Reitsport-Höhepunkt Balve Optimum wirft seine Schatten voraus

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Turnierchefin Rosalie von Landsberg-Velen und Dressurreiter Hubertus Schmidt freuen sich auf das Balve Optimum.

Balve - Rio de Janeiro im Kopf, das Orletal vor Augen: Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in der brasilianischen Metropole am Zuckerhut ist das Balve Optimum vom 2. bis 5. Juni vor allem für die deutschen Dressurreiter von großer Bedeutung und wichtiger Sichtungstermin.

Bundestrainerin Monica Theodorescu wird bei den Deutschen Meisterschaften im Schatten von Schloss Wocklum die Starter des Dressur-Nationenpreises beim CHIO in Aachen und damit auch den engen Favoritenkreis für die Spiele in Rio auswählen. 

Rosalie von Landsberg-Velen geriet bei der Pressekonferenz knapp eine Woche vor dem nationalen Championat ins Schwärmen. Freilich war ihr auch die Vorfreude auf die nationalen Titelkämpfe im Springreiten anzumerken, mit Blick auf das Starterfeld im Dressur-Viereck aber funkelten die Augen der Optimum-Turnierchefin. 

„Auf dem Weg nach Rio bekommt Balve in diesem Jahr noch einmal einen ganz anderen Stellenwert. Es ist in der Dressur alles da, was Rang und Namen hat“, betonte von Landsberg-Velen und erhielt zustimmendes Kopfnicken von Hubertus Schmidt. 

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Der Paderborner, Dressur-Weltmeister und Olympiasieger mit der deutschen Mannschaft, untermauerte die Sätze der Turnierchefin: „Alle acht A-Kaderreiter sind da, das Niveau wird sehr hoch sein.“ Schmidt selbst hegt große Hoffnungen, zur deutschen Dressurequipe für Olympia zu zählen. „Es ist aber sehr schwierig, überhaupt in die Mannschaft zu kommen. Wir sind so stark wie schon Jahre nicht mehr. In diesem Jahr haben die Deutschen große Chancen auf Olympiagold.“ 

Spitzensport nicht nur in der Dressur

Wenige Monate vor den Spielen in Rio werden die Zuschauer bei der traditionsreichsten Reitsportveranstaltung in Balve demnach einmal mehr in den Genuss von Spitzensport kommen. Favoriten auf DM-Gold sind die Weltranglistenerste Kristina Bröring-Sprehe und Desperados. Jenes Paar also, das in den beiden vergangenen Jahren in Balve sowohl im Special als auch in der Kür nicht zu stoppen war und das Viereck im Schatten von Schloss Wocklum zu seiner Bühne machte. 

Wie eng die Leistungsdichte tatsächlich ist, verdeutlicht die Starterliste. Isabell Werth, Jessica von Bredow-Werndl oder Sönke Rothenberger – sie alle werden sich am Schloss Wocklum zeigen. Und auch für den Dressurreiter-Nachwuchs ist das Championat ein ganz wichtiger Termin, geht es doch um begehrte Tickets für die erste Europameisterschaft der U25-Dressurreiter. 

Im Gegensatz dazu werden bei den Springreitern in diesem Jahr „die ganz großen Namen fehlen“, wie es Bundestrainer Otto Becker am Mittwoch formulierte. Weil parallel zum Optimum der Nationenpreis in St. Gallen auf dem Programm steht, werden eben nicht alle deutschen Top-Springreiter im Sauerland ihre Vierbeiner durch den Parcours jagen. „Wir werden hier aber wieder Top-Sport mit vielen jungen Startern sehen. Für sie ist Balve ein großes Sprungbrett“, meinte Becker. 

Die Entscheidungen um die nationalen Titel sind aber nur ein Teil dieser viertägigen Großveranstaltung, die mit weiteren hochkarätigen und hochdotierten Prüfungen aufwartet und an der Starter aus 15 Nationen teilnehmen. Auf dem Programm stehen neben internationalen Springprüfungen unter anderem die Qualifikation zum Nürnberger Burgpokal, der Junioren-Förderpreis für Springreiter sowie der U25-Springpokal. 

Vielfältiges Rahmenprogramm mit "Nacht der Show"

Das Turnierbudget beträgt 1,2 Millionen Euro, allein 320 000 Euro werden als Preisgeld ausgeschüttet. Am Rande der Sportarenen – im Dressurstadion gibt es in diesem Jahr erstmals nummerierte Sitzplätze – hat die Turniergemeinschaft Balve neben der bewährten Ausstellermeile erneut ein vielfältiges Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. „Der Showabend ist in diesem Jahr Extraklasse“, betonte Rosalie von Landsberg-Velen, die mit „Lorenzo – The flying Frenchman“ alias Laurent Serre „einen der besten Showreiter der Welt“ für die „Nacht der Show“ am Samstagabend ins Orletal locken konnte. 

Ganz neu im Programm ist ein Aktionszirkel rund um das Thema Pferd, mit dem das Thema Reitsport noch erlebbarer gemacht werden soll und echte Profis dem Publikum Einblicke in ihre Arbeit geben werden. Unter anderem soll erklärt werden, wie Bewertungsnoten zustande kommen. „Dieser Aktionszirkel wird mit seinem bunten Programm großes Interesse wecken“, ist sich die Turnierchefin sicher.

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