Bezirksligafokus richtet sich auf Meinerzhagen

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Alexander Horst (rechts) und seine Teamkollegen vom RSV Meinerzhagen wollen binnen sieben Tagen auch das zweite Spitzenspiel für sich entshceiden. 

Kreisgebiet - Die Augen in der Fußball-Bezirksligastaffel 5 richten sich am Sonntag ab 15 Uhr vor allem auf Meinerzhagen: An der Oststraße stehen sich die auch nach sieben Spielen noch mit "weißer Weste" ausgestatteten Ligadominatoren  des RSV und des TSV Weißtal gegenüber. Aber auch Rot-Weiß Lüdenscheid, Aufsteiger SC Lüdenscheid und der Kiersper SC stehen vor höchst interessanten, teilweise auch sehr hohen Hürden.

RSV Meinerzhagen - TSV Weißtal (Stadion an der Oststraße): Tabellenführer contra Rangzweiter: Mehr Spitzenspiel geht nicht – erst recht dann, wenn beide Kontrahenten bislang ausschließlich Siege eingefahren haben. Und genau das trifft auf den RSV Meinerzhagen und den TSV Weißtal zu, die sich am achten Spieltag der Fußball-Bezirksliga als einzige noch verlustpunktfreie Mannschaften gegenüberstehen.

„Wir werden alles daran setzen, unsere Siegesserie fortzusetzen, und wollen mit einem Erfolg über Weißtal einen für uns goldenen Oktober einläuten“, sagt RSV-Trainer Mutlu Demir und blickt schon etwas weiter voraus. Gegner sind mit Niederschelden, Ottfingen, Listernohl und Wenden dann die weiteren Schwergewichte der Liga.

 Zunächst aber heißt die Aufgabe TSV Weißtal. Besonders warnen muss Demir seine Schützlinge vor dem starken Aufsteiger aus dem Siegerland nicht. Schließlich kommt dieser einerseits mit der beeindruckenden Empfehlung nach Meinerzhagen, seit mehr als 15 Monaten kein Punktspiel mehr verloren zu haben. Andererseits „nehmen wir unabhängig von seinem Tabellenstand ohnehin jeden Gegner ernst“, betont der Coach, der aber die "weiße Weste" behalten will, zumal der RSV nur auf Urlauber Timo Eick verzichten muss, ansonsten auf seine Bestbesetzung zurückgreifen kann.

Germania Salchendorf - Rot-Weiß Lüdenscheid (Stadion Wüstefeld, Netphen, Rudersdorferstr.): Das Debakel gegen den RSV Meinerzhagen ist offiziell abgehakt, Trainer und Team konzentrieren sich bei Rot-Weiß Lüdenscheid auf die nächste Aufgabe, und die hat’s wirklich in sich. Und das nicht nur, weil die Bergstädter mit erheblichen personellen Problemen im Gepäck ins Siegerland fahren.

 Die Ausfall-Liste ist seit dem RSV-Spiel nicht kleiner, sondern eher größer geworden, denn fünf Ausfälle von Leistungsträgern stehen schon einmal definitiv fest: Torjäger Hakan Firat, Abwehrchef Christos Katsaros, Routinier Lars Scheerer fehlen verletzungsbedingt, Kapitän Timo Sommer befindet sich auf Hochzeitsreise, und Robin Breitenbach ist nach Gelb-Roter Karte gesperrt. Als ob diese Hiobsbotschaften nicht schon allein ein großes Sorgenpaket genug wären, hat RWL-Trainer Marco Sadowski aber aktuell auch noch andere „Baustellen“: So konnten weder Youngster Marvin Bonevski (leichte Gehirnerschütterung) noch Mark Sattler (schwere Zerrung im Oberarm) in dieser Woche trainieren, zudem hat sich Christoffer Adler für die Partie im Siegerland aus privaten Gründen abgemeldet.

 „Es werden Spieler auf Positionen eingesetzt werden müssen, die nicht unbedingt ihr Stammgebiet sind“, ist Marco Sadowski zum Improvisieren gezwungen, „da hilft jetzt auch kein Jammern, da müssen wir durch“, sagt der Coach, der zwei A-Junioren als Alternativen mit ins Siegerland nimmt. „Aber selbst  wenn wir nur mit elf Spielern nach Salchendorf fahren, wir schenken die Partie nicht her, sondern werden uns so teuer wie möglich verkaufen", legt angesichts der hoch eingeschätzten spielerischen Qualitäten der Hausherren aber auch nach: "Ein Unentschieden wäre überragend für uns."  

Kiersper SC - SG Hickengrund (Stadion Felderhof):  Mit neuen Verantwortlichen auf der Bank wollen die Kellerkinder im direkten Duell die Weichen für eine sportlich erfolgreichere Zukunft stellen. Was die Stunde geschlagen hat, ist Wieczorek-Nachfolger Manuel Fernholz beim KSC vollauf bewusst. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Deshalb müssen wir kämpfen, kratzen und beißen – der Rasen muss brennen“, fordert er vor allem bedingungsloses Engagement seiner Spieler ein und ergänzt: „Jetzt zählt kein Geschnörkel, wir müssen die Negativserie versuchen abzuschütteln!“ Allzu viel verändern wird Manuel Fernholz in seinem ersten Spiel als Trainer des Kiersper SC nicht – was auch der Personalsituation geschuldet ist. Neben Marco Carbotta (Kreuzbandriss) stehen nämlich auch der am Sonntag verhinderte Justin Lüthy sowie Till Becker und Jan Thomas (beide Knieverletzungen) auf der Ausfallliste. Weil Christopher Janssens in die Reserve gewechselt ist und der in Wenden nicht in der Startelf berücksichtigte Torhüter Bülent Kubasik den Vereinsverantwortlichen daraufhin am Dienstag mitteilte, künftig nicht mehr zur Verfügung zu stehen, umfasst das vor der Saison so große Aufgebot nur noch 14 Akteure.

So viele Ausfälle wie die Kiersper verzeichnen die "Hicken", die mit Innenverteidiger und Mannschaftskapitän Marvin Diehl als Interimscoach anreisen, nicht, aber die Sorgen sind trotz vier Mehrpunkten gegenüber dem KSC ebenfalls groß im Dreiländereck.

SC Lüdenscheid - SV Ottfingen (LüWo-Arena, Wehberg): Es sind zwei Serien, die theoretisch beide fortgeführt werden könnten – da allerdings hat der SC Lüdenscheid etwas dagegen. Nach sechs Niederlagen in Serie will das Dolezych/Schreyer-Team die nun schon erkleckliche Negativ-Serie stoppen. Die Gäste aus Wenden allerdings kommen mit dem Rückenwind von vier Siegen in Serie nach Lüdenscheid und sind klarer Favorit.

 „Was hilft es? Wir spielen auf einen Dreier“, sagt Jörg Schreyer vor dem vierten Heimspiel der Saison. Die ersten drei Heimspiele hat der SCL verloren. Allerdings hießen die Gegner Salchendorf, Weißtal und Rothemühle – Kontrahenten aus einer anderen Tabellenregion, allerdings Gegner von vergleichbarer Schlagkraft wie nun das Team vom Ottfinger Siepen.

 „Wir haben gegen Ottfingen nichts zu verlieren“, sagt Schreyer, „von der Spielanlage hat mir die Partie in Niederschelden gut gefallen – daran müssen wir anknüpfen.“ Dass es am Rosengarten trotz einer 2:0-Führung nicht für Zählbares reichte, wurmt den Trainer noch immer. „Natürlich sind wir hinten nicht so wahnsinnig gefestigt“, sagt er, „aber wir haben vorne genug Chancen, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Da ist auch die Offensive mal in der Pflicht, muss einfach abgezockter sein.“

 Eine Offensive, in der Ertelt (Bänderverletzung) weiter schmerzlich vermisst wird. Neben ihm fallen auch Vater (krank) und Schreyer (verletzt) weiter aus. 

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