Eishockey

Niederlage in Köln: Kahle-Comeback ein echter Lichtblick

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Gegen Augsburg fingen sich die Roosters am Freitagabend nur einen Gegentreffer. In Köln klingelte es dafür am Sonntag gleich sieben Mal im Kasten der Sauerländer.

Iserlohn - Stille kann manchmal durchaus Angst einflößend sein. Die Stille rund um die Kabine der Iserlohn Roosters in der Kölner Lanxess-Arena war es definitiv. Trainer Jari Pasanen hatte die Tür geschlossen und sprach lange und eindringlich. Inhalte wurden nicht offenbart.

Der Finne vermied es aber zu brüllen, tobte nicht, wie andere Coaches es nach einer Niederlage wie dieser vielleicht tun würden. Mit 2:7 hatte sich seine Mannschaft nur Momente vorher dem alten und neuen Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga aus der Domstadt geschlagen geben müssen, einer Topmannschaft, die die Schwächen der Blau-Weißen gnadenlos ans Tageslicht befördert hat. „Köln war gut, aber wir haben uns zum Teil selbst geschlagen“, sagt Jari Pasanen.

Dabei hatten sich der Cheftrainer und seine Jungs so viel vorgenommen. Nach zwei Siegen in den letzten beiden Ligapartien war ein Hauch von Selbstvertrauen zurückgekehrt. Und auch die Ansätze in Köln waren hervorragend. 

Die Roosters machten in den ersten zehn Minuten ein Topspiel, ließen aufblitzen, zu was das Team, das am ganzen Wochenende auf die Topspieler Jones und Caporusso verzichten musste, zu leisten im Stande sein könnte. „Es waren vielleicht die besten zehn Minuten der gesamten Saison“, sagt Kapitän Jason Jaspers. Stimmt. Bis zum Scheibenverlust, der den Haien das Führungstor ermöglichte, lief alles nach Plan. Dann kehrte die Angst zurück. Plötzlich dauerte der Spielaufbau zu lang, kam man mit dem Forecheck der Haie nicht mehr zu recht, hatte Druck und machte Fehler – drei weitere bis zum Kölner 5:0.

Fehlerquelle Nummer eins waren die Routiniers in der Defensive, unterstützt vom Pech der anderen. Freitags gegen Augsburg war die Konsequenz dieser Probleme nicht ganz so groß, weil es dem Gegner an Qualität fehlte, er die Fehler nicht so gnadenlos abstrafte.

„Einige Jungs arbeiten hart, versuchen alles, andere haben noch ihre Schwierigkeiten“, gibt auch Mannschaftskapitän Jason Jaspers unumwunden zu. Die Leistungsunterschiede sind gravierend und das hat nicht nur mit der konditionellen Situation einiger Spieler zu tun. Bei manchem könnte man von Überforderung sprechen, nur woher sie rührt, ist bislang nicht geklärt. Auch nicht warum sie immer wieder ausbricht. Fakt ist, es sind immer wieder die gleichen Dinge. „Wir brauchen Zeit“, sagt Manager Karsten Mende. Die hat er, die haben auch seine Spieler, dennoch wird die Sehnsucht nach einem weiteren stabilen Verteidiger neben Christopher Fischer und Michel Périard größer. Man darf durchaus vermuten, dass die Suche begonnen hat.

Bemerkenswert einmal mehr die harte Arbeit von Blank, Friedrich und Shevyrin. Sie waren am gesamten Wochenende die beste Formation – obwohl Blank sich genauso wie Périard verletzungsbedingt quälen mussten. Dziurzynski, der von Spiel zu Spiel besser wird, führte Ross und Kahle als Mittelstürmer hervorragend, wird immer stärker. Und Kahle selbst? Der feierte ein herausragendes Liga-Comeback nach einem Jahr Verletzungspause am Freitag und überzeugte auch in Köln. Die Stille am Sonntagabend konnten aber auch diese positiven Aspekte noch nicht vertreiben.

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