Iserlohner Brooks Macek überzeugt bei WM im Nationaldress

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Brooks Macek (rechts) von den Iserlohn Roosters spielt für Deutschland eine gute Weltmeisterschaft.

St. Petersburg/Iserlohn - Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Russland spielt die deutsche Nationalmannschaft derzeit ihr bestes Turnier seit Jahren. Mittendrin: Brooks Macek von den Iserlohn Roosters aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Zurückhaltend, fast nervös, wirkt Brooks Macek in der Mixed-Zone des Yubileiny Sports Palace in St. Petersburg. Der 1967 fertig gestellte sowjetische Prunkbau ist hier und da ein wenig in die Jahre gekommen, das aber hält den jungen Deutsch-Kanadier von den Iserlohn Roosters und seine Teamkollegen nicht davon ab, mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft eine der besten Weltmeisterschaften seit Jahren zu spielen. 

„Russland ist eine Erfahrung. Aber die Arena bietet alles, was man sich wünschen kann und ich bin froh, die Chance zu haben, hier dabei zu sein“, sagt der 24-jährige. Offiziell führt die IIHF, der Eishockey-Weltverband, Macek als Spieler der Roosters. Erst nach der WM ist in Europa offiziell die Saison beendet und der Transfer zum Deutschen Meister Red Bull München wird vollzogen. 

„Ich hatte drei unglaublich schöne Jahre am Seilersee, jedes einzelne Heimspiel war ein absolutes Erlebnis und das wird man so schnell nicht vergessen, das ist definitiv.“ Trotzdem hat sich Macek entschieden, ein neues Kapitel seiner Karriere einzuleiten: „Mir war es wichtig, den nächsten Schritt zu machen. Iserlohn war aber dennoch meine Heimat. Hier habe ich meine ersten Jahre als Eishockey-Profi verbracht und das wird man nicht vergessen, so viel ist sicher.“ 

Ob Macek wirklich für die „Roten Bullen“ aus der bayerischen Landeshauptstadt die Schlittschuhe schnüren wird, ist fraglich. Nicht nur Iserlohns Cheftrainer Jari Pasanen orakelte, dass bei guten WM-Leistungen NHL-Scouts auf Macek aufmerksam werden könnten. „Ganz ehrlich: Ich selbst habe aus Nordamerika und der NHL noch gar nichts vernommen. Meine Saison wird im August in München beginnen, vorher aber konzentriere ich mich weiter auf meine Zeit mit der Nationalmannschaft in St. Petersburg“, so der gebürtige Kanadier aus Winnipeg. 

Wie wichtig er im Moment für die DEB-Auswahl ist, zeigt sich nicht nur an seinen Turniertreffern. In einer Reihe mit dem derzeit vielleicht größten deutschen Eishockey-Talent, Leon Draisaitl, macht Macek ‘Fünf-gegen-Fünf’ und in Überzahl einen genauso guten Job wie defensiv. „Natürlich tut es weh, einen solchen Spieler zu verlieren, aber wir haben schon andere Abschiede kompensiert. Zu dem sportlichen Verlust aber kommt auch die Tatsache, dass Brooks einfach auch ein hervorragender Charakter ist, der uns auch in der Kabine fehlen wird“, sagt Pasanen. 

Macek hätte übrigens in Russland gern mehr Unterstützung seiner Familie gehabt. Das aber ließ sich nicht machen. „Sie haben einfach nicht so schnell Visa bekommen. Jetzt können meine Eltern meine Spiele zwar nur im Fernsehen sehen, aber das macht sie trotzdem unglaublich stolz“, so Macek.

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