Vorschau auf den nächsten Bezirksliga-Spieltag

Emotionales Stadtderby und eine "Unbekannte"

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Aggressivität in den Zweikämpfen - auch beim ungeliebten Kopfball - sind für den RWLer Lars Scheerer sowie die übrigen heimischen Bezirksligakicker am Sonntag wichtige Voraussetzungen auf dem Weg zu erhofften Erfolgen.  

Kreisgebiet - Ein höchst emotionales Kreisstadtderby, ein Gastspiel bei einer "großen Unbekannten" und ein ehemaliges Spitzenspiel, das aktuell keines mehr ist. Höchst unterschiedlichen Aufgaben sehen sich die Fußball-Bezirksligisten Rot-Weiß und SC Lüdenscheid, Tabellenführer RSV Meinerzhagen und der Kiersper SC am Sonntag gegenüber.   

RW Lüdenscheid - SC Lüdenscheid (15 Uhr, Nattenberg-Kunstrasen):  Bergstädter Bezirksligastadtderby, das fünfte: Wenn Rot-Weiß Lüdenscheid am Stadtfestsonntag – eine erhoffte Vorverlegung auf Freitag scheiterte wegen Ausfällen beim Gegner – Aufsteiger SC Lüdenscheid erwartet, sind die Rollen recht eindeutig verteilt: RWL ist Favorit, ohne wenn und aber.

 Aber nicht nur Rot-Weiß-Trainer Marco Sadowski weiß, dass Derbys schon immer einen Tick anders sind, als zu erwarten ist. Motivation ist nah an Übermotivation, das „Gute-Freunde-oder-Erzrivalen-Treffen“ weckt hüben wie drüben große Emotionen. „Das macht ja auch den Reiz aus“, sagt Sadowski und findet „richtig witzig“, dass der SCL auf seiner Facebook-Homepage ankündigt, dass er „wieder die Nummer eins der Stadt werden will“ und den Anhang auffordert, die Stimmen fürs Derby „zu ölen“. „Solche Emotionen machen gehören ja auch dazu. Solange sie über der Gürtellinie bleiben, ist alles im grünen Bereich“, sagt Sadowski. Ins gleiche Horn stößt Gästespielertrainer  Michael Dolezych.

„Sicher ist Rot-Weiß-Favorit, wird auch in dieser Saison eine gute Rolle spielen. Aber im Derby trägt auch die besondere Atmosphäre mit den Emotionen auf beiden Seiten. Da kann es in den Zweikämpfen etwas emotionaler und aggressiver zugehen, solange sich alles in sportlichem Rahmen bewegt. Nach dem Spiel ist das ohnehin vergessen, da wir ein gutes Verhältnis haben“, blickt der Spielertrainer voraus.

 Natürlich will der SC nicht unbedingt die Initiative am Nattenberg übernehmen. „Wir wollen erst stabil stehen, uns über gewonnene Zweikämpfe und Ballgewinne Selbstvertrauen holen und dann schnell umschalten“, ist ein mögliches Erfolgsrezept der Gäste kein Geheimnis. Beim SC fehlen neben Mittrainer Jörg Schreyer noch Dominik Schwenck und Bartos Mura.

Bei RWL sind die Urlauber Jonas Brackmann, Redouane El Alami nicht mit der Partie, Fragezeichen stehen hinter den Einsätzen der erkrankten Matthias Urbas und Christoffer Adler. "Gelingt es uns, unser Spiel durchzuziehen, haben wir sicher gute Siegchancen", ist RWL-Coach Sadowski überzeugt.    

SG Kleusheim/Elben - RSV Meinerzhagen (15 Uhr, Naturrasenplatz Elben):  Die „große Unbekannte“ – so umschreibt es Trainer Mutlu Demir – wartet morgen auf den RSV. Der Aufsteiger ist für die Volmestädter ein unbeschriebenes Blatt. Trotz drei Niederlagen des Neulings ist der Tabellenführer nach dem 3:1 der SG über den SV Rothemühle gewarnt. „Diese Mannschaft“, sagt RSV-Coach Mutlu Demir nach der Erfahrung des hauchdünnen eigenen 2:1-Erfolgs über den SV, „schlägt man nicht im Vorbeigehen.“

Für die Partie setzt das Trainerteam Mutlu Demir/Ufuk Sahin einmal mehr auf den breit aufgestellten Kader. „Wir haben in allen Spielen mit einer anderen Startaufstellung begonnen, und das wird auch morgen so sein“, erklärt Demir: „Wir werden wieder rotieren und leicht angeschlagene Spieler wie Alexander Horst schonen. Zudem ist Apostolos Aslanidis im Urlaub, und so kommen wieder zwei Spieler neu in die Startelf Wieder ins Aufgebot des Traditionsklubs rückt nach überstandener Verletzung aus dem Freudenberg-Spiel Timo Eick, ansonsten kann das Trainerteam bis auf Hasan Demiray, Artur Krämer und Müjdat Aktas auf den kompletten Kader zurückgreifen.

SV Ottfingen - Kiersper SC (15 Uhr, Sportplatz Am Siepen):  Bis auf die letzte Saison waren die Duelle zwischen beiden Mannschaften auf dem "Sandkasten" Am Siepen stets Spitzenspiele, auch momentan hinken beide Teams ihren Ansprüchen hinterher. Feierte der SVO am Donnerstag immerhin seinen zweiten Saisonerfolg im Nachholspiel gegen Hickengrund, ist das Wieczorek-Team vom Felderhof noch sieglos. „Das war wichtig für die Moral der Mannschaft“, machte Trainer SVO-Trainer Dirk Martin nach dem Sieg über die "Hicken"  keinen Hehl aus seiner Erleichterung. Erleichterung will sich im Aufeinandertreffen mit dem SVO  jetzt aber auch der Kiersper SC verschaffen. Dessen Trainer Andreas Wieczorek war Zaungast im Wendschen und sah neben „60 Minuten Ottfinger Powerfußball“ auch Schwachstellen beim nächsten Gegner, an denen er mit seiner Mannschaft ansetzen will. „Wir müssen die Zweikämpfe und Ottfingens Aggressivität annehmen“, erläutert Wieczorek, der seinen Schützlingen einmal mehr eindringlich ans Herz legt: „Wir müssen bereit sein, alles für den Sieg zu tun!“ Wieder zurückgreifen kann der KSC auf Kapitän Jan Thomas und Rafet Batgün, nicht dabei sind in der schweren Auswärtspartie die Becker-Brüder. Leo ist nach seiner „Ampelkarte“ aus dem Niederschelden-Spiel gesperrt, Till weilt im Urlaub. Schlimm erwischt hat es überdies Marco Carbotta: Dessen in Weißtal erlittene Verletzung hat sich als Kreuzbandriss herausgestellt.

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