Stehvermögen der Rot-Weißen entscheidend

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Großchance für den Sport-Club in Halbzeit eins, wer weiß, was passiert wäre, wenn Patrick Lange RW-Keeper Rouven Noll zum 0:1 überwunden hätte.

Lüdenscheid - Bei den Hausherren entlud sich die Anspannung nach der Entscheidung in buchstäblich letzter Sekunde in Freudengesängen. Während die Lüdenscheider Rot-Weißen den 2:1-Derbysieg über den Sport-Club enthusiastisch feierten, war die Enttäuschung auf der Gegenseite riesengroß.

Nachdem Robin Breitenbach die Kugel wohl nicht einmal fünf Sekunden vor Ende der fünfminütigen Nachspielzeit ins Netz bugsiert hatte – es wurde nicht einmal mehr angepfiffen, ärgerte sich SCL-Fußball-Abteilungsleiter Peter Schmalenbach schwarz. Und kreidete das Tor auch „seinen Jungens“ an: „In solch einer Situation darf man nicht versuchen, den Ball herauszuspielen, da muss man die Kugel wegbolzen“, hatte er die Chance gesehen, die Niederlage zu verhindern.

 Gästespielertrainer Michael Dolezych nahm dagegen seiner Teamkameraden in Schutz: „Das war einfach Riesenpech, wir waren so nah dran“, war er zwar enttäuscht, wusste aber auch: „Meine Mannschaft hat sich hier hervorragend verkauft, dafür ein Riesenkompliment. Hätten wir unsere Konter mit dem letzten Pass besser ausgespielt, hätte das Ergebnis durchaus auch andersrum lauten können“, meinte er sogar und weiter: „In den beiden Spielen gegen Rothemühle und hier am Nattenberg hat meine Mannschaft eine Supereinstellung gezeigt, wenn jetzt noch Dominik Schwenck und Bartos Mura wieder an Bord sind und wir auch ein bisschen Glück zurückbekommen, dann werden wir in der Liga sicher mithalten können.“ Das fehlende Glück ärgert auch den „Torjäger im Wartestand“ Daniel Schwenck: „Wenn du zweimal hintereinander solch ein Pech hast, dann kommen schon die Gedanken an unsere Abstiegssaison zurück, als uns auch oft nur das Glück gefehlt hat“, schaute er, der den SC-Führungstreffer durch das Maatalla-Eigentor mit vorbereitet hatte, auf die 95 Nattenberg-Minuten zurück.

Bei allem Pech, was der SCL wegen des späten Treffers beklagt, darf er freilich auch nicht außer Sicht lassen, dass der RWL-Sieg unterm Strich völlig verdient war. Denn nach schwachem Start in der ersten halben Stunde hatte sich das Sadowski-Team Schritt für Schritt in die Partie gearbeitet und die zweite Halbzeit eindeutig dominiert. Da konnte der SC überhaupt nicht mehr für Entlastung sorgen und stand unter „Dauerbeschuss“: Zweimal verhinderte gegen Klukowski und Firat das Aluminium einen Treffer der Rot-Weißen, die auch durch Firat und Besirlioglu Großchancen liegen ließen und einmal am toll reagierenden Martyniok (gegen Sommer) scheiterten.

Und dennoch schaffte RWL vor rund 300 Besuchern am Nattenberg noch die Wende, weil Coach Sadowski auch mit der Einwechslung von Urbas – wegen gerade überstandener Gripppe zunächst auf der Bank – und dem kämpferischen Vorbild Sattler Glück hatte. Gerade Letzterer unterstrich in ungewohnter Offensivrolle wieder seine Allroundqualitäten und sorgte mit seiner Kopfballstärke für lichterlohe Gefahr vor dem SCL-Gehäuse, war nicht von ungefähr Vorlagengeber für Katsaros’ Kopfballausgleich. Und die Steherqualitäten der Rot-Weißen unterstrich in der Nachspielzeit der noch Minuten zuvor von Krämpfen geschüttelte Robin Breitenbach mit seinem Siegtor.

 „Toll, welche Moral meine Mannschaft auch bei Rückständen immer wieder zeigt, und den Sieg hat sie sich aufgrund der zweiten Halbzeit redlich verdient“, lobte Marco Sadowski sein Team. Dessen Bilanz als Vierter nach fünf Spielen ohne Niederlage kann sich sehen lassen, darf aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass RWL die Klingen noch nicht mit der Ligaspitze gekreuzt hat.

 Und auch die Aufgaben für den SC werden nicht leichter: Am Sonntag geht’s gegen den mit fünf Siegen gestarteten Co-Tabellenführer und Mitaufsteiger aus Weißtal. Kein Grund aber, nervös zu werden: „Ich glaube, dass wir da durchaus etwas Zählbares holen können“, hat jedenfalls Torjäger Daniel Schwenck keine Angst vor den glänzend gestarteten Wittgensteiner Kickern.

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