DJK Eintracht Lüdenscheid

Gobrechts Comeback als 1. Vorsitzende

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Comeback als 1. Vorsitzende der DJK Eintracht Lüdenscheid: Eva Gobrecht.

Lüdenscheid - Knapp drei Stunden dauerten am Freitagabend die beiden außerordentlichen Mitgliederversammlungen der DJK Eintracht Lüdenscheid. Nun hat der Mehrspartenverein aus dem Lüdenscheider Stadtzentrum wieder einen kompletten Vorstand – mit der Ehrenvorsitzenden Eva Gobrecht (77) an der Spitze. Und noch eines ist klar: Der Verein wird in seinem katholischen Dachverband Deutsche Jugend-Kraft bleiben. Ein Antrag auf den Austritt aus dem Verband wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Die DJK Eintracht blickt nach vorne, der Name indes war wie auf der ordentlichen Mitgliederversammlung im Februar nicht eben Programm. Es war ein Bild der Zwietracht, das die Versammlung vermittelte. Mit einem klaren Sieger: Die alte Garde setzte sich am Freitagabend in allen wichtigen Fragen im Pfarrheim St. Joseph und Medardus am Sauerfeld durch, stellte auch das Gros der Mitglieder im rappelvollen Saal – allein 92 Stimmberechtigte waren dort, darüber hinaus Jugendliche und deren Eltern, so dass die Versammlung noch besser besucht war als im Februar im Klubhaus des LTV 61 am Honsel. 

Einziges Thema der ersten Versammlung war der Antrag, den Vorstandsmitglied Johannes Brandts gestellt hatte. Brandts hatte Kosten (etwa 1000 Euro) im Jahr und Nutzen (praktisch keiner) der Mitgliedschaft im Dachverband Deutsche Jugend-Kraft gegenübergestellt und den Austritt beantragt. Mit Karl-Günter Bott hatte ihm ein altes, verdientes Mitglied in einem Schreiben deutlich widersprochen und die Beweggründe egoistisch und oberflächlich genannt. 

65 Stimmen gegen den Austritt aus DJK-Dachverband

Im Pfarrheim trugen beide Seiten ihre Argumente vor, zudem war ein DJK-Vertreter aus Essen angereist und stellte die Angebote des Dachverbandes vor. Angebote, von denen die Mitglieder des Vereins in den vergangenen fünf Jahren kein einziges genutzt haben, wie auf Nachfrage der ehemaligen 2. Vorsitzenden Anja Brandts herauskam. Die lange Diskussion legte die gegenseitigen Ressentiments der beiden Lager im Verein neu offen, wobei die Traditionalisten klar in der Überzahl waren. Für den Austritt stimmten am Ende nur 16 Mitglieder, gegen den Austritt 65, elf Mitglieder enthielten sich der Stimme. 

Direkt im Anschluss bat der Vorstand zur zweiten Versammlung. Die vier verbliebenen Vorstandsmitglieder aus dem Februar – Ingrid Fischer (1. Kassenwartin), Johannes Brandts (Mitgliederverwaltung), Christine Brinkmann (1. Geschäftsführerin) und Stephanie Weinbrecher (Sportliche Leiterin) – präsentierten zwar ein komplett neues Vorstandsteam, doch Einigkeit bei den Wahlen war nicht zu erwarten. 

Renate Friedrichs kehrt auch in den Vorstand zurück

Eva Gobrecht, die im Februar nicht unbeteiligt gewesen war an der Revolte gegen Michael Wiek, stellte sich diesmal selbst wieder zur Wahl. Bei sechs Gegenstimmen und zwei Enthaltungen kehrte sie im Alter von 77 Jahren noch einmal in den Vorsitz ihres Herzensvereins zurück. Einzig ohne Gegenstimme bei sechs Enthaltungen wurde Carsten Opdenacker zum 1. Jugendwart gewählt, 2. Jugendwartin ist nun Reza Halili (zwei Gegenstimmen, eine Enthaltung), 2. Vorsitzende Maria Neumann (eine Gegenstimme, sieben Enthaltungen) und 2. Geschäftsführerin Gudrun Merz (drei Gegenstimmen, drei Enthaltungen). 

Und dann gab es noch ein Comeback: Nach ihrem Ausscheiden im Jahr 2013 als DJK-Kassenwartin stellte sich die 1. Vorsitzende des TV Friesen Lüdenscheid, Renate Friedrichs, als 2. Kassenwartin zur Wahl. In einer Kampfabstimmung erhielt sie 80 Stimmen, der andere Bewerber, Ibrahim Kirmizikan aus der Basketball-Abteilung, nur elf Stimmen. Nur einen Pressewart fand die Eintracht nicht – dieses Amt übernahm ohne Wahl kommissarisch Carsten Opdenacker. 

Diskutierfreudig zeigte sich der Verein auch später bei den Anträgen auf Satzungsänderungen. Der frühere Vorsitzende Michael Wiek scheiterte dabei, das Stimmrecht auch Jugendlichen ab 16 Jahren einzuräumen, knapp. Sein zweiter Antrag, Jugendlichen unter 16 Jahren ein Stimmrecht über den Erziehungsberechtigten einzuräumen, fiel klar durch. Andere Modernisierungen der Satzung, die Johannes Brandts angeregt hatte, kamen zumindest zum Teil durch.

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