Handballabteilung des VfB Altena wird aufgelöst

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„Es ist eine Auflösung schweren Herzens“, sagte Frank Krämer, Vorsitzender der VfB-Handballabteilung.

Altena - Es ist das jähe Ende einer traditionsreichen und über viele Jahre sehr erfolgreichen Abteilung: Einstimmig votierten 15 der noch knapp 20 verbliebenen Mitglieder der Handballabteilung des VfB Altena am Mittwochabend für deren Auflösung zum 30. Juni dieses Jahres.

„Wir werden den Hauptverein über diese Entscheidung informieren und dann gemeinsam alle notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten“, sagte Abteilungsvorsitzender Frank Krämer im Rahmen der Jahreshauptversammlung der VfB-Handballer am Mittwochabend im Gasthaus Pilling.

Den Antrag zur Auflösung der Handballabteilung hatte der amtierende Vorstand selbst gestellt und freilich auch begründet. „Durch die sehr große Fluktuation der Mitglieder, wie zum Beispiel die Abwanderung der Jugendabteilung zur neu gegründeten Sport Union Altena und Seniorenspieler der ersten und zweiten Mannschaft zu anderen Vereinen beziehungsweise Beendigung ihrer sportlichen Laufbahn aus verschiedenen Gründen, kann die Aufrechterhaltung eines geregelten und sinnvollen Sportbetriebes nicht mehr stattfinden. Die kleine, und zum großen Teil ältere Menge der Mitglieder nimmt aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr oder selten an den angebotenen Trainingseinheiten teil. An die Teilnahme am Meisterschaftsbetrieb ist erst recht nicht mehr zu denken. Da im Gegensatz dazu laufende Kosten zu decken sind und die Hallenzeiten auch nicht zu günstigen Zeiten in Zukunft für uns von der Stadt freigegeben werden, beantragen wir schweren Herzens die Auflösung der Abteilung und bitten die anwesenden Mitglieder uns durch Abstimmung zu folgen“, verlas Krämer die Begründung.

Bevor es zur Abstimmung über das Aus der VfB-Handballer kam, gab es aus den Reihen der Mitglieder vereinzelte Nachfragen, die sich primär auf den finanziellen Aspekt der Auflösung bezogen. „Eine Erhaltung der Abteilung wäre teurer als deren Auflösung“, machte Krämer deutlich. Neben den laufenden Kosten für die Hallennutzung sowie Abgaben an den Handballverband bzw. -bezirk kämen auf die Abteilung laut Vorstand nun noch „Rechtsanwaltskosten für die Auflösung“ zu. Rund 550 Euro seien noch in der Kasse, mit Kosten von maximal 1000 Euro rechnet der Vorstand bis zur endgültigen Auflösung zum 30. Juni. In diesem Zusammenhang betonte Krämer, dass die Abteilung ihre Zelte veräußere.

„Ein Zelt haben wir bereits verkauft, eins ist noch zu haben“, sagte der Vorsitzende, der mit seinem Vorstandsteam einen weiteren Antrag einbrachte. In diesem ging es um die Anpassung der Mitgliedsbeiträge. Nach kurzer Diskussion stimmte die Versammlung einstimmig dafür, zum 15. Juni maximal nur noch den passiven Mitgliedsbeitrag in Höhe von 42 Euro einziehen zu lassen. Sollte schon vorher klar sein, dass zur Deckung der noch anstehenden Kosten weniger Geld benötigt werde, würde dementsprechend auch ein geringerer Beitrag eingezogen. „Aber Stand heute wissen wir halt noch nicht genau, was die Auflösung letztlich kosten wird“, so Krämer.

Bevor der Vorstand am Mittwoch die beiden Anträge stellte, warf der Vorsitzende einen kurzen Blick in den Rückspiegel. Weil der VfB in der Saison 2015/16 bekanntlich weder im Nachwuchs- noch im Seniorenbereich am Spielbetrieb teilgenommen hatte, richtete sich der Blick noch weiter zurück. „Die Landesliga hat uns finanziell das Genick gebrochen“, betonte Krämer. Nach dem direkten Wiederabstieg absolvierten die Blau-Weißen zwei Spielzeiten in der Bezirksliga. In der Saison 2013/14 beendeten die Burgstädter die Serie als Achter, zum Ende der Saison 2014/15 hätte der VfB in die Abstiegsrelegation gemusst. „Fast zwei Drittel der Mannschaft wollte die Relegation aber nicht mehr spielen. Das war enttäuschend“, erklärte Krämer den Relegationsverzicht.

Zur Erinnerung: Wie hier mehrfach berichtet, war im Winter 2014/15 eine Zusammenarbeit der VfB-Handballabteilung mit den Handballern der TS Evingsen im Nachwuchsbereich gescheitert. Der VfB stellte seine Nachwuchsarbeit daraufhin wenige Monate später komplett ein. Das Gros der Kinder und Jugendlichen schloss sich, wie auch vom VfB-Vorstand empfohlen, der im Januar 2015 gegründeten Sport Union Altena an. Im Juli vergangenen Jahres folgte dann der nächste Paukenschlag: Der Vorstand der VfB-Handballabteilung entschied sich zehn Tage nach der Jahreshauptversammlung 2015 dazu, den Spielbetrieb gänzlich einzustellen. Weil abzusehen war, dass es einen Altenaer Großverein - bestehend aus VfB, TSE und Sport Union - nicht geben wird, legte der VfB-Vorstand den verbliebenen aktiven Handballern im Seniorenbereich nahe, sich der Sport Union Altena anzuschließen. Und diesen Weg zur SUA gingen dann auch einige Akteure. Beim VfB gab es fortan nur noch eine reine Hobbymannschaft, die Mitgliederzahlen sackten rapide ab.

Am Mittwoch nun zog der Vorstand mit dem Antrag zur Auflösung endgültig die Reißleine. Es war der Abend vor dem langen Himmelfahrtswochenende. Jenem Zeitpunkt also, an dem einst sehr erfolgreich die Altenaer Handballtage über die Bühne gegangen waren. Auch diese Veranstaltung ist nun Geschichte. Zum 30. Juni endet die Ära der VfB-Handballer endgültig.

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