Eishockey, DEL

Niedrige Erwartungshaltung bei Roosters

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Die Iserlohn Roosters erwarten am Freitagabend den Deutschen Meister aus München.

Iserlohn - Es gibt Momente, die sind nicht dazu geeignet, den nachfolgenden Ereignissen freudestrahlend entgegen zu schauen. Diese Wahrheit müssen auch die Iserlohn Roosters akzeptieren. Mittendrin in der schwierigsten sportlichen Phase seit mehr als 30 Monaten wartet ein Liga-Wochenende, an dem man eigentlich nur schlecht aussehen kann.

Es beginnt mit dem Freitagheimspiel gegen den Deutschen Meister Red Bull München (19.30 Uhr, Eissporthalle am Seilersee) und endet am Sonntag ab 14 Uhr mit dem Auswärtsmatch bei den Schwenninger Wild Wings, bei denen die Sauerländer fast traditionell ihre Schwierigkeiten haben. 

Dabei könnten die Gegner kaum unterschiedlicher sein. München ist die bestbesetzte Mannschaft der Liga, die Wild Wings sind ein stets unangenehmer Gegner und haben sich nach einem hervorragenden Start mit 13 Punkten auf Platz fünf vorgearbeitet. Zwar trennen die Roosters von den Schwarzwäldern gerade einmal sechs Punkte, also nur zwei Siege, und dennoch gewinnt man den Eindruck, dass es eine kleine Welt zu sein scheint. 

Mit 16 Treffern haben die Blau-Weißen die wenigsten Tore der gesamten Liga geschossen, dafür mit 32 die meisten kassiert. Das hat Aussagekraft und ist trotzdem noch reparabel. Dennoch bleibt die Frage: Wie lange noch? „Ich will mich nicht immer wiederholen, die Situation ist so, wie sie ist“, hält sich Cheftrainer Jari Pasanen zurück. Kein Wort, ob die Entwicklung in dieser Trainingswoche Fortschritte gebracht hat, kein Wort zur Aufstellung – mit einer Ausnahme: Louie Caporusso ist auch am Wochenende nicht einsatzbereit. Das bedeutet: Périard, Blank und Blair Jones könnten, sind aber weit entfernt von 100 Prozent, genauso wie diejenigen, die im Sommer nicht richtig trainieren konnten. 

Dennoch bleibt Hoffnung. Am ersten Novemberwochenende macht die Liga Deutschlandcup-Pause. Das gibt Gelegenheit knapp anderthalb Wochen für die zu pausieren, die im Vollbesitz ihrer Kräfte sind und hart zu arbeiten für alle, die aufholen müssen. Bis dahin aber warten noch acht Spieltage in gerade einmal 17 Tagen. Drei bis vier Spieltage davon wird auch Johan Larsson brauchen, um am Seilersee anzukommen. Zwar hat sich der Neuzugang in den letzten Wochen bei einem Drittligisten fit gehalten, ans Tempo der DEL wird er sich dennoch gewöhnen müssen. 

Statistisch gilt: Die Waldstädter haben in den letzten drei Partien gegen München immer gepunktet, daheim sogar zwei der letzten vier Spiele gewonnen, zweimal nach Overtime verloren. Ein Wiedersehen gibt es mit Brooks Macek. Der Topspieler des Voraison kehrt mit seiner neuen Mannschaft zurück an seine erste Deutschland-Station. „Wir schauen nicht auf den Gegner, wir müssen nur auf uns schauen. Es wäre gut, wenn wir das erste Tor schießen würden“, sagt Neuzugang Christopher Fischer. Gut wäre es fürs Selbstvertrauen, gut wäre es vor allem dafür, nicht dem schlechten Gefühl und der Tatsache eines Rückstandes hinterherlaufen zu müssen.

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