit Blick auf den Relegationsgegner aus dem Siegerland, Vizemeister der dortigen Kreisliga A, fest. Ähnliche Spielanlage wie die der Siegener Bezirksligisten, ein höherklassig erfahrener Stratege im Mittelfeld, mit Ruben Balthasar (29) und Marc Steffen Freund (26) zwei echte Goalgetter in der Spitze – der Respekt vor den beiden Vergleichen am 2. Juni (19 Uhr, LüWo-Arena) und am 5. Juni (15 Uhr, in Eiserfeld) ist groß, auch wenn die Eiserfelder nach 25 Saisonspielen ohne Niederlage am Montag daheim gegen den abstiegsbedrohten FC Grün-Weiß Siegen 0:2 verloren. „Da haben sicher einige Spieler gefehlt – oder man hat Leute geschont“, mutmaßt Schreyer. 

Der SCL hat die Eiserfelder schon unter die Lupe genommen, genauso wie umgekehrt: Beim Heimspiel gegen den TSV Lüdenscheid war der FCE am Wehberg. Taktieren und Geheimniskrämerei ist für Jörg Schreyer vor den letzten beiden Spielen am Sonntag gegen Eyüp Werdohl und danach im Derby beim LTV 61 keine Option. „Natürlich schont man die Spieler, die angeschlagen sind, aber man darf auch nicht den Rhythmus verlieren“, sagt er. 

Tobias Ertelt fällt verletzt aus

Zumal die personelle Situation nicht die beste ist: Nach Florian Lange und Florian Eick (beide verletzt) schied am Sonntag in Brügge mit Tobias Ertelt (Oberschenkelverletzung) der dritte schnelle Stürmer aus. „Das ist ganz bitter, er ist so gut drauf gewesen“, sagt Schreyer und hofft, dass es nur eine Zerrung ist, dass Ertelt ebenso wie Florian Eick bald wieder zurückkehrt. Zurückkehren werden bis zur Relegation auf jeden Fall die Urlauber Michael Dolezych und Dominik Schwenck – zum Saisonhöhepunkt hofft der SCL auf sein bestes Team, keine Frage. Und mithin auch auf den Schwung, mit dem er vor allem in der Hinserie so imponierend die Liga beherrscht hat. 

„Wir haben nach dem Abstieg zusammengesessen und alle gar nicht richtig verstanden, warum wir so weit unten gestanden haben in der Bezirksliga. Und trotzdem wollten wir die Saison ohne Druck angehen, deshalb haben wir nicht den Aufstieg, sondern nur einen Platz unter den Top 6 als Ziel ausgegeben“, erinnert sich Schreyer, „wir wollten das mitnehmen, was wir in der Bezirksliga gelernt haben.“ Dann überlegt er kurz und ergänzt: „Dass es dann so gut gelaufen ist, das ist schon cool.“ 

2013 war der SC Lüdenscheid zuletzt Meister der Kreisliga A. Der letzte Meister des Kreises Lüdenscheid, der mit der Meisterschaft auch direkt den Aufstieg feiern durfte. Danach schafften der TuS Plettenberg und der TuS Grünenbaum den Sprung über die Relegation. Nun will der SCL nicht der erste Klub sein, der als Lüdenscheider Meister in der Relegation scheitert. Nichts ist ausgeschlossen, nur dies: Wenn es in der Relegation klappen wird für das Dolezych/Schreyer-Team –dann wird ein zweites Mal gefeiert. Nicht verhalten, sondern dass es kracht...

Personalplanungen ohne Felix König

Der SC Lüdenscheid hat die Meisterschaft in der Kreisliga A Lüdenscheid sicher – und bastelt am Team für die neue Saison. Mit Daniel Siegesmund (Polonia Lüdenscheid) steht erst ein Neuzugang fest. Dafür gesellt sich zu den Abgängen Benny Brongkoll (will kürzer treten) und Justin Lüthy (Kiersper SC) ein dritter: Innenverteidiger Felix König beginnt ein Studium in Stuttgart und wird dem SCL nicht mehr zur Verfügung stehen. „Das ist ein ganz bitterer Verlust“, sagt Jörg Schreyer. So sucht der Klub nun neben einem neuen Torwart und einem Sturmersatz für Lüthy auch noch einen neuen Manndecker. Leicht wird es nicht, die entstandenen Lücken zu schließen.

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