Andreas Kreuzer hofft auf seine Chance bei der DM

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Andreas Kreuzer hofft auf seine Chance bei den Deutschen Meisterschaften in Balve.

Balve - Mit erst 25 Jahren gehört der gebürtige Rheinländer Andreas Kreuzer mittlerweile zur Spitze des deutschen Springsportes. Auch internationale Erfolge, wie jüngst auf der Global Champions Tour, hat der Reiter schon verbucht. MZV-Mitarbeiterin Friederike Kämper sprach mit Kreuzer über seine Chancen in Balve.

Im vergangenen Jahr konnten Sie hier in Balve das Finalspringen der Herren mit La Luna gewinnen und beendeten die DM als Vierter. Der Sieg ist angesichts des frisch gekürten Deutschen Meisters, Denis Nielsen, etwas untergegangen. Was wollen Sie in diesem Jahr tun, um im Vordergrund zu stehen? 

Andreas Kreuzer: Wenn mein Pferd in derselben Verfassung ist wie La Luna im letzten Jahr, dann habe ich mir nur vorgenommen, dass ich die Volte weglasse (lacht). Denn ansonsten hatte mein Pferd im letzten Jahr auch keinen Springfehler in vier Runden. Ich hoffe einfach, dass Calvilot in diesem Jahr genauso gut drauf ist und ich mich einmal mehr konzentrieren kann. Und dann sollte das klappen. 

„Sollte klappen“ bedeutet: Ein Titel ist möglich? 

Kreuzer: Möglich auf jeden Fall, weil mein Pferd einfach viel Qualität hat. Aber natürlich gehört zu einem Pferd, das gut in Form ist und einem Reiter, der alles gibt, auch noch ein gewisser Lauf, um ganz vorne dabei zu sein. Und das muss man einfach abwarten. Wir werden beide alles dafür tun, um das hier erfolgreich zu gestalten. 

Was muss ein Pferd mitbringen, um hier am Start zu sein? 

Kreuzer: Die Qualität und eine gewisse Intelligenz sind einfach Voraussetzung. Aber was die Pferde ausmacht, die hier am Ende über bestenfalls vier Runden fehlerfrei laufen, ist eine Kämpfermentalität. Das sind Pferde, die noch größer, besser und selbstbewusster werden, wenn es einen Tick schwerer und die Atmosphäre noch drückender wird. Und das macht auch Calvilot aus, der auf einem „normalen“ Turnier mal ein bisschen verspielt sein kann oder unkonzenriert ist. Aber er merkt sofort, wenn es drauf ankommt und das Adrenalin da ist und gibt noch ein paar Prozent mehr. 

Wie bereiten Sie Ihr Pferd auf ein solches Championat wie hier in Balve vor? 

Kreuzer: Bei uns war es eine besondere Situation, weil Calvilot in den vergangenen Wochen relativ viel unterwegs war, unter anderem in Hamburg und Madrid. Die Grundkondition ist da. In der letzten Woche ging es daher darum, das Pferd fit und gesund zu halten und möglichst glücklich hier anzukommen. 

Wie macht man denn ein Pferd glücklich? 

Kreuzer: Meine Pferde bekommen viel und vor allem leichte Bewegung, um einen Gegenpol zur normalen Arbeit zu schaffen und um möglichst nah an der natürlichen Haltung zu bleiben. Morgens aufs Paddock, dann gehen wir mal ins Gelände oder es wird am Halfter longiert. Und zwischendurch wird normal geritten und gearbeitet, um die Fitness beizubehalten. 

Anders als in der Dressur ist im Springreiten die Deutsche Meisterschaft keine Sichtung für die Olympischen Sommerspiele. Große Namen wie Beerbaum, Ehning oder Meyer fehlen in Balve. Verändert das den Titelkampf? Macht es das für die anderen leichter? 

Kreuzer: Auf den ersten Blick könnte man ja meinen, dass es dadurch einfacher wird. Nur ich glaube, genau dadurch sind die aus der zweiten Reihe, dazu zähle ich mich auch, umso motivierter, hier eine gute Leistung abzuliefern. Deswegen sind wir in der Breite dieses Jahr noch stärker. Der Titel von Denis Nielsen im letzten Jahr war keine Eintagsfliege. Nielsen war sehr gut vorbereitet und hat durch den Titel die Chance bekommen, auf anderen großen Turnieren zu starten. Das ist der Ansporn für alle, die hier starten: Sich ins Rampenlicht zu bringen und weitere Chancen zu bekommen, sei es in einem Nationenpreis zu starten oder in Aachen. 

Was bedeutet der Titel Deutscher Meister? Wollen Ehning und Beerbaum diesen Titel nicht? 

Kreuzer: Das ist schon das Ziel eines jeden professionellen Reiters, hier den Titel zu holen. Und gerade in Deutschland, wo wir eine große Dichte an guten Reitern haben, wissen alle, wie schwer ist, ganz vorne zu stehen. Das ist Anreiz für jeden. Wenn man das aber schon ein paar Mal erreicht hat, vielleicht verliert das dann schon etwas den Reiz. Aber gerade für mich ist das eine große Herausforderung und ein großes Ziel, für das ich alles tun werde. 

Jetzt sind Sie bei vielen Kollegen und Experten in diesem Jahr ein Titelaspirant. Wen sehen Sie ganz vorne, wem trauen Sie viel zu? 

Kreuzer: Das ist wirklich schwierig zu sagen. Ich traue das vielen Reitern zu. Aber wie schon gesagt, es gehört an diesem Wochenende nicht nur die Form dazu, sondern auch, einen gewissen Lauf zu haben. Denis Nielsen mit seinem Cashmoaker sind ein eingespieltes Team, warum sollte das nicht nochmal klappen? 

Muss man strafpunktfrei sein, um eine Chance zu haben?

Kreuzer: Ich glaube, der Deutsche Meister wird vier Mal null sein dieses Jahr.

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