Altenaer Voltigierer für Weltmeisterschaft nominiert

+
Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes brillierten in Aachen und wurden für die Weltmeisterschaft nominiert.

Aachen - Landung. Stehen. Strahlen. Nach dem Abgang fielen sich Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes in die Arme. Beim Weltfest des Pferdesports, dem CHIO in Aachen, wuchsen die Voltigierer aus Altena am Wochenende über sich hinaus und schafften das, womit eigentlich niemand im Vorfeld gerechnet hatte: Eine Platzierung unter den Top 4. Die Burgstädter wurden beim Pas de Deux bestes deutsches Paar und im Anschluss für die Weltmeisterschaft im August in Le Mans nominiert.

Sie kamen als Außenseiter und gingen als neue deutsche Nummer eins. Ein Platz unter den ersten Sieben wäre schon ein Erfolg gewesen. Dass die beiden Altenaer am Ende aber sogar um einen Treppchenplatz kämpfen würden, hätte wohl kaum einer geglaubt – und am wenigsten sie selbst. „Aachen war unser Saisonziel. Für uns war es schon pures Glück, überhaupt dabei zu sein. Über einen vorderen Platz oder gar eine WM-Nominierung haben wir bis zuletzt gar nicht nachgedacht“, sagte Jolina Ossenberg-Engels. Hinter den Altenaern folgten in Aachen aber einige Top-Paare. Beispielsweise die Europameister von 2011, Torben Jacobs und Theresa Bresch, oder Jannika Derks und Johannes Kay – die absoluten Favoriten aus Neuss. Aber auch die internationale Konkurrenz, beispielsweise aus Italien, konnte über die Altenaer nur staunen.

Noch viel besser beim Pas de Deux waren am Wochenende lediglich die Österreicher Stefan Csandl und Theresa Thiel sowie Evelyn Freund und Stefanie Millinger. Sie turnten allen anderen davon. Nicht ganz so klar war das „Duell“ gegen die Franzosen Lucie und Simon Chevrel. Turnerisch waren sie den Altenaern unterlegen, hatten allerdings mit Rayo de la Luz das beste Pferd des Turniers. Am Ende schoben sie sich mit 0,08 Punkten knapp vor Ossenberg-Engels und Gerdes auf das Treppchen. Bei den Altenaern liefen dennoch die Freudentränen, weil die ganze Anspannung von ihnen abfiel. Ihre Premiere in Aachen war geglückt und es gab fantastische Noten für das Duo aus der Burgstadt.

Im zweiten Durchgang am Sonntag konnten sich die Vorzeigeathleten des RV Altena sogar noch einmal steigern, obwohl sich Jolina Ossenberg-Engels am Samstag beim letzten Abgang verletzt hatte. Beim Rad von Dragoners Rücken landete sie hart auf der Ferse. „Das ist sowieso schon ein wenig mein körperlicher Schwachpunkt“, sagte Ossenberg-Engels. Dank Physiotherapie stand einem Start am Sonntag aber nichts im Wege – wenn auch unter Schmerzen. Was wohl auch dazu führte, dass der Abgang im zweiten Durchgang nicht ganz so perfekt war. Ossenberg-Engels konnte ihn nicht perfekt stehen und griff mit der Hand kurz in den Sand, kassierte dafür einige Abzüge.

„Als wir zur Besprechung bezüglich der WM-Nominierung kommen sollten, glaubte niemand wirklich daran, dass unsere Namen fallen würden“, sagte Timo Gerdes. Zwar habe man realisiert, dass man bestes deutsches Paar gewesen sei. Aber gegen die etablierten und hoch erfolgreichen Duos standen die Chancen doch eher schlecht – zumindest aus Sicht der Altenaer. Für das Team rund um Bundestrainerin Ulla Ramge aber war klar: Ossenberg-Engels und Gerdes werden nach Le Mans fahren. „Als wir unsere Namen gehört hatten, brauchte das ein paar Sekunden, bis das überhaupt bei uns angekommen war“, berichtete Jolina Ossenberg-Engels. Als zweites deutsches Paar wurden Jannika Derks und Johannes Kay nominiert.

Die Weltmeisterschaften der Voltigierer finden vom 18. bis 21. August statt – Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes sind dabei.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare