Boris Blank ist für die Roosters nicht nur auf dem Eis wertvoll

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Schwitzen für die neue Saison: Boris Blank ist für die Iserlohner auch mit 38 noch wertvoll – auch in der Ausbildung.

Iserlohn - Interviews sind nicht seine Sache, Medienaufmerksamkeit gönnt er gern den anderen. Dabei hat Boris Blank, Stürmer der Iserlohn Roosters, eine beeindruckende Fähigkeit, Dinge einfach und prägnant auf Punkt zu bringen. Macht er nur nicht gern.

Aber er macht es mit der typischen russischen Sprachfärbung in der Stimme, die seine kasachische Abstammung bis heute verrät.Im Alter von 16 Jahren verließ Boris die Sowjetunion, kam nach Deutschland, schloss sich später dem EC Wilhelmshaven an, der auch seine erste echte Profistation werden sollte. „Der Norden war eine gute Entscheidung, für den Sport und für das Leben“, sagt er in der Erinnerung. 

An der Nordsee spielte er bereits mit deutschem Pass, seine Großmutter war deutscher Abstammung, die Passfrage damit schnell geklärt. Dass Blank sich trotz seiner sowjetischen Eishockey-Ausbildung in der nordamerikanisch geprägten deutschen Liga durchgesetzt hat, ist bemerkenswert. Bei vielen Coaches standen und stehen Profis aus dem Osten nicht unbedingt auf der Wunschliste ganz oben. 

Blank hat sich trotzdem durchgebissen, kam über die Eisbären und Köln im Jahr 2005 zu den Krefeld Pinguinen. Und obwohl er am Niederrhein mit Teal Fowler, Jiri Ehrenberger, Igor Pawlow, Martin Jiranek und Rick Adduono völlig unterschiedliche Trainer zufrieden zu stellen hatte, fand der Familienvater seinen Weg. „So mit 23 habe ich gelernt, dass es nicht darauf ankommt, wie du Eishockey spielen willst, sondern wie deine Trainer dich wollen. Seitdem habe ich mich immer angepasst und bin vielleicht deshalb mit 38 Jahren noch dabei.“ 

Traurige Erinnerung an Abschied aus Krefeld

Krefeld. Blanks Heimat. Aber auch seine traurigste Erinnerung. Am Ende der Saison 2013/2014, nach neun Jahren bei den Pinguinen, wollte man ihn nicht mehr. Die Frage nach dem „Warum“ lässt er unbeantwortet. Der Abschied war keiner, eine Verbindung zu den KEV-Offiziellen gibt es bis heute nicht. „Mit den Jungs wie Vasiljevs oder Schymainski habe ich guten Kontakt. Ich wohne und lebe in Krefeld, aber das ist es denn auch.“ 

So sehr sich Boris für seinen Sohn, den es kürzlich mit erst 14 Jahren ebenfalls wegen des Eishockeys aus Krefeld nach Salzburg zog, engagiert hat, genauso intensiv betreut er die jungen Spieler am Seilersee. „Ich mag es, jungen Leuten zu helfen. Ich sage ihnen zwar nicht, wie sie ihre Probleme lösen sollen, aber ich berichte über meine Fehler, meine guten Entscheidungen, darüber, wie es andere gemacht haben – das scheint ihnen zu helfen“, so der neue Assistenzkapitän der Roosters. 

Dass Blank diesen Job bekommen hat, ist Ausdruck von Wertschätzung, vor allen von den Teamkollegen, aber auch von den Verantwortlichen. „Wir wissen nur zu gut, was Boris auf und vor allem auch neben dem Eis für uns wert ist“, sagt Iserlohns Manager Karsten Mende. 

Karriereende wohl in ein oder zwei Jahren

Auch die Entdeckung von Denis Shevyrin war ein Gemeinschaftsprodukt der beiden. Blank kennt Shevyrins Eltern seit vielen Jahren, der Youngster war regelmäßig bei ihm daheim. Jetzt ist auch noch Nouri Bettahar zum Ausbildungszirkel gestoßen. 

Gerade weil er den Zugang zu jungen Spielern hat, will Boris dem Eishockey auch nach der Karriere verbunden bleiben. Wann sie zu Ende geht? Wenn er nicht mehr mithalten kann. Selbstbestimmt will er dies entscheiden, in ein oder zwei Jahren.

Lesen Sie am Donnerstag in Ihrer Lokalzeitung zwei Sonderseiten zum Saisonstart der Iserlohn Roosters in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

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