Fußball-Relegation zur Bezirksliga

SCL: Die Krönung oder ein Makel?

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Lockerer 8:0-Sieger im letzten Stadtderby der Saison beim LTV 61: Manuel Wolf erzielte eines der acht Tore für den Meister SC Lüdenscheid. Nun schaut der Kapitän voll konzentriert in Richtung Relegation: Am Donnerstagabend wird es ernst.

Lüdenscheid - Es war nicht die Art von Stadtderby, die den Zuschauer fesselte – und den Trainer am Rande auch nicht. Beim 3:0-Pausenstand für den SC Lüdenscheid brach Jörg Schreyer am Sonntag vom Honsel aus gemeinsam mit Fußball-Abteilungsleiter Peter Schmalenbach ins Siegerland auf – Blickrichtung FC Eiserfeld.

Den 8:0-Endstand im Spiel beim LTV 61 erlebten beide aus der Ferne. „Das ist schon eine richtig starke Mannschaft“, stellte Schmalenbach nach der Sonntagstour mit Blick auf den FC Eiserfeld, der den FC Kreuztal 4:2 besiegt hatte, fest, „sie agieren viel mit langen Bällen über ihre schnellen Außen. Sie sind nicht unschlagbar, aber ein Team, das man ganz, ganz ernst nehmen muss.“ 

So freut sich der SCL auf die mindestens 180 Minuten Saison-Overtime, ist heiß und doch natürlich auch ein Stück weit nervös. Eine sehr gute Saison soll gekrönt werden mit dem Aufstieg in die Bezirksliga, ihr droht allerdings genauso der Makel des Scheiterns auf der Zielgerade. Das macht es nicht eben angenehmer. 

Am Donnerstagabend ab 19 Uhr, wenn der Vizemeister der Siegener Kreisliga A in der LüWo-Arena seine Visitenkarte abgibt, hofft Schmalenbach ob der günstigen Konstellation auf 300 bis 400 Zuschauer. Für den Sonntag zum Rückspiel hat der SCL bereits zwei Busse voll. „Und viele werden mit dem Privat-Pkw fahren“, sagt Schmalenbach – nur er selbst wird fehlen. Die Bandscheibe macht ihm einen Strich durch die Rechnung – seit gestern hat er Station im Sportkrankenhaus in Hellersen bezogen. Wie vor drei Jahren droht Schmalenbach die Aufstiegssause – wenn es denn eine geben sollte – zu verpassen. „Letztes Mal war es das Knie, nun die Bandscheibe“, klagt der Fußball-Chef, „vielleicht ist das ja ein gutes Omen, dass ich wieder fehle...“ 

Zwei Neuzugänge: Thiemann und Niedergesäss

Unabhängig vom Ausgang der Relegation hat der SC Lüdenscheid derweil die Personalplanungen für die neue Spielzeit vorangetrieben. Für die erste Mannschaft stehen nach Daniel Siegesmund (Polonia Lüdenscheid) unabhängig von der Spielklasse zwei weitere Neuzugänge fest: Von TuRa Brügge wechselt Marius Thiemann zum Dolezych/Schreyer-Team. Thiemann hatte im Jugendbereich eigentlich das Tor von RW Lüdenscheid gehütet, zuletzt aber in Brügge als Goalgetter von sich reden gemacht. Beim SCL ist er für die Offensiv-Abteilung eingeplant, genauso wie Dominique Niedergesäss. Niedergesäss ist wie Thiemann 18 Jahre alt und ebenfalls eine Investition in die offensive Zukunft des Teams. Er spielte im Jugendbereich für RW Lüdenscheid und die FSV Werdohl, hatte zuletzt aber keinen Verein. 

Auch die SCL-Reserve darf sich über zwei neue Spieler freuen: Vom Nachbarn TuRa Brügge wechseln Jan Jost Auf der Stroth und Sebastian Kuhnert von Winkhausen in die LüWo-Arena und verstärken dort das Thielicke-Team

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