Olympische Spiele in Rio

Lasarzewski koordiniert aus der Ferne

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Dr. Bernd Lasarzewski drückt den deutschen Fußball-Frauen die Daumen.

Lüdenscheid - Das Unternehmen Olympia-Medaille läuft für die deutschen Fußball-Frauen auf Hochtouren. Das Team von Trainerin Silvia Neid will in Rio angreifen. Die medizinischen Drähte laufen dabei zwar weiter in Lüdenscheid-Hellersen zusammen, allerdings ist in diesem Jahr bei den Olympischen Spielen kein Arzt aus der Sportklinik vor Ort in Rio.

Dr. Ingo Tusk, Teamarzt der Bundesliga-Frauen des FFC Frankfurt, fährt mit nach Rio. „Bei uns hat es diesmal einfach nicht gepasst“, sagt Dr. Bernd Lasarzewski, Chefarzt der Abteilung Kniechirurgie, Schulter-/Ellenbogenchirurgie in der Sportklinik in Hellersen. Lasarzewski koordiniert diesmal von daheim. Der Lüdenscheider ist weiterhin Leiter des medizinischen Bereichs bei den deutschen Fußball-Frauen und auch während der Olympischen Spiele der Ansprechpartner für Tusk, der erstmals eine solche Maßnahme betreut. 

„Wir haben immer Kontakt über eine WhatsApp-Gruppe. Wenn irgendetwas Besonderes ist, stehe ich mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Lasarzewski, „wenn man das erste Mal dabei ist, ist es ja immer gut, wenn man im Zweifel noch eine zweite Meinung einholen kann.“ 

War es zuletzt bei Europa- und Weltmeisterschaften so, dass Lasarzewski koordinierte und vor Ort Carsten Lueg aus dem Medizinischen Versorgungszentrum in Hellersen und Dr. Ulrich Schmieden aus dem Saarland sich die Betreuung des Teams zeitlich teilten, so ist dies bei den Olympischen Spielen nicht möglich. Der Arzt beim Team muss von Anfang bis zum Ende dabei sein. 

„Allein von der Anreise bis zu einem möglichen Endspiel wären dies viereinhalb Wochen“, sagt Lasarzewski, „dazu kommt aber noch die Vorbereitung. Da ist man mindestens sechs Wochen weg.“ Zeitlich war das diesmal weder beim Chefarzt der Sportklinik noch bei Lueg, der zum dritten Mal Vater geworden und gerade in Elternzeit ist, noch bei Schmieden, der inzwischen nicht mehr in einer Gemeinschaftspraxis arbeitet, sondern wieder alleine, nicht möglich. 

Sowohl Schmieden als auch Lasarzewski haben das Team allerdings bei jeweils einem der Vorbereitungs-Lehrgänge medizinisch betreut. Der Lüdenscheider war in Bad Gögging bei Regensburg in der ersten Phase eine Woche dabei. „Es war fast ein wenig ungewohnt: Die Stimmung war sehr harmonisch, gar nicht so angespannt wie man das früher schon mal erlebt hat“, sagt Lasarzewski und traut dem Team auf jeden Fall eine Medaille zu: „Es ist eine erfrischende Mannschaft mit vielen jungen Kräften – das ist echt klasse.“ 

So schaut Lasarzewski aus der Ferne nach Rio und plant bereits, was danach kommt. Nach den Olympischen Spielen übernimmt Steffi Jones als Bundestrainerin und folgt auf Silvia Neid. Erste Trainings-Maßnahmen hat Jones bereits geplant, dann auch im September wieder mit Lasarzewski als Arzt beim Team, im Oktober mit Lueg und im November mit Schmieden. Bis es soweit ist, drückt das Ärzte-Trio Silvia Neid und ihrem Team die Daumen. Und wünscht dem Kollegen Ingo Tusk eine problemfreie Zeit in der brasilianischen Metropole...

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