Ein Stimmungsdämpfer für Alexandra Esser

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Alexandra Esser vom TV Wiblingwerde erwischte in Wattenscheid nicht ihren besten Tag, wurde bei der U23-DM im Kugelstoßen Achte.

Wattenscheid - Nein, so richtig glücklich klang Alexandra Esser am Sonntagabend nicht. Bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der U23 war die Lüdenscheiderin im Kugelstoßen zwar im Endkampf der besten Acht dabei, mit einer Weite von 13,09 Metern blieb die 19-Jährige aber hinter ihren eigenen Erwartungen zurück.

„Ich bin eher unzufrieden“, sagte Alexandra Esser, die nach sechs Versuchen im Wattenscheider Lohrheidestadion Achte wurde. Die Athletin des TV Wiblingwerde sagte diesen Satz so offen und selbstkritisch, wie sie es immer nach Wettkämpfen macht. Und genau das zeichnet Lüdenscheids amtierende Sportlerin des Jahres eben auch aus. Allerdings bleibt genauso festzuhalten: Die 19-Jährige wurde nicht irgendwo Achte, sondern bei Deutschen Meisterschaften. Und sie war in Wattenscheid die einzige Vertreterin des heimischen Leichtathletikkreises, die im Vorfeld die Norm geschafft hatte...

Dass Alexandra Esser die 4-kg-Kugel weiter stoßen kann als 13,09 Meter, hatte sie erst vor zwei Wochen bei den Westfälischen Meisterschaften in Gütersloh mit 13,65m eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im Lohrheidestadion aber lief es am Sonntag nicht so, wie sich die Lüdenscheiderin den Wettkampf im Vorfeld ausgemalt hatte. Nach zunächst guten Probeversuchen schlichen sich laut Trainerin Gertraud Rüsch „technische Fehler“ ein.

In ihren ersten beiden Versuchen sowie im sechsten und letzten Durchgang blieb Esser unter der 13-Meter-Marke, die sie im „Dritten“ dann mit 13,09m knackte. Die Versuche vier und fünf machte die Lüdenscheiderin ungültig, weil sie sofort merkte, dass die Weite nicht passte.

So richtig zufrieden mit ihren Leistungen waren laut Rüsch aber auch die anderen Kugelstoßerinnen nicht. Mit einer Ausnahme: Siegerin Claudine Vita (SC Neubrandenburg) stieß als einzige Athletin konstant über 16 Meter und holte mit 16,68m souverän den Titel. Rang zwei ging an Laura Jokeit (SC DHfK Leipzig, 15,73m), Bronze holte Katharina Maisch (TuS Metzingen, 15,01m).

Nicht am Start in Wattenscheid war Alina Kenzel vom VfL Waiblingen, die kurz vor den nationalen Titelkämpfen international für einen Paukenschlag gesorgt hatte. Bei der U20-Weltmeisterschaft im polnischen Bydgoszcz holte Kenzel mit 17,58 Metern WM-Gold. „Ich habe erst im Call-Room gesehen, dass Alina nicht da ist. Da wusste ich, dass ich auf jeden Fall im Endkampf stehe und sechs Versuche habe“, sagte Alexandra Esser. Sechs Versuche, die sie eigentlich unbeschwert hätte absolvieren können. Am Sonntag aber fehlte der 19-Jährigen schlichtweg die Leichtigkeit.

Schon am nächsten Wochenende besteht die Möglichkeit, es besser zu machen. Dann startet Alexandra Esser erneut bei Deutschen Meisterschaften – allerdings in der Altersklasse U20.

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